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Biowaffen am Beispiel von Milzbrand bzw. Anthrax .doc

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Natural Science
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Biomedical Sciences
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Universität Heidelberg
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Biologische Waffen am Beispiel von Anthrax / Milzbrand

Inhaltsverzeichnis

01. Einleitung

02. Was ist Milzbrand?

03. Der Erreger „Bacillus anthracis“

04. Krankheitsverlauf bei einer Infektion

05. Verbreitung und Ursache

06. Die 3 versch. Formen des Milzbrandes und ihre Symptome

07. Vorbeugung und Impfstoffverfügbarkeit

08. Diagnostik

09. Vorgehensweise, Therapien & Medikamente

10. Milzbrand als biologische Waffe

11. Meldungen über Entwicklungen in der Vergangenheit

12. Das können Sie tun

13. Zusammenfassung

14. Quellenverzeichnis

15. Abbildungsverzeichnis

 

01.Einleitung

Vor einiger Zeit war Milzbrand als Krankheit nur sehr geringfügig bekannt, da Menschen eher selten von den Erregern befallen werden können. Auch die Anzahl an erkrankten Personen ging deutlich zurück.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko besaßen nur Menschen mit nahem Tierkontakt. Jedoch wurden immer mehr bioterroristische Angriffe in den USA in Form von kontaminierten Briefen bekannt. Auch viele Länder forschen schon seit einigen Jahrzehnten mit Milzbranderregern zur Herstellung von Biowaffen. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis ein hochgefährlicher Milzbranderreger entwickelt wird, der auch in geringen Dosen infektiös auf Menschen wirkt.

 


02. Was ist Milzbrand?

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Die Erkrankung eines Menschen durch Milzbrand ist sehr selten, da sie hohen Dosen ausgesetzt sein müssen, um kontaminiert zu werden. 2003 wurden sogar gar keine Fälle von Milzbrand in Deutschland bekannt.

Die Ansteckung von Mensch zu Mensch ist jedoch sehr gering, da die Dosis meist zu klein ist. Besonders gefährdet sind Menschen, die einen engen Kontakt mit Tieren haben.

Früher waren meist Gerber, Viehzüchter etc. von Milzbrand gefährdet. Deswegen wird sie auch oft Berufskrankheit genannt.

Auch wird Milzbrand in vielen Staaten als Biologischer Kampfstoff weiterentwickelt. Die Biowaffe wird Anthrax genannt.

Anthrax ist griechisch und bedeutet schwarze Kohle und wird auch „fressendes Geschwür“ genannt. Dies kommt daher, dass bei einer Infektion die Milz sich vergrößert und schwarz wird. Sie sieht wie verbrannt aus.

03. Der Erreger „Bacillus anthracis“

Der Erreger ist ein 5-6 µm langes, unbewegliches Bakterium, das aerob (benötigt Sauerstoff) und Sporen bildend ist. In Körperflüssigkeiten bildet es kurze Verbände. In der Kultur erreichen sie lange kettenförmige Verbindungen.

Außerhalb von jeglichen Körperflüssigkeiten, bei Zugabe von Sauerstoff und bei einer Temperatur von 12-43 °C bilden die Erreger Sporen, die so genannten Dauerformen. Die Sporen sind 0,5-1,2 µm groß. Sie werden in der Mitte des Stäbchens gebildet.


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Abb.1: Im Blut nachgewiesene Bakterien Abb.2: Form eines Bacillus anthracis

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Die Sporen des Bakteriums sind sehr widerstandsfähig. Sie können nicht durch Eintrocknen getötet werden. Bei einer Sonneneinstrahlung überleben sie bis zu 4 Tage und im kühlen Boden, vor der Sonne geschützt, können sie über mehrere Jahrzehnte überleben.

Das Bakterium selbst kann nur schwer überleben.

Bei normalen Bedingungen können sie 2-3 Tage infektiös bleiben. Im Magen werden sie schon nach 20 Minuten abgebaut.

