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Bodenkundliche Exkursion Oststeiermark, Burgenland, Niederösterreich .doc

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Faculty
Environmental Science
Discipline
Geo Sciences
Document category
Excursion report
University, School
Technische Universität Graz - TU
Additional information
2006, Nestroy
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Textfeld:  Kaum Unterwuchs unter dichtem BlätterdachDieser Bericht trägt den Titel „Bericht zur Bodenkundlichen Exkursion“, enthält aber nicht ausschließlich bodenkundliche Informationen.

Zahlreiche geographische, historische und vegeta-tionskundliche Exkurse sollen im Gesamten ein abgerundetes Bild der besuchten Plätze geben.

Als Arbeitsgeräte dienten uns während der Exkursion ein Spaten mit flachem Blatt, Kelle und Spachtel zum Putzen des Profils, eine Sprühflasche zur Befeuchtung des Bodens, ein Zentimeter-Stab zur Vermessung sowie eine Farbtafel zur Bewertung der Bodenfarbe.

Wie bereits im Hörsaal gelernt, soll ein Bodenprofil rund 1 m lang, 80 cm breit und 1 m tief sein. Aus der Logik und Praxis ergibt sich, dass das Profil umso länger sein muss, je tiefer es ist. Die genaue Feststellung des Standortes kann mit Hilfe der ÖK 1:25000 oder von GPS erfolgen. Die Daten Katastralgemeinde, Ortsgemeinde, Gerichtsbezirk und politischer Bezirk können dem Amtskalender entnommen werden.

Wir starteten vom Hauptgebäude der Technischen Universität Graz. Nach einer kurzen Einführung, was uns am Vormittag erwarten würde, fuhren wir Richtung Süden stadtauswärts entlang der Münzgrabenstraße wo wir mit dem Hinweis auf die begleitende Terrassenkante auf die folgenden beiden Tage eingestimmt wurden.

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Ein Blick auf die Bäume zeigte uns, dass es sich vorwiegend um Laubwald (z.B. Eiche Quercus sp., Weißbuche Carpinus betulus, Rotbuche Fagus sylvatica) mit vereinzelten Nadelbäumen (z.B. Rotföhre Pinus silvestris) handelte. Durch die Beschattung durch das dichte Kronendach fand sich am Waldboden kaum Unterwuchs.

Die Streuauflage bestand vor allem aus Eichenblättern, da diese erst in diesem Frühjahr abgefallen waren. Die Mineralisierung, d.h. die Zersetzung der Streu durch Bakterien, die insbesondere durch Wasser- und Wärme-angebot gesteuert wird, war deutlich erkennbar. Die geringere Streuauflage als unter Nadelwäldern ist durch ein besseres Stickstoff/Kohlenstoff-Verhältnis (C/N-Verhältnis) des Laubes zu erklären.

Die Humusauflage aus leichtem, lockerem Moder betrug rund 5 cm, wobei das Ausgangsmaterial zum Teil noch erkennbar war. Unter der Streuauflage wird die Null-Marke vom obersten Mineralbodenhorizont festgelegt. Der von Grobanteilen freie Mineralboden wurde als undeutlich krümelig beschrieben, die Durchwurzelung als mittelmäßig.

Der darunter liegende Schotter wurde von der Mur akkumuliert. Es kann angenommen werden, dass der Boden kalkfrei, wahrscheinlich sauer ist. Nach vollständiger Durchfeuchtung des Bodens kann gesagt werden, dass lehmiger Sand vorlag, d.h. es handelte sich um einen relativ leichten Boden. Die Beurteilung der Farbe nach der Standard Soil Color Chart ergab die Beschreibung 10 YR 4/6 (braun).

Kombiniert man nun alle Erhebungen, kann dieser Boden als karbonatfreie Braunerde angesprochen werden.

5-6 cm

Ol

Streuschicht, Auflagehumushorizont

0

 
0-5 cm

Oh

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0-50 cm

AB

Mineralboden, intensiv verbraunt

darunter

C

Schotter (Ausgangsmaterial, unterlagerndes Material)

Diese Böden sind im Grazer Feld weit verbreitet. Sie sind landwirtschaftlich gesehen recht gut, aufgrund des geringen Wasserspeichervermögens ist jedoch insbesondere bei Feldgemüsebau eine Beregnung nötig. Leider werden diese günstigen Böden mehr und mehr verbaut. Die Schotter, deren Mächtigkeit im Gegensatz zum nördlichen Alpenvorland gering ist und zusätzlich gegen Süden hin abnimmt, werden zum Teil wirtschaftlich genutzt und abgebaut.

