Betriebsorganisation
Betriebssoziologie - Lohnformen
Definition Betriebssoziologie:
Sie regelt das Zusammenleben der Menschen am Arbeitsplatz.
Lohnformen
Als Lohnform bezeichnet man
das Verfahren der Berechnung des Arbeitsentgeltes für eine bestimmte Arbeitsleistung,
bei gleicher Arbeitsschwierigkeit. Ein Entlohnungsverfahren muß so elastisch
sein, daß es Leistungsunterschiede zwangsläufig im Arbeitsentgelt
berücksichtigt, d.h. daß der Lohn mit zunehmender Leistung steigt, und mit
fallender sinkt. Soziale Komponenten bilden dabei eine Begrenzung nach unten (
Mindestlohn ). Man unterscheidet 2 Arten von Lohnformen, den Zeitlohn und den
Leistungslohn. Beim Leistungslohn wird in Akkordlohn und Prämienlohn
unterschieden.
Die Bezeichnung Leistungslohn
sollte nicht den Eindruck erwecken als ob beim Zeitlohn die Leistung nicht
Grundlage der Entlohnung sei. Man erwartet sich beim Zeitlohn eine bestimmte
Mindestleistung, die allerdings üblicherweise nicht direkt meßbar ist, oder vom
Arbeitnehmer nicht beeinflußt werden kann.
1) Zeitlohn
Beim Zeitlohn erfolgt die
Entlohnung nach der Dauer der Arbeitszeit, beim Arbeiter Stunden mal
Stundenlohn, beim Angestellten pauschal der Monatslohn.
Zwischen dem gezahlten Lohn
und der Leistung gibt es keine feste Beziehung. Beim Zeitlohn bestehen 2
Grundbeziehungen:
1) Der Lohn pro Zeiteinheit des Arbeitnehmers ist
konstant. D.h. der Gesamtverdienst ist unabhängig vom Leistungsgrad.
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Lohnkosten pro Stück verhalten sich umgekehrt proportional zur Leistung.
Anwendungsgebiete, Vor und
Nachteile
Der Zeitlohn bietet keinen
Leistungsanreiz. Er wird also dort eingesetzt wo überdurchschnittliche
Leistungen aus wirtschaftlichen Gründen nicht zweckmäßig sind.
Das trifft auf alle
Tätigkeiten zu, wo Sorgfalt und Qualität wichtiger sind als Quantität.
Weiters muß er dort
angewendet werden wo keine Möglichkeit besteht eine Leistung zu messen, bzw.
die Messung mit zu hohen Kosten verbunden wäre. Dies trifft auf dispositive
Tätigkeiten zu, und auf Tätigkeiten bei welchen unterschiedliche Verrichtungen
anfallen, bzw. diese Verrichtungen unregelmäßig ausgeführt werden. (
Büroarbeiten, Reparaturarbeiten, Transport, Hilfs- und Lagerarbeiten )
Zweckmäßig ist er auch dort, wo überhöhtes Arbeitstempo Gesundheitsschäden,
Unfälle oder Schäden an den Betriebsmitteln hervorrufen können. Der Nachteil
des Zeitlohnes daß er zu wenig motivierend wirkt, kann durch die Gewährung
einer Leistungszulage beseitigt werden, dies setzt allerdings voraus, daß die
Leistung des Arbeitnehmers bewertet werden kann.
2) Akkordlohn
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Der Akkordlohn ist eine
leistungsabhängige Lohnform: Er wird für ein Stück, ohne Beziehung auf die für
die Produktion benötigte Arbeitszeit bezahlt. Vergütet wird also das
mengenmäßige Ergebnis. Wesentliche Voraussetzung ist, daß die Verrichtung
akkordfähig ist, d.h. daß ihr Ablauf bereits im Voraus bekannt ist, und sowohl
zeitlich als auch mengenmäßig wiederholt werden kann. Man unterscheidet den
Zeitakkord und den Geldakkord.
Beim Zeitakkord geht man von
einer Vorgabezeit aus, wird diese unterschritten, so wird dies vergütet.
Die Vorgabezeit ermittelt man
durch Schätzung, oder mit Hilfe von Zeitstudien (REFA).
