BAUWERKE DER KANALISATION
Sie
gewährleisten einen störungsfreien Abfluss und die
Belüftung, den Betrieb und die Erhaltung des Kanalsystems.
a) STRASSENABLÄUFE
Der Abstand
von Straßenabläufen beträgt max. 40 cm, führt das anfallende Oberflächenwasser
in den Kanal (Mischwasser- oder Regenwasserkanal) und hält mitgeschwemmte
Materialien vom Kanalnetz fern. Der Straßenablauf besteht aus Ortbeton oder
Fertigteilen mit einem eingesetzten Sandfang (Sohle 50 cm unter STOK) und wird
mit einem befahrbaren Einlaufgitter abgedeckt. Aufgrund der Belüftung vom
Kanalsystem sollte kein Geruchsverschluss eingebaut werden, die Ablaufrohre
sollten mind. als DN 150 und mit einem Gefälle von mind. 2% ausgeführt werden.
Die Einmündung in den Kanal erfolgt unmittelbar über das Kanalprofil oder über
einen Schacht.
b) SCHÄCHTE
Sie sind
dienen dem Kanalsystem als Be- und Entlüftung, Zugang für Kontrollen und
Reinigungen und Fluchtweg. Schächte werden bei Richtungs-, Querschnitts- und
Gefälleänderungen sowie bei Zusammenführungen von Kanälen angeordnet. Es sind
auch Zwischenschächte für Inspektionen bei begehbaren Kanälen erforderlich (DN ≤ 200 -> 150 m | DN >
200 -> 200 m Abstand). Der Schacht besteht aus dem Schachtdeckel, Einstieg,
Schachthals und der Kammer als Arbeitsraum für Inspektionen u.a. (nur wenn DN ≤ 1800).
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müssen zum Ausgleich von Setzungen beweglich angeschlossen werden. Bei DN ≤ 500 können in einem
Schacht Richtungsänderungen bis zu 90°, bei größeren Profilen von nur mehr max.
45° ausgeführt werden.
Bei Mischwasserkanälen muss ein Doppelschacht ausgeführt
werden, es darf keine Verbindung zueinander bestehen.
c) KANALEINMÜNDUNGEN UND VEREINIGUNGSBAUWERKE
Vereinigungen
erfolgen in einem Winkel ≤ 45° von Kanälen DN ≤ 500 können durch Abzweiger oberhalb von Schächten oder
direkt im Schacht durchgeführt werden. Der Anschluss kann bis max DN 500
rechtwinkelig, jedoch nicht über die Berme erfolgen. Die Sohlhöhe in
Seitenkanälen ist so anzuordnen, dass die Wasserstände bei Trockenwetterabfluss
gleich hoch sind.
d) ABSTURZBAUWERKE
Dienen der
Herabsetzung der Fließgeschwindigkeit, Überbrückung großer Höhenunterschiede
auf kurzer Strecke und der Kreuzung mit anderen Leitungen oder Bauwerken. Sie
werden meist mit Umsturz oder mit Schussrinne ausgeführt. Beim Absturz müssen
das obere und untere Ende zugänglich sein und bei nicht begehbaren Kanälen ist
noch eine Putzkammer erforderlich. Vor Absturzbauwerken mit Schussrinne wird
ein Einstiegsschacht benötigt.
e) KREUZUNGSBAUWERKE
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das nicht möglich ist muss das Hindernis mit einem Düker unterfahren werden.
Sie sind anfällig für Verstopfungen und erfordern einen erhöhten Aufwand an
Kosten.
Ein Düker
besteht aus dem Einlauf (Dükeroberhaupt), der Leitung (einzelne Dükerrohre) und
dem Auslauf (dem Dükerunterhaupt).
Das
Dükeroberhaupt besteht aus einer Kammer mit Einstieg, Überlaufschwellen zur
Wasserverteilung in die Rohre und einer Absperrvorrichtung.
