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Ausgewählte Bereiche der Sozialisation im Kindesalter .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Educational Science / Pedagogy
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University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2009
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Ausgewählte Bereiche der Sozialisation im Kindesalter

Definitionen von Sozialisation

Dieter Geulen: „Sozialisation ist die Entwicklung der Persönlichkeit aufgrund ihrer Interaktion mit einer spezifischen materiellen und sozialen Umwelt“(Geulen 2005, S. 1409).

Für die Sozialisation sind Umweltbedingungen entscheidend, welche gesellschaftlich getragen sind. Man darf diesen Zusammenhang nicht deterministisch sehen, sondern als eine komplexe Wechselwirkung zwischen dem Subjekt und Umwelt, in welcher das Subjekt aktiv mitbeteiligt ist.

Sozialisation grenze sich ab vom metaphysischen, das heißt, dass die menschliche Person/das Individuum nicht im Metaphysischem wurzelt, was wiederum zu verstehen gibt, dass eine Person nicht unabhängig von Empirie ist.

Eine dritte Position ist jene, dass eine rigide Ablehnung gegenüber dem Ansatz einiger Entwicklungspsychologen, dass wesentliche Merkmale der Persönlichkeit schon vor der Geburt determiniert sind, herrscht (vgl. Geulen, S. 1409f.), wobei mir hier ein messbares Gegenargument ganz klar fehlt (im Sinne von Gallilei).

 

 

Nächste Definition (Giese, Hartmut):

Sozialisation ist ein Geschlechts- und milieuspezifisch variierender lebenslanger Prozess indem sich die Persönlichkeit entwickelt.

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1.      Primäre Sozialisation findet hauptsächlich in Kinder- und Familienspielgruppen statt.

2.      Sekundäre Sozialisation bezieht sich eher auf das Jugendalter, wobei in den unterschiedlichen Sozialisationsinstanzen das bereits Erlernte ergänzt oder verändert werden kann.

3.      Tertiäre Sozialisation bezieht sich auf die Erwachsenensozialisation.

Praktische Bereiche

Sprachliche Sozialisation

Der erste unserer ausgewählten Bereiche dreht sich um die sprachliche Sozialisation.

Spracherwerb:

Voraussetzungen für den Spracherwerb:

Körperliche Entwicklung: Anatomie des Stimmtrakts muss sich verändern um saubere Töne bilden zu können

Geistige Entwicklung: Kind muss Dinge zuerst erfassen um diese auch benennen zu können.
Dinge müssen zum Beispiel zuerst mit Blicken und Händen vermessen und verglichen werden, bevor Größenangaben wie zB.

Größer, kleiner… gemacht werden können.

Entwicklung des Kindes zum sozialen Wesen: Sprache verbindet die Menschen, so ist Sprache auch ein wichtiges Bindeglied zwischen Mutter u Kind.

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Ø  Beweis dafür sind sog.

e:12.0pt;line-height:150%;font-family: Wingdings">Wald- und Wolfskinder. Sie wuchsen ohne Sprachkontakt auf und waren emotional gestört und wichen den Blicken der anderen aus. Konnten vielfach ihre Gefühle nicht ausdrücken, also nicht weinen, kein Schamgefühl.

Ø  Eine 3jährige, die zB.

e:12.0pt;line-height:150%;font-family: Wingdings">In einen fremdsprachigen Kindergarten kommt, hat keine Problem sich zu verständigen oder die neue Sprache zu erlernen. Auch wenn sie anfangs noch in der falschen Sprache spricht, weiß sie doch schon wie man sich angemessen verhält.

Mutterspracherwerb kann nicht für sich allein betrachtet werden. Viele Entwicklungen finden zur gleichen Zeit statt und beeinflussen sich gegenseitig. Es ist besonders schwer die Sprache aus dem Gesamtkomplex der Entwicklung herauszuschälen.

Mittlerweile wurde herausgefunden, dass die individuellen Erfahrungen die Persönlichkeit und Sprache noch stärker prägen als die globalen Milieufaktoren.

Zum Beispiel sind in der Schule geknüpfte Freundschaften und Erfahrungen, die unabhängig von der eigenen Familie gemacht werden sehr prägend für den Sprachererwerb.

 

 

Schule als Sozialisationsinstanz

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Neben der Familie ist die Schule ein wichtiger Ort, in dem Sozialisationsprozesse stattfinden, da sie den Beginn und zentralen Teil einer zunehmenden Auslagerung von Sozialisationsaufgaben aus der Familie darstellt.

Bei Schuleintritt wird das Kind nur mit einer Lehrkraft konfrontiert. Die Zusammensetzung der Schulklasse ist zunächst rein organisatorisch bedingt, so kommt es zunächst zu keiner formellen Basis der Statusdifferenzierung, bis auf die Geschlechtliche.

Die Lehrkraft nimmt für den Schüler eine elternähnliche Rolle ein. So stehen beide Instanzen für

  • Überlegenheit,
  • Autorität, die sich beide auf die größere Erfahrungen der Erwachsenen begründen,
  • Polarität zwischen Erwachsenen- und Kinderrolle.

Die Lehrkraft stellt, genau wie die Eltern Aufgaben und hegt Erwartungen, jedoch kann diese, im Gegensatz zu den Eltern, die dem Streben nach Identifikation mit Liebe und Anerkennung begegnen, nicht auf die Gefühle und Bedürfnisse im gleichen Ausmaß eingehen als die Eltern, da er diese Rolle nur berufsbedingt übernimmt bzw. austauschbar ist.

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  • spezifischer orientiert als die Familie (nur die Rolle des Schülers)
  • universalistischer (große Anzahl an Schülern aus verschiedenen Elternhäuser).

 

Die von der Schule (oder der Lehrkraft) gestellten Aufgaben bewirken innerhalb der Schulklasse eine starke Differenzierung die in zwei Dimensionen geteilt werden können, das kognitive Erlernen von Informationen, also das Erwerben von technischen Fertigkeiten und Bezugssystemen die in der Regel auf einem höheren Abstraktionsniveau liegen als in der Familie erforderlich (geschriebene Sprache, mathematisches Denken) und das Erlernen von sozialen Verhaltensweisen (Respekt, Rücksichtnahme, Disziplin, Initiative, Führungsqualitäten, etc.).

Talcott Parsons erörterte in seinem Aufsatz „Schulklasse als soziales System“ zwei Funktionen des Schulsystems,

  • Funktion der Sozialisation
  • Funktion der Selektion oder Allokation.

Erstere wird gekennzeichnet als die Entwicklung von Bereitschaft und Fähigkeiten für die spätere Rollenerfüllung.

Es soll einerseits die Fähigkeit entwickelt werden eine spezifische Rolle in der Gesellschaft einzunehmen, etwa die Berufstätigkeit, also die Schaffung von Arbeitsvermögen. Anderseits soll das Bewusstsein einer „Rollenverantwortlichkeit“ geschaffen werden, sprich sich gemäß den Erwartungen der anderen angemessen zu verhalten.

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