Aus Bortz, Döring: Forschungsmethoden und Evaluation für
Human- und Sozialwissenschaften
Kapitel 1: Empirische Forschung im Überblick (S. 5 – 38)
Grundbegriffe
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Variable = Symbol für Menge der Ausprägungen eines Merkmals
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Moderatorvariable: verändert den Einfluss einer unabhängigen auf
die abhängige Variable
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Mediatorvariable: wirkt vermittelt über eine dritte Variable auf
die AV ein
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Kontrollvariable: Ausprägungen bei den Untersuchungsobjekten
erhoben
·
Störvariable: nicht beachtet, übersehen, in Untersuchung nicht
erfasst
Art der Merkmalsausprägung: Stetige (kontinuierlich) vs.
diskrete (diskontinuierliche) Variablen:
·
st.: in jedem beliebigen Intervall unendlich viele
Merkmalsausprägungen (z.B. Gewicht)
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d.: nur endlich viele Ausprägungen (z.B. Anzahl Geschwister...)
diskrete M.: dichtome vs. polytome Variablen:
·
d.: zwei Abstufungen
·
p.: mehrere Abstufungen
empirische Zugänglichkeit: manifeste vs. latente Variablen:
·
m.: direkt beobachtbar
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l.: liegt einer manifesten variable als hypothetisches Konstrukt
zugrunde, z.B. Intelligenz – erschlossen über manifeste V. Anzahl der gelösten
Testaufgaben
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Informationsgehalt eines Wenn-dann-Satzes: desto größer,
ja größer die Anzahl der Ereignisse, auf die er zutrifft.
Bei konjunktiven Erweiterungen
(und) des Wenn-Teils sinkt und bei disjunktiven Erweiterungen (oder) steigt der
Informationsgehalt. Bei konjunktiven Erweiterungen des Dann-Teils steigt, und
bei disjunkt. Erweiterungen sinkt der Informationsgehalt.
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Tautologien: haben keine potentiellen Falsifikatoren, sind
immer wahr
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Kontradiktionen: haben keine potentiellen Konfirmatoren,
immer falsch ->; wissenschaftlich wertlos
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Wissenschaftliche/ inhaltliche Hypothesen: verbale
Behauptungen über kausale oder nicht-kausale Beziehungen zwischen Variablen,
wird in statistische Hypothese transformiert (in quantitative Form gebracht),
bei statistischen Hypothesen ist interessierende Population mit
Populationsparametern Bezugspunkt
·
= Wahrscheinlichkeitsaussagen, lassen sich durch Nachweis
einzelner Gegenbeispiele nicht widerlegen (falsifizieren), Einzelfälle sind im
Wahrscheinlichkeitsmodell zugelassen, auch nicht verifizieren
·
monokausale Erklärungen: Variabilität der AV auf eine
Ursache (eine UV) zurückgeführt, multikausale Erklärungen: mehrere Wirkfaktoren
herangezogen
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Theorien: beschreiben Sachverhalte, erklären und sagen
vorher
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Deduktion: aus einer allgemeinen Theorie wird eine
spezielle Aussage abgeleitet -->; empirisch zu überprüfen
·
Induktion: von einer begrenzten Anzahl spezieller
Ereignisse wird auf Allgemeingültigkeit der Theorie geschlossen
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Verifikation = Nachweis der Gültigkeit einer Hypothese,
nicht möglich
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Falsifikationsprinzip: Eliminierung falscher bzw. schlecht
bewährter Aussagen
·
Korrespondenzproblem: Frage, inwieweit die in einer
Untersuchung eingesetzten Indikatoren das erfassen, was mit den theoriekonstituierenden
Konstrukten oder Begriffen gemeint ist
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Basissatzproblem: Frage, inwieweit Beobachtungsprotokolle
und Beschreibungen tatsächlich mit der Realität übereinstimmen
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Exhaustion: Theoriemodifikation, Wenn-Teil der Theorie
wird durch eine oder mehrere „Und-Komponenten“ erweitert, Geltungsbereich der
Theorie dadurch eingeschränkt
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Statistische Hypothese: Stets als statistisches
Hypothesenpaar formuliert (Alternativ- und Nullhypothese), Ho negiert Effekt
der H1
·
Irrtumswahrscheinlichkeit = bedingte W., dass empirisch
gefundenes Stichprobenergebnis zustande kommt, wenn in der Pop.
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Beta-Fehler-Wahrscheinlichkeit: wie gut lässt sich Ho mit
den in der Alternativhypothese formulierten Populationsverhältnissen
vereinbaren.
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Aggregatwert: Zusammenfassung der Individualwerte einer
Variable über eine Gruppe von Untersuchungspersonen bzw. Uobjekten hinweg
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Hypothese: bei induktiver Vorgehensweise das Resultat und
bei deduktiver Vorgehensweise der Ausgangspunkt einer empirischen Untersuchung
Unterscheidung empirische Forschung – Alltagserfahrung:
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Systematische Dokumentation -> Objektivität, Replikation, Transparenz
(vollständige Dokumentation von Untersuchungen)
-
Präzise Terminologie
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Statistische Analysen
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Interne vs. externe Validität: int.: Eindeutigkeit, mit der ein
Untersuchungsergebnis inhaltlich auf die Hypothese bezogen werden kann; ext.:
Generalisierbarkeit der Ergebnisse einer Untersuchung auf andere Personen,
Objekte, Situationen, Zeitpunkte
-
Umgang mit Theorien (kritische Auseinandersetzung etc.)
Kapitel 2: Von einer interessanten Fragestellung zur empirischen
Untersuchung (S. 39 – 84)
Themensuche:
Anlegen einer Ideensammlung, Replikation von Untersuchungen,
Mitarbeit an Forschungsprojekten, Intensive Fallstudien, Introspektion,
Sprichwörter, Funktionale Analogien (Übertragung auf bekannte Prinzipien oder
Mechanismen), Paradoxe Phänomene (unerklärlich, widersinnig), Analyse von
Faustregeln (z.B.
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Bewertung von Untersuchungsideen:
- Präzision der Problemformulierung: klare ,
eindeutige, gut definierte Begriffe
– Empirische Untersuchbarkeit: Arbeitsaufwand,
Zeitaufwand, Inhalt (religiöse, metaphysische Themen....)
– Wissenschaftliche Tragweite: unbrauchbar, wenn
keine praktische Bedeutung oder Forschung nicht bereichern, schon zu intensiv
erforscht
– Ethische Kriterien: physische oder psychische
Beeinträchtigung der Untersuchungsteilnehmer durch Vablauf, Missbrauch
personenbezogener Daten
- Güterabwägung: Wissenschaftlicher Fortschritt oder
Menschenwürde: VP in unangenehme Situationen gebracht
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Persönliche Verantwortung: VL moralisch verantwortlich
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Informationspflicht
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freiwillige Untersuchungsteilnahme
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Vermeidung psychischer oder körperlicher Beeinträchtigungen: 3
Arten: vermeidbare, unbeabsichtigte, beabsichtigte Beeinträchtigungen
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Anonymität der Ergebnisse
Untersuchungsplanung:
Wichtigster Abschnitt
– Literaturstudium:
vorläufige Untersuchungsidee in den bereits vorhandenen
Wissensstand einordnen, offene Fragen, widersprüchliche Befunde; Orientierung,
Vertiefung, Dokumentation (elektronische Literaturdatenbank)
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