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Begriffsbestimmung: Elektronische Partizipation .doc

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Faculty
Environmental Science
Discipline
City and regional planning
Document category
Summary
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
Additional information
2011
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Begriffsbestimmung der Elektronischen Partizipation

E-Partizipation

Der Begriff E-Partizipation setzt sich aus den Begriffen „elektronisch“ und „Partizipation“ zusammen. E-Beteiligung steht immer noch am Anfang der Entwicklung. Obwohl der Begriff bereits zu Anfang des 21. Jahrhunderts aufkam, gibt es noch immer keine einheitliche Definition.

In der Definition von Ann Macintosh (2006) wird E-Partizipation beschrieben als “die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien, um die politische Beteiligung der Bürger zu erweitern und zu vertiefen.“ Nach der Website partizipation.at (April, 2011) umfasst E-Partizipation alle internetgestützten Verfahren, die eine Beteiligung von BürgerInnen am politischen Entscheidungsprozess zulassen.

Eine Zielsetzung von E-Partizipation ist es, den Bürgern durch Informations- und Kommunikationstechnologien die Möglichkeit zu geben, sich an Entscheidungsprozessen der Politik und der Demokratie zu beteiligen und damit der Politik durch die aktive Meinungsäußerung eine informierte Entscheidung zu ermöglichen. vgl. Scherer S, Wimmer M., Ventzkee (2007, S. 94)

 



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Abbildung 1: Vereinfachte Definition von E-Partizipation (Stiftung mitarbeit, April 2007)

 

 

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Das Konzept bezieht sich auf alle Medienkanäle und- formen, die auf Informations- und Kommunikationstechnologien zurückgreifen. vgl. e-demokratie.org (Mai, 2011)

Durch die schnelle Entwicklung des Internets Ende des 20. Jahrhunderts und der zunehmenden Internetnutzung entstanden auch neue Möglichkeiten der Bürgerbeteilung. Das Internet brachte im Bereich der Beteiligung nach Harth (1999, S. 83) viele Vorteile mit sich, wie zum Bespiel den Zugriff auf Informationen zu jeder Zeit und ohne räumliche Begrenzung. Im Vergleich zu öffentlichen Veranstaltungen kann auch ein größeres Publikum angesprochen werden.

Zudem melden sich Personen zu Wort, die Scheue zeigen vor einer größeren Zuhörerschaft zu sprechen.

Neben der technischen Dimension beschäftigt sich E-Partizipation auch mit der Frage, wie man mit Unterstützung interaktiver Kommunikation zu konkreten Ergebnissen kommen kann, um mehr Einfluss auf politische Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse zu gewinnen. Nach Wolf (2006, S. 21) ist die Transparenz eine Grundvoraussetzung für elektronische Beteiligung.

In weiterer Folge muss der Hintergrund für politische Entscheidungen bekannt sein. Gute E-Partizipation basiert wie klassische Beteiligung auf einer ausgewogenen Zusammensetzung von Information, Konsultation und Partizipation. vgl. e-demokratie.org (Mai, 2011)

 

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Formelle E-Partizipation

In formellen Planungsprozessen, beispielsweise in der Verkehrsplanung werden zunehmend formelle E-Partizipationsprozesse durchgeführt. Die BürgerInnen haben zu einem frühen Zeitpunkt über das Internet Zugang zu Planungsunterlagen, erhalten Kartenmaterialien und können ihre Stellungnahmen über eine spezielle Eingabemaske an die Verwaltung übermitteln.

Informelle E-Partizipation

Ein Beispiel für einen informellen elektronischen Beteiligungsprozess ist die partizipative Haushaltsplanung, bei der BürgerInnen nach ihrer Meinung befragt werden, auf welche Weise der städtische Haushalt im nächsten Jahr eingesetzt werden kann.

Einige Beispiele für E-Partizipationsangebote sind:

  • Mitsprachemöglichkeiten bei Bauvorhaben auf der Website einer Kommune
  • Diskussionen von Gesetzesvorhaben auf der Website eines Parlaments
  • Diskussionen über den Haushalt einer Kommune ("Bürgerhaushalt")
  • Internetgestützte Befragungen zu Planungsvorhaben
  • Formelle Beteiligungsverfahren zu Planungsprozessen (z.B. Bauleitplanung, Regionalplanung, Planfeststellungsverfahren vgl. partizipation.at (Mai 2011)


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Abbildung 2: Überblick der Begriffe (partizipation.at, Mai 2011)

Der Begriff der E-Partizipation wird häufig im Zusammenhang mit E-Government,
E-Administration, E-Demokratie und E-Voting verwenden. Um Missverständnisse und Verwechslungen schon im Voraus zu vermeiden werde ich diese Begriffe kurz erklären.

E-Government

 

E-Government ist kurz gefasst die elektronische Abwicklung der Geschäftsprozesse von Verwaltung und Regierung wie es nach bund.de (April, 2011) beschrieben wird. Dieser Begriff wird als Synonym für eine moderne und effiziente Verwaltung und Regierung verwendet.

