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Biologische Psychologie 2 .docx

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Social Science
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Psychology
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University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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SS 2010 / Weiss
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Biologische Psychologie II

Prof. Dr. Weiss
(http://www.biologische-psychologie.de/)

Do, 11.03.2010

·        Lernen und Gedächtnis:

Ø Gedächtnis: bezeichnet die Information, die mehr oder weniger

dauerhaft im Gehirn gespeichert ist.

Ø Lernen: bezeichnet den Prozess der Aufnahme der Information.

Ø Erinnern: bezeichnet den Abruf der Information.

·        Gedächtnis-Prozess:

Ø Aufnahme der versch.

Reize durch außen (z.B. Ton, Geruch, etc.) in unserem sensorischen Speicher. Wobei die Informationen schnell wieder zu vergessen sind, wenn sie nicht durch Aufmerksamkeit in unser KZG kommen. Durch Verarbeitung und Organisation kommen sie letztendlich ins LZG, wo sie beinahe dauerhaft bleiben.

Man kann sie dann immer wieder ins KZG abrufen.

Ø Verschiedene Sinnesbereiche:

(Frontallappen auch zuständig für das Generieren von Wörtern & Sprechen im Motorkortex nach PET – Positronenemissionstomographie)


Grafiken wurden automatisiert entfernt


·        Sensorischer Speicher:

Ø Rasches Verblassen (Speicherzeit ca. 500ms)

Ø Speicherkapazität wahrscheinlich sehr groß

Ø Verschiedene Subsysteme für verschiedene Sinnesmodalitäten z.B.: *Ikonisches Gedächtnis (visuell)

*Echoisches Gedächtnis (auditiv)

Ø  Selektion: unmittelbar relevante Reize werden herausgefiltert:

Was ist Interessant? Was ist wichtig? Was ist bekannt?

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·        Enkodierung:

Ø  Zwischenweg ins KZG

Ø  Ins KZG werden nur Informationen übertragen, auf die sich die Aufmerksamkeit richtet!

·        Kurzzeitgedächtnis:

Ø Ort der bewussten mentalen Aktivität und der „Kontrolle

Ø Speicherdauer 20-30 Sekunden (Peterson & Peterson 1959)

Ø Miller (1956): "The magical number seven, plus or minus two"

Ø Definition nach Mietzel: Beim KZG handelt es sich bildlich gesprochen um eine Art Arbeitsplatz, an dem eine aktive Verarbeitung vorliegender Informationen erfolgt.

Hier werden Informationen aus der Umwelt mit dem Wissen, das im LZG gespeichert ist in Beziehung gesetzt. Prozesse, wie Nachdenken, Sich-zu-Erinnern-Versuchen oder Vor-sich-Hinträumen finden im KZG statt.

Ø Arbeitsgedächtnis nach Baddeley&Hitch: Artikulatorische Schleife (Phonological Loop): Aufrechterhaltung sprachlicher Information führt zur à zentrale Exekutive (Central Executive): kontrolliert die verschiedenen Systeme (beide) à Bildhafträumliche Notizblock (Visuo-spacial Sketchpad): Aufrechterhaltung visueller Vorstellungen.

* Die Systeme arbeiten unabhängig. Nur bei Überlastung eines Speichers übernimmt die Zentrale Exekutive dessen Funktion.

Informationen werden Behalten und gleichzeitig verarbeitet z.B. bei Rechenaufgaben.

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·        Konsolidierung:

Ø Rehearsal (neuronale, sich selbst wiedererregende Kreisprozesse) -> Konsolidierung (Bilden einer dauerhaften Gedächtnisspur, u. a.

Veränderungen an den Synapsen) => Konsolidierungsprozess: dauert einige Stunden bis sogar Tage in denen Information im LZG verarbeitet und fixiert wird;

Ø Zentrale Annahme: Neue Erinnerungen sind klar aber zerbrechlich, ältere sind undeutlich aber robust.

