Universität Augsburg
Lehrstuhl für Kunstgeschichte
PS: Sehen und Beschreiben lernen
Die Kunstdenkmäler der Reichsstadt Nürnberg
Dozentin: PD Dr. Dorothea Diemert
Referentin: Trang Luong
"Madonna mit
der Erbsenblüte"
·
Künstler:
Meister
der Heiligen Veronika (benannt nach seinem Hauptwerk "die Heiligen
Veronika" (Alte Pinakothek, München)), eines Kölner Malers um 1400
·
Entstehungsjahr:
um
1410, zu Gotik
Gemälder
auf Holz, Maße : 54 x 36cm
Leihgabe
Wittelbacher Ausgleichsfonds
Aufstellungsort: im Nürnberger Germanischen Nationalmuseum
Grafiken wurden automatisiert entfernt
·
Kurzbeschreibung:
1. Struktur des
Bildes:
Mittelgrund: Maria in Halbfigur
(erkennbar durch Nimbus): länglich, ovales Gesicht mit rundlichen Wangen, hoher
Stirn, freigelegtem Haar, in langem rotem Gewand; Sanfte Neigung des Kopfes zu
dem Kind, das in ihrem linken Arm liegt. Der Blick der Mutter und des Kindes
trifft sich.
Erbsenblüte in ihrer
rechten Hand
Vordergrund: das Jesuskind, es
hebt in seiner rechten Hand eine Erbsenblüte zu seiner Mutter empor.
1.1. Farbliche
Behandlung des Bildes:
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- malerisches
Prinzip: zuerst die farbliche Modellierung und Abtönung, dann kommt die
Zeichnung bzw. die darauf gesetzte Pinselführung (z.B.: am Körper des Kindes
und dessen Windels, am Gesicht oder Hände von Madonna, die Zeichnung der
Erbsenblüte, der Gewandsäumung mit reinem Weiß,...)
1.2. Komposition von
Linien und Kurven:
- Gewandsaum als
Hauptträger der Linien -> Ausrichtung der Figur
- Verhältnis vom
Gewandfläche zum Saumfluss: schwingende Kurven des Gewandes, sockelhaft
angelegte Draperie, das in einem bestimmten Rhythmus mehrfach umgeschlagene
Innenfutter
- die Falten: mal mit
dunklen gelegten Linien, mal verschwimmend aus der Fläche heraus
- Verhätnis vom Kopf
zum Nimbus: Zirkelpunkt zur Anlage des Nimbus; dunkle Linie an Kinnrundung
-> Kreislinie des Nimbus
- schmale
Randpunzierung aus kleineren Kreisen
1.3. Stimmung des
Bildes:
- Mischung der
Zärtlichkeit, Anmut und Ernst
- die Wiedergabe der
Augenblicke: Mutter-Kind-Beziehung ; Haltung auf den Beter
- Streichelgestus am
Fuß des Kindes: Assoziation von Mütterlichkeit und Zärtlichkeit
- die sanfte Farbe
und das weiches Inkarnat -> starke innere Ruhe
2. Typus und
Ikonographie
- typologische
Merkmale des Bildes:
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·
die
Mutter hält mit linker Hand den linken Fuß des Kindes, in ihrer rechten Hand
ist eine Erbsenblüte; Sie berührt mit rechter Hand den rechten Fuß des Kindes
- Koppelung
verschiedener Bildtypen:
·
byzantinische
Kunst: Streichelgestus (Finger - Blumen - Fuß - Zipfel des Gewandes) ;
Halffigurenbilder bzw. Gnadenbilder
·
italienisch-toskanische
Tafelmalerei: Segnengestus (segnende Hand des Kindes mit der Blüte erhebt sich
zur Mutter)
- Bezug der Erbse zur
Marienikonographie bleibt unklar
- die aufgebrochene
Hülse in der Hand der Maria: Symbol der Mutterschaft, der mädchenhaft jungen
Frau
Literaturverzeichnis
Zehnder, Frank Günter:
Der Meister der Hl. Veronika. Wuppertal, Sankt Augustin, 1981
Peter Strieder, Germanisches Nationalmuseum,
Führer durch die Sammlungen, Nürnberg 1977
Lexikon der Christlichen Ikonographie, hrsg.
Engelbert Kirschbaum, 8 Bde 1968-1976 (4 Bde. Themen, 4 Bde Heilige)
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