Deutsch – Aufklärung
Siebzehnter Brief
Lessing leitet seinen Brief rhetorisch sehr geschickt
ein. Welche Wirkung will er damit erreichen?
- Provokativ
- Kritik
- ab 2. – 3. Absatz àIronie
- Zeile 21: direkte Kritik
- stellt sich selbst als der größte Kritiker dar
Welche Behauptungen stellt der Autor auf? Wie
begründet er diese?
- Gottsched verursachte Verschlimmerungen im Theater (Z. 6)
- Gottsched kann kein Französisch und orientiert sich am
franz. Theater (Z.14)
- wollte Schöpfer des neuen Theaters sein/ französierendes
Theater; nicht der deutschen Denkweise angemessen (Z.21)
- vertrieb alte dramatische Stückeà wollten jedoch in Trauerspielen mehr denken, als zu sehen
ist
- hätte auf Spur bleiben sollen à Übersetzungen hätten bessere Folgen
- Genie kann nur vom Genie entzündet werdenà man soll nichts kopieren
Worin sieht Lessing einen wesentlichen Unterschied
zwischen den Dramen Shakespeares und dem klassizistischem Drama der Franzosen?
- Franzosen sind der Denkweise des englischen Theaters nicht
angemessen
- Engländer erreicht den Zweck der Tragödie immer; Franzose
erreicht es fast immer.
Die Vorklassiker (1750-1770)
3 große Autoren
Klopstock
- Barock, Pietismus
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- Erneuerer d. Lyrik
Wieland
- Rokoko
- Erneuerer d. Epik
Lessing
- Renaissance und Aufklärung
- Erneuerer d. Dramas und der Kritik
Vereint werden diese 3 Richtungen im Klassizismus von Goethe
und Schiller, die den Rationalismus des Rokokos und der Aufklärung und des
Irrationalismus der Empfindsamkeit zu harmonischer Synthese vereinen und auf
allen 3 Dichtungsgebieten Bedeutendes geschaffen haben.
Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)
- Erhielt ausgezeichnete humanistische Bildung und studierte
Theologie
- Kurz Hauslehrer, dann Aufenthalt bei Johann Jakob Bodmer
in Schweiz
- Seine offene Begeisterung für Natur und Sport entfremdete
ihn seinen Gastgeber
- Folgte deshalb der Einladung des dänischen Königs
Friedrich V. nach Kopenhagen
- Blieb dort 19 Jahre
- Letzen Jahre verbrachte er in Hamburg als geachteter
Dichter
Oden:
- Damit wird er zum Begründer d. neuen Lyrik
- =feierliches Gedicht, erhaben in Stil und Gehalt
- Eigene Erlebnisse
- Freundschafts- , Liebes-, Naturoden, sowie religiöse und
vaterländische Oden
- Freundschaftsodenà
an seine Freunde gerichtet
Liebesoden: erste unglückliche Liebe Sophie (Fanny)
- Bekannteste: Frühlingsfeier, Der Zürchersee
Epos:
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Drama
- Hermannstrilogie: anzusiedeln zwischen dem Arminius
Dialog v. Ulrich v. Hutten und der Hermannsschlacht von Heinrich v.
Kleist
Bedeutung
- Begründer d. hohen deutschen Lyrik: strenge Form,
feierlicher, erhabener Stil
- Themen: Gott, Vaterland, Liebe, Freundschaft, Natur
- Erfüller d. Barock und d. Pietismus
- Überwindet einseitigen Rationalismus u. Empirismus d.
