Bemerkungen zum Roman/Film
„Nikolaikirche“ von Erich Loest
Autor
Erich
Loest wurde am 24. Februar 1926 in Mittweida
geboren und gilt als einer der
bedeutendsten deutschen Schriftsteller
der Neuzeit.
Seine Werke waren kritisch gegenüber
der politischen Lage in der DDR, befassten sich mitunter mit den historischen
Persönlichkeiten Sachsens, außer den politischen Romanen schrieb er aber auch
Krimis.
Seit 1992 ist er ein Ehrenbürger
seiner Heimatstadt Mittweida und seit 1996 Leipzigs, wo er mittlerweile wohnt.
Die Technische Universität Chemnitz
verlieh Erich Loest, 2006 eine Ehrendoktorwürde, seit 1981 ist er Besitzer des
Hans – Fallada – Preises.
Kurze Zusammenfassung des Romans bzw.
Films
In
seinem dokumentarischen Roman Nikolaikirche und darauf basierenden Verfilmung beschreibt
Erich Loest Begebenheiten einer Familie in Leipzig und wiedergibt, darin die
alltäglichen Probleme und Konflikte der Menschen in der DDR, kurz vor der Wende.
Die Hauptakteure sind Tochter Astrid, sie arbeitet als Städteplanerin. Eines
Tages schlägt sie der vor, die sanitären Anlagen in Schulen zu erneuern, in
denen seit langer Zeit nichts getan wurde. Ihr Vorschlag wird jedoch
unverzüglich abgelehnt, da angeblich die finanziellen Möglichkeiten dazu fehlen.
Die andere Hauptfigur ist der Sascha, Bruder von Astrid er ist Offizier bei der
MfS, Ministerium für Staatssicherheit. Dort agiert er gegen Oppositionelle.
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Der
familiäre Konflikt ist vorgeplant.
Formale Aufbau des Romans/Films
Roman
beginnt mit einem Prolog wie üblich, darauf folgen 13 Kapitel. Diese sind in
einzelne Zeitabschnitte eingeteilt, die mit dem Monat und Jahr der Handlung
notiert sind.
Die
Komplexität der Handlung steigert sich deutlich im Verlauf des Romans durch die
Zunahme der unterschiedlichen Personen und den Beziehungen zwischen Ihnen.
Darlegung
der Handlung und der Gedanken der Figuren erfolgt durch einen neutralen „Er“
–Erzähler.
Die
mehrmalige Zentralisierung der Handlung auf die Universitätskirche als Ort der
friedlichen Revolution in diesem dokumentarischen Roman ersichtlich.
Roman/Film-Kernpunkte
Den Roman „Nikolaikirche“ beruht auf wahren
Begebenheiten und wurde im Jahr 1995 unter dem Regisseur Frank Beyer erfolgreich verfilmt.
Darin wird der
-
Konflikt innerhalb der Familie geschildert
Sascha Bacher (DDR-loyal)
hauptamtlicher Spitzel
möchte so wie der Vater sein (General)
konformes Handeln (bricht die Beziehung zur
Freundin/Umweltaktivistin ab)
Astrid
Protter (DDR-kritisch)
Architektin
Aktivistin der „„Friedensschwestern“
Umweltaktivistin
aus der Partei
ausgeschlossen
konträres Handeln (nicht
anwesend bei 1.Mai Parade, Teilnahme an der Montagsdemo )
Weiterhin
werden:
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2 Kirchengemeinden erwähnt die die friedliche Bewegung „mit Kerzen
und Gebeten“ unterstützen
Sprachliche
Mittel
Verwendung
von umgangssprachlich-volkstümlichen Sprachstill / Leipziger Sprache
Bsp. Friedensgesülze, Abbürsten
manchmal
auch vulgäre Ausdrücke
Bsp. Beschissen, popliger
Angestellter
Ideologische
Anspielungen
Bsp. Operation Opium = Marx- These „Religion als Opium des Volkes“
bissige
Ironie Loests
Bsp. In Gedanken von Bornowski
(Philosophie über Masturbation im Gefängnis, oder Verwechslung der Duftproben)
Schlussfolgerungen

Kritik
negatives
Bereits
am Anfang des Buches werden sehr viele Personen vorgestellt, somit fehlt es dem
Leser schwer die Übersicht nicht zu verlieren, der Sprachstill ist sehr grob.
positives
Sein
Roman ist doch realitätsnah, einfach zu lesen und spiegelt die wahren
Begebenheiten der Menschen in der DDR, ihre Konflikte miteinander, ihr
Zusammenleben und Zusammenhalten gegen die DDR-Diktatur.
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