Der Akkordlohn ist heute an
eine garantierten Mindestlohn gebunden, der dem Arbeitnehmer auf jeden Fall
zusteht. Der Akkordlohn geht also in einen Zeitlohn über, wenn ein gewisses
Leistungsniveau unterschritten wird.
Der Akkordlohn besteht aus 2
Bestandteilen: Dem Garantierten Mindestlohn und dem Akkordzuschlag (zw. 15 und
25 Prozent).
Berechnung:
Zeitakkord,
Stundenverdienst = M*TS*GM
M;
Menge
TS;
Stückzeit
GM;
Geldfaktor pro Minute
Geldakkord,
Stundenverdienst = M*GE
GE;
Geldsatz pro Menge
Sonderform des Akkordlohnes
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Weitere Vorteile sind die
Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb der Gruppe, und eine gegenseitige
Motivation.
Nachteile: Die Harmonie
innerhalb der Gruppe muß gegeben sein, und das Verhältnis zwischen der Gruppe
und der Betriebsleitung muß ein positives sein.
Vor und Nachteile:
·
Anreiz zu einer höheren Leistung
·
Einfache Kalkulation für die
Kostenrechnung, da die Lohnkosten pro Stück konstant sind.
·
Die Nachteile liegen in der
Gefahr, daß das Arbeitstempo übersteigert wird, und dadurch die Qualität sinkt.
·
Außerdem steigt der Verschleiß an
Arbeitskraft und Betriebsmitteln.
·
Weniger Leistungsfähige
Mitarbeiter werden zumeist unzufrieden.
·
Die richtige Ermittlung der
Vorgabezeiten ist üblicherweise schwierig und Kostenintensiv.
Bsp. für den Geldakkord
Der Arbeiter erhält pro
erzeugtem Stück 2.50 ÖS und produziert 40 Stück pro Stunde.
Bsp. für den Zeitakkord
Der Arbeiter hat einen
Mindeststundenlohn von 60 ÖS, in einer Stunde produziert er 20 Stück.
Vorgegebene Zeit für ein
Stück sind 4 Minuten.
60/4 = 15 = + 5 Stück 60 +
1/3 60 = 80
Prämienlohn liegt vor, wenn
zu einem vereinbartem Grundlohn der nicht unter dem Tariflohn liegen darf
planmäßig ein zusätzliches Entgelt (Prämie) gewährt wird. Die Höhe dieser
Prämie muß objektiv und materiell Feststellbar sein, und auf einer Mehrleistung
beruhen.
Im Gegensatz zum Akkordlohn
kommt beim Prämienlohn die Vergütung für die Mehrleistung dem Arbeitnehmer
nicht in voller Höhe zugute.
Die Prämie muß aber nicht
unbedingt eine Folge einer quantitativen Mehrleistung sein. Man unterscheidet:
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·
Qualitätsprämien; Dabei werden die
Güteklassen, bzw. der Ausschuß berücksichtigt.
·
Ersparnisprämien;
Prämierungsgrundlage ist die Einsparung von Produktionsfaktoren.
·
Nutzungsprämie, Soll eine optimale
Ausnutzung der Betriebsmittel sicherstellen. Z.B. das reduzieren von
Wartezeiten, Leerlaufzeiten und Reparaturzeiten.
Arbeitszeitregelung
Die Gestaltung der
Arbeitszeit muß ein Kompromiß zwischen den Interessen des Betriebes und denen
der Arbeitskräfte sein. Der Betrieb muß bei der Festlegung der Arbeitszeit
berücksichtigen, daß jeder Mensch eine bestimmte physiologische
Belastbarkeitsstruktur aufweist. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden ,
die max. wöchentliche Arbeitszeit 48 Stunden. Die Verkürzung der
Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich bedingt, daß die gleiche Leistung in
kürzerer Zeit erbracht werden muß, was wiederum einen rationelleren
Arbeitseinsatz voraussetzt. Wird die Wochenarbeitszeit täglich im gleichem
Ausmaß gekürzt so konnte man feststellen, daß trotz dieser Verkürzung die gleiche,
ja sogar eine bessere Arbeitsleistung erbracht werden konnte. Die tägliche
Arbeitszeit von 10 Stunden darf nicht überschritten werden.
Verteilung der Arbeitszeit
auf den Arbeitstag
Der Mensch unterliegt einem
best. Arbeitsrhythmus.
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