Barock (1600-1720)
Begriffserklärung
Der Begriff Barock leitet sich aus dem portugiesischen barocco
ab, was ein Ausdruck für eine schiefrunde Perle seit dem 16. Jh. ist.
Seit dem 18. Jh. bedeutet baroque im
französischen so viel wie „absonderlich“, „schwülstig“ oder „lächerlich“.
Zunächst wurde der Name Barock abwertend
gebraucht: z.B. für übertriebene Erscheinungsformen im Leben und der Kunst.
Anfang des 19. Jh. wurde der Stilbegriff dann
schließlich ins Positive gewendet und anfangs des 20. Jh. zur Übertragung auf
die literarische Entwicklung zwischen Humanismus und Aufklärung zum
Epochenbegriff erweitert.
Historischer Hintergrund
Grund für den politischen,
wirtschaftlichen und kulturellen Verfall erlebte das Deutsche Reich
durch den Dreißigjährigen Krieg
(1618-1648). Ein Drittel des deutschen Volkes kam dabei um. So ist die „vanitas
mundi“ die Vergänglichkeit des irdischen eine prägende Erfahrung des
Dreißigjährigen Krieges geworden. Die Vergänglichkeit führte zu einer
Grundstimmung aus Todesangst und Lebenshunger, zu tiefer Frömmigkeit und
Erlösungssehnsucht.
Auch die Glaubensspaltung, die
Gegenreformation und die Abwehr der Türken vor Wien prägen die Epoche.
Beherrscht wird der Staat und die Kirche durch den Absolutismus (Staatstheorie
nach Machiavelli).
So griff die Einflussnahme des
Staates auf die Lebensbereiche:
Erziehung, Bildung, Wirtschaft und
Kirche.
Kunst
Der Vanitas-Gedanke des Barock
spielt auch in der Kunst eine große Rolle.
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Durch den Ausspruch des König
Salomo: „Vanitas vanitatum, et omnia vanitas“
(„Vergänglichkeit des Vergänglichen,
und alles ist vergänglich“) erhielt dieses Stillleben seinen Namen.
Architektur
Ab 1682 war das Schloss Versailles offizieller Sitz des
Hofes, der mehrere tausend Personen umfasste. Der berühmteste Raum im Schloss
ist der Spiegelsaal.
Der Hof von Versailles war das große Vorbild für alle
anderen Fürstenhöfe der Barock Zeit. Hier ist die Idee des
Gesamtkunstwerkes in allen Teilen verwirklicht:
Das Grundkonzept ist die Verherrlichung des Sonnenkönigs,
der den Staat verkörpert.
(L'État, c'est
moi! – Der Staat bin ich!)
Theoretische
Schrift
Martin Opitz brachte uns mit seinem „Buch von der
deutschen Poetry“. Die erste sprachlich-stilistische Ordnung für die
deutschsprachige Literatur.
Durch die „Reinlichkeit der deutschen Sprache, Verse und Reime“,
schaffte er die Entstehung von Sprachgesellschaften.
Die
Barockdichtung
In der Renaissance wurden die
Dichtungen vorwiegend in Lateinisch geschrieben, im Barock wurden sie
allmählich von der Deutschen Sprache abgelöst.
Die Barockdichter hielten sich auch meist an die Vorgaben, denn der Leser erwartete
von ihm, dass das Werk einer bestimmten Gattung den Vorgaben entsprach, nur
selten wurden bestimmte Vorgaben ein wenig abgeändert.
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Zum Beispiel:
Diesseits
Jenseits
Wohlstand
Armut
Gesundheit
Krankheit (..)
Lyrik im Barock
Das Sonett bestehend aus 14 Zeilen
ist eine Lyrikform, sie lässt sich in zwei Quartette und in zwei Terzette
unterteilen. Die Versform der Sonette ist der Alexandriner (6 Hebungen).
In Andreas Gryphius' bekanntestes
Sonett „Thränen des Vaterlandes Anno 1636“
steht wieder einmal die Vanitas
(Vergänglichkeit) und das Leid der Welt im Mittelpunkt.
Das Sonett beschreibt den
Schrecken des Dreißigjährigen Kriege und die Qualen und Plagen der Menschen.
Die Prosa im Barock
Die Prosa im Barock hatte eine
Vielzahl an Formen es waren vor allem:
nichtfiktionale Literatur:
Reisebeschreibungen, Predigten, ..
bestehende literarische Formen:
Roman, Sprüche, ..
Literarische Formen: Emblem,
Epigramm, Jesuitendrama, Schäferdichtung, Kirchenlied
Thränen des Vaterlandes - Andreas Gryphius
Wir
sind doch nunmehr gantz / ja mehr denn gantz verheeret!
Der frechen Völcker Schaar / die rasende Posaun
Das vom Blutt fette Schwerdt / die donnernde Carthaun /
Hat aller Schweiß / und Fleiß / und Vorrath auffgezehret.
Die
Türme stehn in Glutt / die Kirch ist umgekehret.
Das Rathauß ligt im Grauß / die Starcken sind zerhaun /
Die Jungfern sind geschänd't / und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer / Pest und Tod / der Hertz und Geist durchfähret.
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Doch
schweig ich noch von dem / was ärger als der Tod /
Was grimmer denn die Pest / und Glutt und Hungersnoth /
Das auch der Seelen Schatz / so vilen abgezwungen.
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