Mit Unterstützung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sollen öffentliche Dienste und demokratische Prozesse verbessert werden und die Gestaltung und Durchführung politischer Ziele erleichtert werden. E-Government wird als Überbegriff für E-Administration und
E- Demokratie verwendet (siehe Abb.2). vgl. partizipation.at (Mai 2011)

E-Administration

 

Der Begriff E-Administration ist auch ein Unterbegriff des E-Government. Er bezeichnet die Umsetzung oder Vereinfachung von Prozessen der Information und Kommunikation zwischen staatlichen Institutionen einerseits, und Bürgern, Unternehmen oder staatlichen Institutionen andererseits. Dienstleistungsangebote der Verwaltung in elektronischer Form für BürgerInnen werden leicht zugänglich zur Verfügung gestellt.

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E-Demokratie

 

Der Begriff der elektronischen Demokratie charakterisiert nach Clift (2002, S. 57) die Verwendung von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) durch demokratische Akteure wie Regierungen, gewählte Volksvertreter, politische Parteien, Wähler oder Bürgerorganisationen.

Die neuen Formen der Informationsaufbereitung, Kommunikation und Interaktion können zu einer Stärkung der Demokratie genutzt werden. Dies geschieht beispielsweise durch mehr Transparenz der Entscheidungsträger, durch Diskussionsplattformen oder durch elektronische Abstimmungen. partizipation.at (Mai 2011)

E-Voting

Der Begriff E-Voting, Elektronische Wahlen oder auch Electronic Voting steht für die Wahlmethode, bei der die Stimmen der Wähler auf elektronischem Weg repräsentiert oder gesammelt werden. vgl. Ondrisek B. (2008, S.61) Neben vielen Vorteilen wie beispielsweise der Erhöhung der Wahlbeteiligung durch zusätzliche Wahlkanäle und Kostenersparnis, bringen Internetwahlen auch einige Risiken mit sich, die auf alle Fälle berücksichtigt werden sollten.

Beispielsweise sollte neben der eindeutigen Identifikation des Wählers bei der Registrierung, die vollkommen gesicherte Anonymität in der Stimmabgabe nicht beeinflusst werden. Weiters sollte der Administrator des E-Voting-Systems keine Möglichkeit haben diese Anonymitätsbestimmungen zu verletzen oder Stimmen zu manipulieren.

 

Web 2.0

Der Begriff „Web 2.0“ wurde durch Tim O’Reilly und John Battle geprägt.

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Aus diesem Grund ist auch der Begriff „Mitmach-Web“ sehr gebräuchlich. vgl. cdli:wiki (Mai 2011)

Auch wenn es keine einheitliche Definition gibt, tauchen immer wieder ähnliche Betrachtungsweisen auf. Ein bedeutender Aspekt ist die kommunikations- und benutzerfreundliche Gestaltung. vgl. Kantel (2007, S.1) Weiters wird in vielen Definitionen der Wandel von einem statischen Angebot zu einem dynamischen Gestaltungsmedium hervorgehoben. vgl. Algesheimer/Leitl (2007, S.94)

Madreiter M. (2008, S. 8) fasste Schlüsselprinzipien zur Charakterisierung von Anwendungen des Web 2.0 zusammen:

§  Partizipation der Nutzer und Bildung von Netzwerken (Open Source Software)

§  Offenheit von Quelltexten und Programmierschnittstellen

§  Weiterentwicklung bekannter Bausteine zu neuen Diensten und Services

§  Verwendung moderner Anwendung zur gemeinsamen Zielsetzung

Abbildung 3: Prinzipien des Web 2.0 (Angermeier M., 2005)

Einige Internet-Anwendungen die dem Begriff Web 2.0 zugeordnet werden:

  • Wiki: ist eine Ansammlung von Webseiten, die von Benutzern frei erstellt und überarbeitet werden kann. vgl. Orth R (2009)

  • Weblog: Ein Weblog wird oftmals als Tagebuch im Internet bezeichnet. Ein festgelegter Autorenkreis verfasst Einträge, die in chronologisch umgekehrter Reihenfolge aufgelistet werden. Der Leser kann Kommentare zu den Einträgen verfassen. vgl. Zerfaß, A., Boelter, D. (2005)

  • Podcast: bezeichnet das Veröffentlichen von Audio- und Videodateien im Internet. vgl. Gheogegan, M., Hlass, D. (2007)


  • soziale Netzwerke: stellen soziale Beziehungen im Internet dar. Sie ermöglichen es dem Nutzer ein Profil zu erstellen und Kontakte zu verwalten. Meist können sich die Mitglieder in Gruppen oder Communities untereinander austauschen. vgl. Koch, M., Richter, A., Schlosser A. (2007)

  • virtuelle Welt: dreidimensionale Plattform im Internet

  • Social-Bookmarks: Sie bieten dem Nutzer die Möglichkeit zur Speicherung und Kategorisierung von persönlichen Links.

  • Social News: Nachrichteneinreichung, -bewertung und -kommentierung durch Nutzer.

  • Media-Sharing-Plattformen: Interessierten Benutzern bieten die Plattformen die Möglichkeit ein Profil anzulegen, Mediendaten wie Fotos und Videos zu speichern und Inhalte anderer Nutzer zu konsumieren sowie zu bewerten.
    vgl. Stanoevska- Slabeva, K. (2008)

 


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