Ø Kürzlich geformte Gedächtnisinhalte, die sich noch im Konsolidierungsprozess befinden, sind äußerst anfällig für Interferenzen und Vergessen, da sie nicht so klar differenziert sind.

Konsolidierungsprozess muss deswegen zuerst abgesichert werden d.h. früh genug zum Lernen anfangen!

Ø Mythos ‚Heft unter dem Polster‘: Schlaf möglichst bald nach dem Lernen verbessert die Erinnerungsfähigkeit, da im Schlaf der Konsolidierungsprozess nicht gestört wird.

Wenn wir abends lernen, lernen wir im Schlaf weiter und haben die Information am nächsten Tag besser abgespeichert.

·        Langzeitgedächtnis:


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Ich versuche mich vorsätzlich (intentional) an X zu erinnern.

Ø  Semantisches Gedächtnis: Weltwissen (Faktenwissen)

z.B. berufliche Kenntnisse, Fakten aus Geschichte, Politik, Kochrezepte, Pythagoras etc. Zeitpunkt des Erwerbs wurde nicht mit abgespeichert. (hängt mit angrenzenden Teilen des Temporallappens zusammen)

Ø  Episodisches Gedächtnis: Fakten bzw.

Ereignisse, die zur eigenen Biographie gehören. Wann und wo hat ein Ereignis stattgefunden? In welcher Relation steht es zu mir? Z.B. erster Schultag/Date; Familienausflus,… (hängt mit dem Hippocampus zusammen)

Ø  Wissensorganisation: Schematas: Netzwerk von allgemeinem Wissen,

basiert auf Erfahrung werden zur Bildung von mentalen Modellen verwendet z.B. Geschehen bei einer Hochzeit.


vs.

Ø  Prozedural (implizit): Priming (Bahnungseffekte), Fertigkeiten & Gewohnheiten, Konditionierung (motorisch&emotionale Reaktionen), Nicht-assoziatives Lernen (Habituation&Gewöhnung).
*Keine Erinnerungsintention, aber itemspezifisch z.B. Die erneute Verarbeiten eines spezifischen Stimulus X zeigt eine Auswirkung früherer Reizverarbeitung,

ohne dass eine Erinnerungsintention oder ein Erinnerungserleben vorliegt.

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Beispiel: Legt man den Probanden zuerst (subliminal) eine Wortliste vor und präsentiert ihnen danach Wortfragmente, so werden diejenigen Wortfragmente besser ergänzt, deren Wort sie vorher gesehen hatten.

Ø  Prozedurales Gedächtnis: Fertigkeiten laufen automatisch ab ohne Nachdenken (ohne Einschalten des Bewusstseins) z.B. Erwartungen, Verhaltensweisen, Gewohnheiten etc.) Dazu gehören vor allem auch motorische Abläufe (Fahrradfahren, Schwimmen, Tanzen, Skifahren, Autofahren, Klavierspielen etc.).

Ø  Konditionierung: assoziatives Lernen z.B. Klassische Konditionierung (siehe Iwan Pawlow) für Verhaltenstherapie oder Erziehung von Kindern.

Ø  Habituation&Sensitivierung: nicht assoziatives Lernen
Bei Konfrontation mit einem neuen Reiz
à Orientierungsreaktionen (automatische Reaktionen) die bei wiederholter Konfrontation über die Zeit hinweg immer geringer ausfallen.

Organismus erlernt die Eigenschaften eines einzelnen Reizes, indem er diesem Reiz wiederholt ausgesetzt wird.

*Habituation = Fähigkeit des ZNS, unwichtige Reize, die sich monoton wiederholen, zu erkennen und sie mit der Zeit zu ignorieren.

*Sensitivierung = Verstärkung der motorischen Reaktion auf einen harmlosen

sensorischen Reiz, nachdem ein einziger schädigender Reiz appliziert wurde.

 

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