Bildanalyse
Jacob van Ruisdael, Die Mühle von Wijk, um 1650, Öl auf Leinwand,
83 x 101cm, Rijksmuseum, Amsterdam
Auf dem Landschaftsbild "Die Mühle von Wijk" , das ein
Querformat hat, steht im rechten Bilddrittel eine Windmühle, welche der Hauptgegenstand
des Bildes ist.
Das untere Drittel des Bildes bildet ein Dorf, das an einen See
grenzt. Auf den oberen zwei Bilddrittel ist der Himmel, der von schweren Wolken
bedeckt wird, abgebildet.
Im Vordergrund des Bildes sieht man einen Zaun der das Dorf vor
den Fluten schützen soll. Dieser Zaun sieht jedoch schon sehr alt aus und ist
sehr unstabil da bereits einige Holzpfähle abgebrochen sind. Vor dem Zaun
(Richtung Betrachter) sind Büsche deren Zweige sich durch den Wind hin und her
wiegen. Am rechten Rand der Bildfläche laufen drei Frauen am Ufer entlang. Das
Ufer erstreckt sich über die zwei rechten Bilddrittel. Am linken Bildrand hat
ein Boot bereits die Segel gesetzt.
Das rechte und mittlere Bildrittel nimmt die Windmüshle ein. Man
sieht sie, im Gegensatz zu dem Rest der Landschaft, aus der
Froschperspektive.Die Windmühle sieht schon alt und unstabil aus. Um sie herum
wurden verschiedene Bäume und Büsche gepflanzt.
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Scheune kann man ein zerfallenes Gebäude erkennen.
Der Himmel ist mit dunklen Wolken bedeckt, was auf einen kommenden
Sturm hinweist. nur durch eine kleine Lücke in der Mitte der Wolken fallen ein
paar Sonnenstrahlen auf die Landschaft.
Das Bild ist in Erscheinungsfarbigkeit gemalt. Die Landschaft ist
eine präzise Schichtenmalerei mit transparenter Farberscheinung ohne erkennbaren
Pinselduktus, der Himmel mit erkennbarem Pinselduktus. Durch gebrochene Farben
ist das Bild dunkelgetrübt (=> gedämpftes Kolorit) und durch einzelne
Sonnenstrahlen (Beleuchtungslicht) entstehen Hell-Dunkel-Kontraste.
Die Bildbestimmenden Farben sind blau, grün und braun. Durch die
braun-grüne Landschaft entsteht eine Kalt-Warm-Kontrast zu den blauen-weißen
Wolken.
Das Bild hat eine Horizontlage. Die Mühle, das Segelschiff und der
Zaun bilden ein Dreieck. Außerdem wirkt es, als würden sich die Wolken zusammen
mit den Flügeln der Windmühle im Kreis drehen. Das Bild wirkt dadurch
dynamischer,die schweren Wolken sehen noch bedrohlicher aus und zerstören die
Harmonie, die mit dem Goldenen Schnitt erzeugt wird.
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Angst vor der Zukunft wird bei diesem Bild besonders gut sichtbar:
Das heraufziehende Unwetter wirkt bedrohlich, die letzten
Sonnenstrahlen sind kurz davor zu verschwinden. Es ist die Ruhe vor dem Sturm.
Auch der zerbrechliche Zaun kann keinen Schutz vor dem bevorstehenden Sturm
bieten. Der unstabile Zaun und das zerfallene Gebäude im Hintergrund erinnern
an die Vergänglichkeit der Dinge und sind somit typische Vanitas-Motive, die
auch in der (holländischen) Landschaftsmalerei auftauchen.
Die Mühle wird unrealistisch groß und aus einer anderen
Perspektive darestellt. Das verdeutlicht, dass die Mühle, die das Dorf vor dem
Unwetter schützen soll, ein Symbol für die Sicherheit und den Erfolg ist.
Jedoch kann sie gegen die schweren Wolken, die sie zu umkreisen scheinen,
nichts ausrichten.
Jacob van Ruisdael vereint auf diesem Bild Erde, Wasser und
Himmel. Normalerweise werden bei Landschaftsbildern nur ein, höchstens zwei
Elemente gezeigt.
Der See und die flache Landschaft stehen wahrscheinlich für
Holland. Die Wolken könnten eine andere Großmacht des 17. Jahrhunderts
symbolisieren, die versucht die Niederlande von ihrem Platz zu verdrängen.
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Die Mühle könnte für das holländische Volk stehen, denn sie ist
das Symbol des Dorfes und da im Dorf nur das einfache Volk wohnt, würde das
diese Theorie unterstützen.
Doch weil die Kirche neben der Mühle steht könnte es auch
bedeuten, dass die Kirche dem Volk halt gibt. Da man auch in der Komposition
ein Dreieck erkennt, kann man diese Schlussfolgerung besser nachvollziehen.
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