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Atheismus .doc

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Faculty
Social Science
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Theology
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University, School
BG/BRG Knittelfeld
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2004
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Atheismus

In der Antike:

Je weiter wir in die Vergangenheit zurückblicken, desto weniger Spuren des Atheismus finden wir. Es gab in alten Zeiten kaum Völker ohne Religionen. Aus den fernsten Jahrhunderten erzählen nur noch Skelettfunde; manchmal konnten sie durch ihre Grabbeigaben und Bestattungsform als menschliche Überreste identifiziert werden.

Der Mensch ist nämlich der einzige der seine Toten ehrt. Der Totenkult vergangener Jahrhunderte verkörpert den Glauben der Menschen über den Tod hinaus.

Die ersten Spuren fanden wir bei den Griechen, die das Wort Atheismus geprägt haben. Theòs heißt Gott und àtheos ist die Verneinung von Gott. Leute die den herrschenden Gottesglauben nicht teilen, wurden als Atheisten bezeichnet. Deshalb galten den Griechen bereits jene als Atheisten, die die Götter des Staatskultes nicht anerkannten.

Auch die frühen Christen mussten sich gegen diese Bezeichnung wehren, denn sie lehnten den römischen Stadtkult ab, besaßen keine Tempel, keine Opferaltäre und keine Götterbilder.

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Protagoras: „ Von den Göttern vermag ich nichts festzustellen, weder, dass es sie gibt, noch, dass es sie nicht gibt, noch, was sie für eine Gestalt haben; denn vieles hindert ein Wissen hierüber.

Wegen dieser Aussage wurde Protagoras als Atheist beschimpft.

Auch in Indien gab es vereinzelt atheistische Zweifel.

Mit dem Ende der Alten Welt verstummten die Zweifel mehr und mehr und so kam es, dass. während des gesamten christlichen Mittelalters sich kein Gotteszweifel, nicht bei Gelehrten, nicht im Volk regte.

Aufklärung und Atheismus:

Wenn in der Antike der Atheismus die Sache Einzelner war, so gewinnt er jetzt eine breitere Basis. Das naturwissenschaftliche Denken löste sich seit der Renaissance schrittweise vom christlichen Glauben und besann sich auf eigene Gesetzte. Die Wissenschaft braucht die „ Arbeitshypothese Gott“ nicht.

Schließlich lautete die Folgerung: Da die Wissenschaft Gott nicht feststellen kann, außerdem auch ohne ihn auskommt, existiert er nicht.

Weitere Einflüsse kamen hinzu: Die Reformation spaltete das Christentum; der Glaube verlor an Überzeugungskraft. Die anschließenden Religionskriege weckten den Toleranzgedanken, der schließlich zur politischen Notwenigkeit wurde.

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Doch blieb es nicht beim Toleranzgedanken. Im 17. und 18. Jahrhundert vermengte sich der christliche Glaube immer wieder mit den drückenden Ansprüchen absolutistischer Fürsten.

Als Herrscher von Gottes Gnaden führten sie auf kosten des Volkes ein rauschendes leben und belasten damit den Gottesglauben. Schließlich entluden sich Empörungen und Wut in der Französischen Revolution: Die „ Religion der Vernunft“ sollte das Christentum ablösen.

Fragen, die der frühe Atheismus aufgeworfen hat, sind immer noch Fragen. Auch gläubige Menschen stellen sie. Glauben heißt hier, die Wucht der Fragen aushalten, ihre Last nicht abschütteln, tiefer nachdenken, Vertrauen mit Geduld verbinden, mit Hoffnung unterwegs bleiben.

Gott ist tot und wir haben ihn getötet

 

Als mit Charles Darwin in seinem Buch über die Entstehung der Arten, die Schöpfung gegen die Entwicklung austauschten, glaubten viele, damit sei das Ende des biblischen Weltbildes gekommen.

Friedrich Nietzsche versuchte diesen Naturforschern und Atheisten die Augen zu öffnen. Die Menschen haben gar nicht verstanden, welche neue Zeit mit dem Atheismus gekommen ist.

Er verkündet die lange Folge von Zerstörung, Untergang, Umsturz, die nun bevorsteht.

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Den Atheisten zuruft: Ihr und ich haben ihn getötet

Nitzsche verwendet bestimmte Übertreibungen wie zum Beispiel eine Laterne. Wo ist das Licht hin? Warum hat man nur noch einen kleinen Funken des Tageslichtes? Wer hat den Horizont weggewischt? Mit diesem Satz will uns Nitzsche sagen, dass wenn wir Gott töten, werden wir nur mehr in eine Richtung sehen, sie gerade verfolgen, und das Unbekannte meiden.

Doch es wird immer Unerklärbares geben, was sich die Atheisten irgendwann einmal eingestehen müssen. Eine Welt ohne Gott wäre eine Welt ohne Hoffnung, Liebe, Vertrauen, Gesetzte und Gnade. Jeder wäre nur mehr auf seinen Vorteil bedacht und verfolgt starr sein Ziel. Wer wird uns nun diese Sünde verzeihen- wenn nicht Gott? Wo werden wir nach unserem Tod sein, wenn nicht im Paradies?

Tatsächlich war der Atheismus nach Nitzsche nicht mehr so fortschrittsgläubig wie im 19. Jahrhundert. Für Sartre ist der Mensch zur Freiheit verdammt, weil er ins Dasein geworfen wurde und nun Angst und Verzweiflung zu seiner Existenz gehören.

Die Herausforderung des Atheismus:

 

Die Geschichte des Atheismus zeigt, dass problematische Gottesbilder zu ihrer Verneinung führen.

 

Zitat Heinrich Böll:

 

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Der Atheismus sofern er nicht banal, primitiv, gedankenlos oder verachtend ist, sondern zweifelnd, klug, herausfordert, muss von den Christen nicht als Feind betrachtet werden.


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