Meist werden die im Boden überlebenden Milzbranderreger dann von Tieren gefressen und beginnen sich dann dort im Körper zu verbreiten. Nach dem Tod des Tieres können sich die Erreger weiter im Kadaver vermehren. Wenn die Vermehrung nicht mehr möglich ist, können sie wieder ins Sporenstadium übergehen und so überleben.


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Abb. 13: Anthrax-Sporen auf Elektronenmikroskop.

a) Pathogenität:

Durch zwei verschiedene Plasmide wird die krankheitserzeugende Wirkung (= Pathogenität) des Milzbranderregers festgelegt. Das Plasmid px01 ist verantwortlich für die Pathogenität der Toxine und das Plasmid px02 bezieht sich auf die Kapselbildung des Erregers.

Wenn eines dieser beiden Plasmide gar nicht vorhanden ist, so wird die Pathogenität sehr viel geringer.

 

b) Toxinbildung:

Das Toxin, welches von Milzbranderregern produziert wird, ist aus 3 Untereinheiten aufgebaut:

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Das pA bindet sich an eine Körperzelle. Hier wird ein Teil mittels Protease abgespalten. Der verbliebene Teil bildet Heptamere

2.    A-Untereinheit (LF oder EF): Diese Untereinheit bindet nun an den verbliebenen Teil der B-Untereinheit und beginnt eine Endocytose.

Ein EF (Ödem-Faktor) bildet in der Körperzelle nun verstärkt cAMP, was zum Ausscheiden von Wasser aus der Zelle führt. Es bildet sich ein Ödem. Der LF (Lethalitäts-Faktor) beeinflusst Protein-Kinasen, die an der Regulation des Zellzyklus beteiligt sind. Dadurch entsteht die Nekrose bei einer Milzbrandinfektion.

04. Krankheitsverlauf bei einer Infektion

Die Erreger können kutan (über Hautkontakt), aerogen (inhalativ durch die Luft) oder oral (durch den Mund) aufgenommen werden (a). Sobald sie eingedrungen sind, werden sie von einer Fresszelle verschlungen, dort bildet sich wie oben erwähnt eine Schutzhülle aus Polyglutamyl um den Krankheitserreger vor der Phagocytose (Vernichten der Erreger durch die Fresszellen) zu schützen (b).

In der Zelle keimen die Sporen aus (c) und entwickeln sich zu stäbchenförmigen Bakterien und können sich kettenförmig aneinander binden (d). Ab dieser Phase ist eine Immunabwehr nicht mehr möglich. Durch die produzierten Toxine (Giftstoffe) wird die Fresszelle aufgelöst (e).

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a)

b)

c)

d)

e)

f)


g)

h)

3.)Abbildungen übernommen aus: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/1/0,4070,3268481-6,00.html

05. Verbreitung und Ursache

Milzbrand ist stark in wärmeren Regionen wie Zentral-Asien, Südamerika, Afrika und Südeuropa vertreten. Die Pathogenität (Wirkung des Krankheitserregers ist von der Hygiene der Tierhaltung abhängig. Gut können die Bakterien sich auf feuchtem Boden wie in Sümpfen oder in Überschwemmungsgebieten von Flüssen und Bächen vermehren.

Durch das fließende Wasser können sie sich weit verbreiten. Auch Jahrzehnte vergrabene Menschen oder Tiere können auch noch infektiöse Erreger enthalten, die ins Grundwasser gelangen können und sich dadurch verbreiten.

Deswegen müssen an Milzbrand gestorbene Tiere verbrannt werden und dürfen nicht vergraben werden, um so eine Kontaminierung des Grundwassers oder des Bodens zu verhindern.

Lebewesen sind verschieden empfänglich für den Krankheitserreger. So sind z.B. Schaf, Ziege, Rind und Pferd hoch empfänglich, Hund, Katze und Mensch mittelmäßig empfänglich und Schweine wenig empfänglich.

Vögel sind fast resistent.

Die Milzbranderreger werden meist durch engen Tierkontakt aufgenommen. Auch durch Felle, Häute und andere Tierprodukte können sie übertragen werden.


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