Zudem hat sich
das Bild der Erziehung der Kinder zwar in den 60er Jahren geändert, doch
standen die Kriegskinder bei der Erziehung ihrer eigenen Kinder zwischen den
Modellen der neuen antiautoritären Erziehung, der Erziehung der Eltern und der
Erfahrungen des Kontroll-Lochs. Die Verwirrung über die Erziehung der eigenen
Kinder war somit geknüpft an die durch den Krieg hervorgerufenen Ambivalenzen.
Aber der Krieg
hatte nicht nur einen direkten Einfluss auf die Familie.
„Der Krieg bedeutet für die Kinder wenig, solange er
nur ihre körperliche Sicherzeit bedroht, ihre Lebensbedingungen verschlechtert
und ihre Rationen kürzt. Er gewinnt erst einschneidende Bedeutung, wenn er den
Familienverband auflöst und damit die ersten Gefühlsbindungen der Kinder an
ihre Angehörigen erschüttert.“
Die Veränderung
der Rollenkonstellationen, die Erziehung und gerade die einschneidenden
Veränderungen in der Familienkonstellation hatten traumatische Erlebnisse und
Ambivalenzen zufolge mit denen die Kriegskinder umgehen mussten.
Die erlittenen
Kriegserfahrungen der Eltern und die damit einhergehende Gefühllosigkeit und
Kommunikationslosigkeit wurden an die Kriegskinder weitergegeben und wirkten
sich zusammen mit den eigenen Ambivalenzerfahrungen auf den Umgang mit
Beziehungen, mit Nähe und Distanz und daher auch auf die Familienbeziehungen
und Familiengestaltung der Kriegskinder aus.
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Die Auswirkungen
des Krieges dringen somit ganz unbewusst in die Familiengestaltung und damit
auch in die Rollenverteilung und Erziehung ein. Trotzdem ist nicht klar zu
zeigen, auf welche Weise die Kriegserfahrungen den Umgang mit
Familienbeziehungen bestimmen.
Zudem müssen auch das Elternhaus, das
Bildungsniveau und der soziale Status der Eltern, sowie Kriegserfahrungen der
Eltern wie Flucht und Vertreibung und Abwesenheit des Mannes, berücksichtigt
werden, da diese Aspekte die Erziehung und Bildung der Kriegskinder
beeinflussen und damit auch Folgen für die Erziehung der Kinder der
Kriegskinder und für die Familiengestaltung der Kriegskinder haben.
Somit ist
festzustellen, dass der Krieg zum einen direkt auf die Institution der Familie
wirkte, aber besonders indirekt über die transgenerationelle Weitergabe von
traumatischen Erfahrungen des Krieges wirkte und so den Umgang mit Beziehungen
und daher auch den Umgang mit Familienbeziehungen beeinflusste.
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