Die
Dükerleitungen sollen – aufgrund der Ableitung von Sinkstoffen – in fallender
Richtung von 1:3 bis fast senkrecht und in steigender Richtung 1:6 oder flacher
geführt werden. Rohre sind meis aus Sphärenguss, Stahlbeton oder Kunststoff.
Das
Dükerunterhaupt besteht aus einer Kammer mit Einstieg, Zusammenführungen und
einer Absperrvorrichtung.
Bei der
Durchströmung entstehen Druckhöhenverluste. Die Sohlhöhen im Ein- und Auslauf
und die Leitungsquerschnitte sind so zu ändern, dass bei maximalen Abfluss kein
Rückstau und bei minimalen Abfluss keine Sedimentation auftritt. Bei schwankenden
Zuflüssen (Trocken- und Regenwetter) sind mind. 2 Dükerrohre erforderlich.
Düker werden hauptsächlich zur Unterquerung von Flüssen benötigt, bei
Mischwasser ist ein Mischwasserüberlaufbecken erforderlich. Abwasserdüker
müssen durch regelmäßige Spülungen gereinigt werden.
f) MISCHWASSERÜBERLÄUFE MÜ
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Wassermengen über die Überlaufschwelle in einen Entlastungkanal, der das
übergeströmte Wasser direkt in einen Vorfluter leitet. Der Mischwasserüberlauf
hat daher keine Speicher- bzw. Reinigungsfunktion sondern nur eine
Entlastungsfunktion.
Der
kritische Mischwasserabfluss ist eine wesentliche Größe zur Bemessung eines
Überlaufes. Diese Wassermenge ist jene Menge, bei der der Mischwasserüberlauf
gerade noch nicht seine Funktion ausführt und somit den gesamten Zufluss zur
Reinigungsanlage weiterleitet. Ein Mischwasserüberlauf sollte nur bei
kritischen Abflüssen von mehr als 50 l/s angeordnet werden.
g) MISCHWASSERÜBERLAUFBECKEN MÜB
Sie
speichern bei Starkregenereignissen das überschüssige Mischwasser, damit
verschmutztes Mischwasser nach dem Mischwasserüberlauf nicht direkt in einen
Vorfluter geleitet wird. Ist das Becken aufgefüllt, so setzen sich die
Feststoffe ab und nach Regenende wird der Beckeninhalt wieder in das Kanalnetz
gepumpt. Je nach Anordnung eines Überlaufbeckens kann in Fangbecken (FB) oder
Durchlaufbecken (DB) unterschieden werden.
(1)
FANGBECKEN
FB
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(2)
DURCHLAUFBECKEN
DB
Durchlaufbecken werden angeordnet, wenn über die gesamte
Regendauer eine gleichmäßige Verschmutzung besteht. Am Ende eines Überlaufbeckens
befindet sich ein Überlauf, der für eine zusätzliche Reinigungswirkung des
Wassers nützlich ist. Ein vor dem Becken befindlicher Beckenüberlauf tritt nur
bei extremen Zuflüssen in Tätigkeit. Er schützt das Becken vor hydraulischer
Überlastung.
(3)
STAURAUMKANÄLE
SK
Sie nützen das verfügbare
Kanalvolumen mithilfe eines Drosselschiebers am Ende des Kanales. Zur
Begrenzung des Rückstaues wird ein Überlauf (am Zulauf oder am Ablauf)
h) MISCHWASSERRÜCKHALTEBECKEN MRB
Sie werden
dann angeordnet, wenn bei einem starken Unwetter die anfallende Wassermenge
einerseits augrund mangelnder hydraulischer Kapazität nicht komplett abgeleitet
werden kann und andererseits nicht in einen Vorfluter geleitet werden darf. Das
Rückhaltebecken hat ausschließlich Speicherfunktion, allenfalls angeordnete
Notüberläufe sind nur für Regenkatastrophen.
i)
ABWASSERPUMPWERKE
Sie werden
als Einzelanlagen bei Gebäuden, die weit in den Untergrund reichen, zum
Anschluss tiefer liegender Gebiete, bei längeren Kanälen im flachen Gelände und
in Abwasserreinigungsanlagen verwendet.
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