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Begrünung: Die Erde am Acker halten .doc

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Faculty
Natural Science
Discipline
Biomedical Sciences
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University, School
Universität für Bodenkultur Wien - BOKU
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2010
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Begrünungen: Die Erde am Acker halten

Die lange anhaltende Regenperiode in den Monaten April und Mai dieses Jahres, mit teils intensiven Niederschlägen, führte neuerlich eine der wichtigsten Herausforderungen für den landwirtschaftlichen Bodenschutz vor Augen: die Wassererosion.

In Österreich sind etwa 25 % der Ackerflächen stark erosionsgefährdet. Neben der Niederschlagsintensität wird das Ausmaß der Erosionsneigung durch Bodeneigenschaften, topographische Gegebenheiten und Kulturart bedingt. Hohes Risiko besteht bei Reihenfrüchten auf schluffreichen Hanglagen, wie es auf den Maisschlägen im Weinviertel im heurigen Jahr deutlich zu beobachten war.

Für solche Situationen gilt es vorsorglich mit Managementmaßnahmen gegenzusteuern.


Effektiver Erosionsschutz durch Bedeckung der Bodenoberfläche mit Pflanzen oder Mulch.

Zwei Situationen könne auf anfälligen Standorten die Erosion auslösen: die Übersättigung des Bodenspeichers und das Überschreiten der Wasseraufnahmefähigkeit. Ersteres tritt häufig im Frühjahr auf, wenn der Boden nach den Winterniederschlägen voll ist und kein weiteres Wasser aufnehmen kann.

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Im zweiten Fall überschreitet die Intensität von Starkregenereignissen das Infiltrations­ver­mögen des Bodens auch wenn dieser noch nicht wassergesättigt ist. Mit dem abfließenden Wasser wird in Folge wertvoller Oberboden inklusive der darin gespeicherten Nährstoffe abtransportiert.

Dies führt nicht nur zu Schäden für die Öffentlichkeit, sondern kostet dem Landwirt den fruchtbarsten Teil seines Ackerbodens. Den Verlust von 1 cm Boden natürlich wieder auszugleichen braucht etwa 100 Jahre Bodenbildung!


Erosionsrille auf der Brache im Frühjahr. Zwischenfrucht (Phacelia-Mulch re., Winterwicke li.) schützt vor Oberflächenabfluss.

Die ÖPUL-Maßnahme „Begrünung von Ackerflächen“ ist für den vorbeugenden Erosionsschutz mehrfach wirksam. Das wichtigste ist die schützende Pflanzen- und Mulchdecke auf der Bodenoberfläche. Wie die Abbildung zeigt, erreicht man durch einen Deckungsgrad von etwa 50 % bereits eine Reduktion des Erosionsrisikos um 80 %.

Demnach sollte nach Möglichkeit eine rasch deckende Begrü­nung (Mischung mit Senf und/oder Buchweizen) mit der Maßnahme Mulch- bzw. Direktsaat kombiniert werden, um einen lang anhaltenden Schutz des Bodens zu gewährleisten. Die Pflan­­zen- oder Mulch­decke federt die be­son­­ders bei intensiven Nie­der­schlägen hohe Ener­gie der Regentropfen ab, der Boden kann nicht ver­­schlämmen und er­hält seine Wasseraufnahmefähigkeit.

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Eine intensive Durchwurzelung ist wesentlich für die Leistung der Begrünung

Neben der Oberflächenbedeckung wirkt die Begrünung auch über die Stabilisierung des Bodengefüges und die Verbesserung des Infiltrationsvermögens über die Ausbildung von schnell dränenden Bioporen.

Die Zufuhr organischer Masse belebt den Boden und fördert die Ausbildung eines Krümelgefüges mit etwa 20 % besser Aggregatstabilität. Auch die Poren des Bodens werden stabilisiert und die Gänge abgestorbener Grobwurzeln wirken als besonders gut leitende Kanäle.

Die Wirksamkeit einer Begrünung und möglichst langen Mulch­decke gegen Bodenerosion ist aus zahlreichen Versuchen und Praxis­erfahrungen eindeutig bewiesen. Es kann daher nicht oft genug betont werden, dass der Schutz der Bodenoberfläche vor „Wind und Wetter“ eine Investition in die landwirtschaftliche Produktivität ist: Wasser geht nicht oberflächlich verloren, der Boden ist vor Verdunstung geschützt, die fruchtbare Erde bleibt am Acker.

Jenseits der eigentlichen Förderung, fördert die Begrünung damit doppelt die nachhaltige Ertragsleitung des landwirtschaftlichen Betriebs.

 

 

 

Gernot Bodner


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