Bewegungslehre I
Geschichte:
·
Philosophie, Medizin: Platon, Aristoteles(Welt-
und Individualschule)
·
Anatomie, Physiologie: Da Vinci(anatomische
Skizzen)
·
Neurophysiologie: Galvani(Kontraktion durch
funken -> Frosch)
·
Biomechanik: Newton(Naturwissenschaft), Muybridge(Fotographie)
·
Ganzheitstheorie: Bernstein(Ausschalten von
Freiheitsgraden)
·
Sportpädagogik: Gutsmuths(pädagogische
Gymnastik)
Definitionen:
Bewegungswissenschaft
Teildisziplin der
Sportwissenschaft
grundlagen- und anwendungsorientiert
Außen und Innensicht
von Bewegungen im Sport
Bewegung:
·
Bewegung(allgemein): Veränderung
einen Objekts, einer Erscheinung oder eines Zustandesbezüglich der zeit
·
Bewegung(physikalisch):
Ortsveränderung eines Körpers mit fortschreitender Zeit.
·
Organische Bewegung(biologisch Mechanischer Ansatz): Eine Bewegung ist ein aktives
Verhalten des Organismus, in dessen Verlauf der Körper durch zweckbestimmte
Aktionen von einer Ausgangsstellung, -lage, oder -bewegung in eine
Zielstellung, -lage oder -bewegung gelangt.
Menschliche Bewegung:
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·
Arbeitsbewegung: Bew.
im Arbeitsbereich(sägen, schlagen, schieben, stoßen)
·
Ausdrucks- und Künstlerische Bewegung: Bew. Mit Informationswert im nonverbalen Kommunikationsprozess(Gestik,
mimische Bewegungen)
·
Sportliche Bewegungen: Bew. aus dem Bedienungsfeld des Sports(sprinten, Weitsprung,
kugelstoßen)
Bewusstheit der Bewegung
·
Willkürbewegung:
Eine Willkürbew. Ist eine spontane oder auf eine Wahrnehmung hin willentlich
oder bewusst ausgeführte Bewegung(Anlauf und Abschuss eines 11-m-Strafstoßes)
·
Unwillkürliche Bewegung(unwillkürlicher Reaktion bzw. bedingter Reflex): Unbewusst durch
Sinnesmeldung ausgelöste motorische Reaktion, die oft in Folge von Lern- bzw. Gewöhnungsprozessen
auftritt.(Reaktionsbewegung des Torwarts auf ein Täuschungsmanöver des
11m-Schützen)
·
Reflex:
angeborene Reaktion auf eine Sinnesreizung(Schutzreflex)
Bewegungsanalyse(BWA):
Bewegungsanalyse zerlegt sportliche
Bewegung in Bestandteile und untersucht deren Beziehungen. In Abhängigkeit von
der Zielstellung oder der zugrunde liegenden wissentschaftlichen Disziplin
können höchst unterschiedliche Arten von Bewegungsanalysen durchgeführt werden.
1.
Physikalisch Biomechanische BWA
2.
Morphologische BWA
3.
Funktionale BWA
4.
Funktionsorientierte BWA(Trainingswissenschaft)
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Biomechanik:
Die Biomechanik des Sports ist die
wissenschaftliche Disziplin, die die sportliche Bewegung unter Verwendung von
Begriffen, Methoden und Gesetzmäßigkeiten der Mechanik beschreibt und erklärt.
(Ballreich 1988)
Die Untersuchungsziele der Biomechanik
des Sports werden nach Ballreich in 3 Kategorien unterteilt:
o
Anthropometrische Biomechanik -> Eignungsdiagnose
-> Leistungssteuerung
o
Leistungsbiomechanik -> Technikanalyse
-> Techniksteuerung ->
Technikoptimierung ->
Konditionsanalyse -> Konditionssteuerung
o
Präventive Biomechanik -> Belastungsanalyse
-> Belastungssteuerung
Biomechanische Merkmale:
o
Biokinematische Merkmale ->
Biokinematisch translatorische Merkmale (Länge)
->Biokinematisch rotatorische Merkmale(Winkel)
o
Zeitmerkmale
o
Biodynamische Merkmale ->Biodynymische
translatorische Merkmale(Masse)
->Biodynamisch
rotatorische Merkmale (Massenträgheitsmoment, DrehImpuls)
100 m-Lauf
Methoden der biomechanischen
Bewegungsanalyse:
·
Modellierung:
>
Mechanisch-theoretische Modellierung(z.B. Sust 1996):
-
Versuch die Realität Hilfe mechanischer(u.
