Balázs, Bela: Zur
Kunstphilosophie des Films (1938):
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Möchte
Entstehung neuer Kunst des Films erklären, abgegrenzt von Versuchen neue Formen
künstlerischen Ausdrucks aus Technik Kinokamera selbst abzuleiten (sei
vulgär-materialistisch)
-
Historische
Begründung: Filmkunst erstmals in Amerika, zehn Jahre nach Entwicklung
kinematographischen Apparats in Frankreich (trotz längst Filmindustrie)
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Motive
für Auslösung wesenstypischer Ausdrucksmethoden der Filmkunst dort zu suchen wo
sie entstanden: in amerikanischer Bourgeoisie
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Im
Vorgehen also anders wie Arnheim
Zur
frühen Kinematographie
-
Zu
der Zeit: auch Industrialisierung geistiger Konsumtionsmittel à
Erfindung Kinematographs ursprünglich zur Industrialisierung der
Schauspielkunst
-
Kinematographie
≠ Filmkunst; stattdessen Fotoreportage, Jahrmarktssensation, durch
Vervielfältigung der Kunstform Theater fotografiertes Theater Zaubereffekte bei Jahrmarktsfilm Attraktion nicht künstl. Ausdruck
-
1.
Spezifikum entwickelt dennoch in ersten Jahren: Fotografie von Freilichttheater
Darstellung von im Theater schwierigen/unmöglichen Szenen, aus techn., nicht
etw. künst.
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altes Theater
-
Aber:
spezifisch filmisch nur das Milieu, noch nicht neue spezifische Ausdrucksform
Filmkunst
obwohl mit Filmgroteske sogar eigener spezifischer Stil u Genre, das besondere
Bedingungen der Übergangsform, stummheit, notwendigkeit v pantomine
auszeichnet.
Genre hörte mit Sprechfilm auf
Film
als Kunst
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Wodurch wurde Film zu besonderer, vom Theater wesentlich verschd.
Darstellungsmethode?
Warum einmal schöpferisch einmal nur Repru.
Selbst neue motive u techn tricks ändern darstellungsmethode bzw formale
prinzip nich
-
Zur
Abgrenzung vom Theater und Bildung eigener Kunstform Änderung formaler
Prinzipien des Theaters notwendig:
- räumliche Totalität (ein und die selbe Szene in ein und demselben Plan)
- Unveränderliche bestimmte Distanz (innerhalb einer Szene)
- Konstante Einstellung (Zuschauer immer gleiche sicht.gleiche
Perspektive/Winkel in einer Szene)
-
Filmkunst
beginnt mit Umwerfen dieser Grundprinzipien theatralischer Gestaltung; neue
Gestaltungsmethoden also: Innerhalb der Szene wechselnde Pläne, Distanzen und
Einstellungen + Montage als Zusammenstellung Detailbilder zu Gesamtszene
Bedeutung
und Funktion der Formen
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Grundprinzip; Kunstwerk in sich geschlossene Totalität/Mikrokosmos mit eign
Gesetzen. Selbst als Darstellung der Wirkichkeit innerer Rahmen à
Distanz im Bewusstsein des Zuschauers, Eindringen unmöglich, nur hineinschauen
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à
beim film sehen nicht nur von außen, sondern von innen möglich. Also vollkommen
andere Beziehung des Zuschauers zum Film als zu anderen Künsten;
Grund: vorkapitalistische Ideologien der anderen Künste
-
zur
räumliche und zeitliche Einheit : existiert trotz Auflösung Szene in
Einzelelemente durch Kamerabewegung zumindest in guten filmen. Totale muss
eigtl kein einziges mal gezeigt werden. Wird erreicht indem jedes Detail des
Kaders (Einzelbild) hinüber weist in anderes Kader . es herrscht eine
kontinuität der bewegung vor, sie setzt sich im nächsten kader fort. (z.B.
durch Blicke und Gebärden, hinüber gesprochenes wort)
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Eindruck
wirklicher Gleichzeitigkeit wird möglich durch Zerlegung von
Gesamtszenen in parallel laufende Nebenhandlungen. Im theater nur begrenzt:
wenn eine gruppe spielt, muss andere schweigen. Bei film einfache ausblendung
von ablenkendem möglich.<
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drückt innere haltung aus
alles was das Gefühl einer Person in die andere hineinsieht, holt die Kamera
durch subjektive einstellung heruas was person hässlich findet erscheint
hässlich à
Bilder bekommen physiognomischen Ausdruck
Lässt auch Gefühle des Künstlers selbst hindurch dringen alle Kader
dokumentieren zusammen optisch automatisch Persönlichkeit des Regisseurs ,
sowie alle gemälde eines malers à
Persönlicher Stil im Bildmaterial
- möglichkeiten die Einstellungen so bieten ließen expressionismus in den film
kommen und somit die steigerung dieser neuen ausdrucksmöglichkeiten durch die
physiognomie. Ausloten der inneren wirklichkeit durch expressionismus steigerte
die audrucksfähigkeit des films in hohem grade.
-
Verbundene Einstellungen
können als Gleichnis wirken, z.b. großaufnahme eines wirklichen Vorgangs :
Metapher/Gedankenassoziationen entstehen als Ausdrucksmittel realistischer
Kunst.
Bildverbindungen, die ohne realen Sinn auf dahinter Steckendes deuten
allerdings keine Kunst sondern nur Bilderrätsel oder abhandlung in Hieroglyphen
und damit rückschrittlich. (subjektive) Kritik z.b. an surrealistischem film
Historische
Hintergründe und Bedeutungen
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Alle
anderen Künste aus vorkapitalistischer Zeit und geprägt von Überresten
entsprechender Ideologien kunsthistorischer Bildungstendenzen europäischer
Vorkriegsbourgeoisie: romantische Einstellung zur kunst, ewige gesetze à
nicht geeignete Basis für vollkommen neue, hundertprozentig nur bürgerliche,
monopolkapitalistisch industrialisierte Kunst (S. 206)
-
In
Amerika weniger umzuwerfen, Ideologie der Bourgeoisie nicht durch
vorkapitalistische Traditionen geprägt. à günstigere Bedingungen
-
à
Äußerung monopolkapitalistischer Ideologie in neuen spezifischen Formen und
Gestaltungsmethoden
-
Auch
Fähigkeit des Menschen Filme zu begreifen hat sich verändert à
Entwicklung optischer Kultur , gelernt anders zu sehenà
Frühe Filme im Nachhinein ungeschickt
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Der
erste für Balázs der Filmkunst erschuf ist D. W. Griffith. Amerikanischer
Regisseur, Schauspieler u Filmproduzent. Drehte mehr als 450 Filme u gilt als
Begründer des Erzählkinos.
bei ihm fällt auf: auch inhaltlich revolutionär, Widerspiegelung des
Zeitgeists, z.B. Kapitalismuskritik; dabei keine Einzelerscheinung,
z.B. Charlie Chaplin: zeigt wie Menschlichkeit in der Welt des bürgerlichen
Kapitalismus zu leiden hat
selbe Tendenzen in amerikanischer Literatur der Zeit
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