Exilliteratur
Bertolt Brecht:
Schlechte Zeit für Lyrik (1939/41)
Bertolt Brecht schrieb das Gedicht “Schlechte Zeit für
Lyrik” 1939 in Dänemark, während des Nationalsozialismus in Deutschland. Er
versucht damit seinen inneren Konflikt in Bezug auf sein Exilleben und der
nationalsozialistischen Diktatur auszudrücken.
Bertolt Brecht (eigentlich: Eugen Berthold
Friedrich Brecht) wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg als ältester
von zwei Söhnen des Fabrikdirektor Berthold Brecht und dessen Frau Sophie geboren.
Sein Interesse für das Schreiben begann im Alter von sechzehn Jahren, als der
junge Brecht mehrere Texte in der “Augsburger Neusten Nachrichten” veröffentlichte.
Am 28. Februar 1933, einen Tag nach dem Reichstagbrand, flüchtet er nach Prag,
da er als bekennende Marxist einer der größten “Volksfeinde” der Nazis war.
1935 verlor er dann schließlich seine deutsche Staatsbürgerschaft, seine Bücher
wurden verbrannt und seine Theaterstücke durften nicht mehr weiterhin aufgeführt
werden. Von Prag zog er in die Schweiz, dann nach Paris und letztlich nach Dänemark.
In seiner dänischen “Zufluchtstätte” wird deutlich, das Brechts Zuflucht zwar
idyllisch, aber auch teilweise abgelegen war und es somit zu einer Isolation
seiner selbst führte und er sich nach Gesellschaft sehnte. Als der Krieg näher
kam und deutsche Truppen Dänemark besetzten flüchtete er nach Schweden, dann
nach Finnland und letztendlich nach Amerika.
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Flogen eines Herzinfarktes in Ostberlin.
Das Gedicht “ Schlechte Zeit für Lyrik” besteht aus fünf
Strophen und insgesamt 21 Versen. Es hat kein festes Versmaß, sowie keine
Reimform und unterschiedliche viele, lange Verse und ist dialektisch aufgebaut.
Der Gestus ist ziemlich nachdenklich, trübsinnig und teilweise spöttisch und
zwiespältig. Das lyrische Ich des Gedichtes wird schon in der zweiten Strophe
deutlich und im Vers 18-22 bestätigt sich die Vermutung letztendlich und ist
somit Bertolt Brecht, denn aus der Biografie kann man entnehmen, das Brecht die
selben Ansichten, wie die des lyrischen Ich teilt. Es wird auch deutlich das
das lyrische Ich eine wichtige Rolle in dem Gedicht einnimmt, da das Ganze mit
einem “Ich” beginnt und öfters auftaucht. Es werden auch immer wieder Pronomen
genannt wie zum Beispiel im Vers 16 “meinem” oder im Vers 17 “mir”, das diese
Aussage bekräftigt. Im fünfzehnten Vers bezeichnet Brecht sein Werk als ein
Lied, was ich meiner Meinung nach nicht bestätigen würde, da man vor allem in
der 5. Strophe sieht das es sich hierbei um ein kritisches und sehr politisches
Schreiben handelt.
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Anwendung des Metapher auf den Exilschriftsteller hin. Im Vers 9-10 ist durch
das Wort “Sehe” eine Anapher zu erkennen. Es sind außerdem viele Ellipsen
vorhanden.