physiologischer) Gesetzmäßigkeiten abzubilden (z.B. Zusammenhang Vertikaler
Impuls Hochsprung
-
Phasen der Mechanisch-theoretischen
Modellbildung:
o Modellbildung
o Modellüberprüfung
o Modellsimulation
>
Empirisch-statistische Modellierung(z.B. Ballreich 1980):
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-
Mechanische Überlegungen dienen zur Auswahl der
Bewegungsmerkmale.
-
Additive Einflussgrößen
·
Biomechanische Prinzipien(Olivier u. Rockmann 2003):
Die Biomechanischen Prinzipien ermöglichen sportartunspezifische
allgemeingültige Erkenntnisse über die biomechanische Zweckmäßigkeit
sportlicher Bewegungen.
Hilfe zur richtigen
Anwendung leistet die Bildung strukturverwandter Bewegungsabläufe. Man kann aus
biomechanischer Sicht eine Grobeinteilung aus 7 Gruppen vornehmen.
1.
Abwurf/Abdruck/Abstoß von starren
Wiederlager (Ziel A: max. Endgeschwindigkeit
(z.B. Absprung bei leichtathletischen Sprüngen); Ziel B: min. Zeitdauer (z.B.
gerader Boxschlag))
2.
Absprung/Abdruck/Abstoß von elastischen
Wiederlager (Ziel: max. Endgeschwindigkeit(z.B.
Absprung Federbrett im Turnen oder Wasserspringen))
3.
Drehen im Freien Flug (Ziel A: zeitliche Veränderung der Massenträgheitsmomente(z.B.
Salti, Schrauben) Ziel B:optimale Körperhaltung während oder am Ende einer
Flugphase(z.B. Skispringen))
4.
Drehen um feste und elastische Achsen (Ziel: optimale Energiezuführung und
-umwandlung(z.B. Reckturnen))
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6.
Vorder- und Hinterstütz mit anschließender
Flug oder Gleitphase bei zyklischen Bewegungen (Ziel:
max. Wirkungsgrad der Vortriebleistung bei min. Start-Ziel-Zeit (z.B. Schritte bei
leichtathletischen Läufen wie Hürdenlauf))
7.
Kontinuierlicher Antrieb durch Pedaltreten (Ziel: max. Wirkungsgrad der Vortriebleistung bei min.
Start-Ziel-Zeit (z.B. Straßen- und Bahnsport))
·
(Bio)mechanische Prinzipien(Hochmuth 1982):
1)
Prinzip der Anfangskraft:
Problem:
-
Physikalisch max. Kraftstoß
-
Physiologisch mögl. Kraftstoß
Ziel:
-
Hohe Endgeschwindigkeit
Lösung:
-
Ausholbewegung zur Erhöhung der
Anfangskraft(CMJ)
Squat-Jump(SJ):
Counter-Movement-Jump(CMJ):
2)
Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges:
Bsp. Weitsprung
3)
Prinzip der optimalen Tendenz im
Beschleunigungsverlauf:
Wegstrecke in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen
-> max. Beschleunigungskräfte zu Beginn des Beschleunigungsvorganges(z.B. Schlag
beim Boxen)
Um am Ende einer gegebenen Wegstrecke eine möglichst hohe
Geschwindigkeit zu erreichen -> max.Beschleunigungskräfte erst am
Ende des Beschleunigungsvorganges (z.B. Kugelstoß)
4)
Prinzip der zeitlichen Koordination von
Einzelimpulsen:
Ziel: Hohe Endgeschwindigkeit
Randbedingungen: mehrere (Körper-) Teilbewegungen;
Physikalisches
Problem: Zusammenspiel innerer und äußerer Kräfte und
Impulse
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