Essay: Philosophische Propädeutik
Zum Thema: Die Theozidee
von G. W. Leibniz
Gehen
wir davon aus, dass Gott alles auf dieser Welt geschaffen hat, dass er der
alleinige Schöpfer ist und nichts auf dieser Welt ohne seine Erlaubnis
geschieht.
Trotzdem
gibt es auf dieser Welt aber mehr als genug „moralisches und physisches Übel.“ Lässt
man diese beiden Aussagen allerdings so neben einander stehen, würde das den
Schluss zulassen, dass Gott auch das Böse geschaffen hat.
Das
widerspricht sich allerdings wieder mit unserem Gottesbild, das eines von Güte,
Heiligkeit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ist. Wie könnte nämlich derselbe
Gott soviel Elend und Leid auf der Welt „erlauben“? (-> nichts geschieht
ohne seine Erlaubnis)
Man
könnte die Frage auch ausweiten und sagen: „Will Gott das Böse?“ Jeder gläubige
Christ würde hier natürlich sofort spontan antworten: „Natürlich nicht.“ Wenn
nun Gott aber alle Macht hat, und sein Wille gültig ist und geschehe, warum
gibt es dann das Böse. Nach vielen Schreckensmeldungen aus den Weltnachrichten
und noch mehr nach Schicksalsschlägen in meinem persönlichen Umkreis habe ich
mich immer wieder gefragt, und ich glaube, dass ich hier sicher nicht die
Einzige bin:
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Noch
nie hätte ich es allerdings gewagt „Gott zu unterstellen“, dass er das Böse
will. Leibniz führt in dieser Situation die Problematik des freien Willen an.
Wenn Gott alles Handeln der Menschen „korrigieren“ würde, so hätten die
Menschen keinen freien Willen.
Ohne
freien Willen wären wir Menschen nur „Marionetten im Puppentheater Gottes“.
Gott gab den Menschen den freien Willen aber nicht unbedacht, er kannte die
Folgen bereits. Er weiß im Vorhinein genau wie wir handeln und hat deshalb die
Welt so auf jeden einzelnen von uns so abgestimmt, dass der „Schaden den wir
mit unserem freien Willen anrichten“ so gering wie möglich bleibt. Die Welt
braucht eine Ursache, diese Ursache ist Gott. Sein vollkommenes Wissen hat es
möglich gemacht diese Welt als die „Bestmögliche“ zu erschaffen.
Wir
Menschen aber haben nicht genug Verstand um in dieser gottgeschaffenen Welt
immer die bestmögliche zu sehen. Unser Blick ist beschränkt, wir sehen die
Dinge meist nur von einem Blickwinkel. Außerdem sollten wir auch im Auge
behalten, dass die Welt meist nur so schlecht ist, wie man sie sieht.
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Gott
hat uns nämlich nicht nur den freien Willen gegeben und damit das Böse
„geduldet“ sondern er gibt uns auch Tag täglich die Chance Gutes zu tun und
anderen Menschen eine Freude zu machen.
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