Die erste von 6 Strophen besteht aus drei Versen und
stellt die These dar. Ohne eine Einleitung wird man in das Geschehen förmlich
eingeworfen. In seinen ersten Versen stellt er die Behauptung auf das nur ein
glücklicher Mensch beliebt sein kann, schön ist und gern gehört wird. Also im
Grunde genommen nur schöne und ästhetische Menschen angesagt sind. Durch diese
Strophe wird die Oberflächlichkeit der Menschen deutlich, da es so scheint, das
diese ihre Aufmerksamkeit nur den Glücklichen widmen und das Schlechte nicht
sehen oder nicht sehen wollen. Man kann vermuten das Brecht nicht zu dieser
Sorten von glücklichen Menschen gehört. Grund dafür sind die politischen Umstände
Deutschlands, die ihm nicht zulassen seine schönen harmonischen Gedichte zu
schreiben und er somit gezwungen und unglücklich ist über wenig schönere und
euphorische Dinge schreiben zu müssen. Durch diese Einschränkung des
herrschenden Nationalsozialismus ist Brecht einer der “Unglücklichen”. Mit “Ich
weiß doch” beginnt der erste Vers dieser Strophe und es klingt so, als würde
das lyrische Ich in diesem Augenblick auf einen “imaginären” Vorwurf antworten.
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Oberflächlichkeiten der Menschen in der ersten Strophe wird hiermit bestätigt,
sowie das Bild des Brechts. Denn er wird ebenfalls von den Menschen beschimpft
wegen seines kritischen und unschönem Schreibens, obwohl die Schuld bei der
politische Situation liegt, die ihm nicht zulässt seine harmonischen Gedichte
zu verfassen. Die “Vorübergehenden” im Vers sechs sollen die Personen
darstellen, die die Exilanten wie Abschaum behandeln und die nicht den wahren
Grund für die Lage der Exilanten sehen beziehungsweise sollen sie die Personen
darstellen die ganz oberflächlich den Baum die Schuld geben. Der Baum wird nämlich
auch beschimpft, anstatt der wirkliche Verursacher, der schlechte Boden. Im
letzten Vers seiner zweiten Strophe stimmt er den Beschuldigungen letztendlich
zu, denn durch diesen Umständen den sowohl Baum, als auch Brecht erliegen, sind
sie tatsächlich “Krüppel” und “Unglücklicher“. Es wird klar das das lyrische
Ich unter Selbstzweifel leiden muss.
Die aus sieben Zeilen bestehende dritte Strophe fängt
wieder mit harmonischen Wörter wie “grüne Boote” und “lustige Segel” an, jedoch
wird dieses Bild im 9. Vers durch den Widerspruch “Sehe ich nicht” zerstört. Im
10. Vers wird dann deutlich das Brecht zwischen all den wohlklingenden Bild die
harte Realität sieht, was er mit den Worten “der Fischer rissiges Garnnetzt”
deutlich macht.
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deutlich, das ihm klar ist, das er nur das Schlechte Beachtung schenkt und die
guten und schönen Dinge übersieht. Auch in den nächsten drei Versen stellt er
sich die Frage, wieso er all die schönen Dinge um sich herum nicht sieht und
nur die Missstände sehen kann wie das “vierzigjährige gekrümmte Häuslein”,
anstatt seine Aufmerksamkeit den jungen und schönen Mädchen zu widmen. Es
werden hier viele Antithesen dargestellt. Er will mit der Situation, das er nur
die schlechten Dinge sieht zeigen, das dies eine schlechte Zeit für die Lyrik
ist, da sich die schlechten Dingen auf sein Gedicht abfärben. Durch seine
Missachtung will er die Menschen dazu bringen die Realität ins Augen zu sehen
und nicht nur den schönen Dingen, wie in der ersten Strophe, die Glücklichen,
zu beachten.
In seiner vierte Strophe, die nur aus zwei Versen
besteht geht er auf sein Gedicht ein. Er sagt uns, das ein Reim in seinem
Gedicht sehr unwahrscheinlich wäre und nimmt gleich Stellung zu seinem
reimlosen Schreiben. Es wird auch deutlich gemacht, das es erst gar nicht möglich
ist für ihn einen schönen klangvollen Reim zu verfassen, da es wieder mal die
Umstände nicht zulassen. Er greift damit wieder auf das Thema zurück, das er
durch Deutschland eingeschränkt ist bei seiner Dichtung.
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