Aufklärung
- Spricht in echten Tönen das eigene Gott-, Welterlebnis
aus, für das der Pietismus Herzen und Gefühl geöffnet hat
- Werk will Begeisterung vermitteln
- Seine hohe Auffassung vom Beruf d. deutschen Dichters
vermittelt ihm Ansehen und Selbstbewusstsein
- Vorbild aller großen Hymniker deutscher Sprache
- Lehrt eigenes Erleben in eigener Form auszusprechen
Christoph Martin Wieland (1733-1813)
- 3 Entwicklungsstufen, die auch sein Werk bestimmen
- Religiöse Erziehung
- Seine ersten Werke entsprechen dem pietistisch
schwärmerischen Ton in der Dichtung
- 1760 wird er in Biberach Kanzleidirektor
- Verkehrt auf Schloss Warthausen bei Graf Stadion
- Schreibt buntschillernde Verserzählungen, die Grazie und
Zierlichkeit mit der leichten Frivolität und Sinnlichkeit der
Schäferpoesie vereinen
- Folgt 1769 seiner Berufung als Professor für
Philosophie nach Erfurt
- Schreibt staatspolitischen Roman
- Wird Prinzenerzieher in Weimar, das sich als deutsches Kulturzentrum
entwickelt
Werk
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Romane
- Mit seinen Romanen wurde er Begründer d. neueren deutschen
Romandichtung
- „Die Geschichte des Agathon“ (1766/67):
- autobiographisch
- zeigt Entwicklung eines jungen Mannes v. vernünftiger Weltklugheit
- Verstand ist alles, Gefühl ist nichts
- 1. Bildungs- u. Entwicklungsroman, auf der Linie des „Parzifals“ und des
„Simplicissimus“
- fortgesetzt in Goethe („Wilhelm Meister“) und Gottfried Keller („Der
grüne Heinrich)
- „Der goldene Spiegel oder die Könige von Scheschian“
(1772)
- staatspolitischer Roman
- Analyse d. verschiedenen Staatformen
- Absolute Monarchie unter einem aufgeklärten Monarchen ist die Beste,
wenn der Regent, die für seine Aufgabe bestmögliche Erziehung erfahren hat
- „Die Abderiten, eine sehr wahrscheinliche Geschichte“
(1774/80)
- komischer Roman
- stellt in witziger Form die Torheiten und das Spießbürgertum der
Kleinstädter bloß
- Gestalten in antikem Gewand, aber jeder weiß wer gemeint ist
- einzelne Geschichten werden aneinandergereiht, die in sich geschlossene,
anekdotenhafte Erzählungen sind.
Bedeutung
Höhepunkt d. höfischen, weltlichen, weltmännischen,
zierlich, verschnörkelten Rokokodichtung, Genialer Erzähler, Erneuerer d. dt.
Romans, Begründer einer neuen Epik
Bürgerliches Trauerspiel
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fürstlichen Absolutismus, gegen die Standesschranken und die damit verbundenen
Missstände. Man merkt die Gegenwartsnähe; der Handlungsgang und die
Personen sind realsitisch
Schauplatz ist der Mittelstand
„Empfindsamkeit“ wandelt sich zur Leidenschaft
Der Stand wird genau abgegrenzt, die Personen sind
Vertreter eines bestimmten Berufsstandes und ihrer sozialen Lage
entsprechend haben sie eine eigene Mentalität. Ständisches,
standesbedingtes Handeln wird zur Quelle der Tragik.
Erst jetzt wird „bürgerlich“ im gesellschaftskritischen,
sozialkritischen Sinn verstanden
Kritik am Adel steht im Vordergrund
Bürger wird zum Gegenstand der Kritik
Bei Wagners Kindermörderin wird die Tragik nicht
nur durch Standesunterschiede, sondern auch durch Zufall herbeigeführt
In Kabale und Liebe (Schiller) sind Kritik an der
Obrigkeit, an der Willkür des absolutistischen Fürsten und die
Standesschranken vereint
In der Goethezeit verfällt die Gattung zu einem
„Familiengemälde“. Traurige, tragische Schlüsse werden vermieden, eine
triviale, selbst zufriedene Schicht wird dargestellt.
Romantiker lehnen bürgerliches Trauerspiel ab
Im jungen Deutschland wird es wieder aufgenommen und
wandelt sich zum satirischen Zeitstück
Bei Hebbel im poetischen Realismus entsteht die Tragik aus
den strengen Vorschriften und Moralbestimmungen des Bürgertums
Im Naturalismus wird das bürgerliche Trauerspiel zum
sozialen Drama
Im Expressionismus entwickelt er sich zum Vertreter einer
erstarrten Gesellschaft oder zum Zerrbild eines Bürgers
Nur in den Dramen Schnitzlers hält sich das bürgerliche
Trauerspiel im eigentlichen Sinn: Frauen versuchen vergeblich die
Standesschranken zu durchbrechen
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