Außerhalb des Waldes, auf der frisch zugeschütteten Schottergrube konnten wir eine klassische Pioniergesellschaft erkennen. Lichtbedürftige Gräser und beispielsweise Ampfer Rumex sp., Hahnenfuß Ranunculus sp., Wicke Vicia sp. und Klee Trifolium sp. sind nur einige Beispiele dieser bestens angepassten Pflanzen.

Insbesondere die Leguminosen, die in Symbiose mit Knöllchen-bakterien die Fähigkeit haben, Stickstoff zu binden, bereiten den Boden für nachfolgende höhere Pflanzen vor.

Textfeld:  Pseudogley mit typischer Marmorierung und ManganausfällungenUnsere Fahrt führte uns weiter Richtung Süden, wo wir über die Hochterrasse schließlich in den Bereich der Jüngeren Deckenschotter gelangten und wo sich auch unsere zweite Station in einem Waldstück bei Helfbrunn befand.

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Zudem waren bereits Konkretionen, d.h. Verfestigungen zu erkennen.

Von oben nach unten betrachtet, konnte wieder eine Streuschicht festgestellt werden. Da es sich diesmal jedoch vor allem um Nadelstreu (v.a. Fichte Picea abies) handelte, ist der Standort als sehr karg, arm und sauer zu beschreiben, was durch Moos im Unterwuchs untermauert wurde.

Darunter befand sich ein schwach humoser Horizont, an den der bleiche Horizont des Pseudogley anschloss. Bei der nachfolgenden Anfeuchtung konnte festgestellt werden, dass es sich um sehr schluffiges Material handelt (10 YR 6/4). Der unterlagernde Staukörper wies eine äußerst geringe Porosität auf, zerfiel blockig-kantig und ließ sich schwer mit Wasser verbinden.

Es ist bei diesem Staukörper darauf zu achten, dass die Farbe, die sich ergibt, eine Mischfarbe ist (10 YR 5/6).

5-6 cm

Ol

Streuschicht, Auflagehumushorizont

0

0-5 cm

Oh

schwach humoser Horizont

0-35 cm

P

Pseudogley

darunter

S

Staukörper

Textfeld:  Wald auf ebenen FlächenDiese Böden sind sehr schlecht zu bewirtschaften.

Ihre Bezeichnung als „Stundenböden“, weist darauf hin, dass sie nur in einem sehr engen Bereich passender Feuchtigkeit bearbeitet werden können. Ist der Boden zu nass, versinken die Geräte im Boden. Ist der Boden hingegen zu trocken, ist er zu hart, um bearbeitet werden zu können. Insbesondere Nebenerwerbsbauern müssen aufgrund fehlender Möglichkeit der freien Zeiteinteilung die Böden oft bei schlechten Bedingungen bearbeiten, was zu einer weiteren Verschlechterung der Böden führt.

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Auch der Begriff „Pircherde“ (grauer, fahler, harter Boden) weist auf solche Pseudogleye hin. Auf den Pseudogleyen des südlichen Alpenvorlandes wird zum Teil Mais angebaut, da der Mais vor allem viel Wärme braucht, ansonsten eher anspruchslos ist. Insgesamt ist die Nutzung auf diesen Böden aber stark eingeschränkt und häufig findet sich auch auf ebenen Flächen Wald.

Einige Schritte vom Bodenprofil entfernt befand sich ein größerer Aufschluss. Diesem Hangbereich konnten wir Schotter entnehmen, die bereits bei geringem Druck zerfielen („Schotterleichen“).

Diese waren während der Warmzeiten einer intensiven Verwitterung ausgesetzt, so dass sie heute als Baumaterial wertlos sind.

Unser nächster Halt befand sich nach kurzer Fahrt im rezenten Aubereich der Mur, unterhalb der Würmterrasse. Die Mur entspringt im Salzburger Lungau, in Murthörl auf einer Höhe von rund 2260 m. Der Fluss hat eine Gesamtlänge von 444 km, davon 380 km in Österreich bzw. 330 km in der Steiermark.

Die Mur hat ein Mittelwasser von 115 m³/s, ein Niedrigwasser von 30 m³/s, ein einjähriges Hochwasser von 430 m³/s und ein hundertjähriges Hochwasser von 1220 m³/s. Allgemein weisen zentralalpine Gebirgsflüsse die höchsten Amplituden zwischen maximaler und minimaler Schüttung, die Flüsse des Alpenvorlandes wie beispielsweise die Mur bei Graz relativ geringe Amplituden auf.


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