Seminar:
Theorien und Modell der Arbeits- und Organisationspsychologie
Dozentin: Dr. Babette Fahlbruch
Sommersemester 2005
Referatsthema:
Arbeitszufriedenheit
Referentinnen: xxxxxxxxx und xxxxxxxx
29.07.2005
GLIEDERUNG
- Gründe für die Erfassung von
Arbeitszufriedenheit
- Definitionen von
Arbeitzufriedenheit
- Modelle der Arbeitszufriedenheit
- Das Herzberg-Modell
- Das Bruggemann-Modell
- Messmethoden
- Vorstellung des ABB
- Empirische Forschungsergebnisse
- Literaturangaben
- Anhang
1. Gründe für die Erfassung von
Arbeitszufriedenheit (AZ)
Neuberger & Allerbeck(1978) nennen
zwei Hauptgründe für die Erfassung von AZ.
Zum einen kann AZ als ein
selbstständiges Organisationsziel betrachtet werden. Ist dies der Fall, so ist
sie ein Ideal, welches um seiner Selbstwillen angestrebt wird. Hierbei stellt
sich die Frage nach der Norm von AZ: Welcher AZ-Wert ist angemessen bzw.
ausreichend für eine bestimmte Abteilung/ einen bestimmten Mitarbeiter in einer
bestimmten Form von Organisation?
Des
Weiteren muss diskutiert werden, ob es sich bei AZ um ein feststehendes
Kriterium oder um einen relativen Wert handelt. Es wäre beispielsweise
vorstellbar, dass sich bei der objektiven Verbesserung der Arbeitssituation
gleichzeitig die Ansprüche des Mitarbeiters erhöhen.
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Diese theoretischen Fragen werden sehr
unterschiedlich beantwortet und es existieren Belege für beide Ansätze.
Der zweite Grund für die Erfassung von
AZ besteht nach Neuberger & Allerbeck (1978) in den Zusammenhängen zu
anderen Zielgrößen, das heißt: AZ als ein Mittel zu anderen
Organisationszielen.
Hierbei wird die Vorhersagbarkeit von
Zielgrößen wie Leistung, Fehlzeiten, Fluktuationen, Beschwerden, Unfällen usw.
durch AZ postuliert.
Eine Vielzahl von Studien zeigte
jedoch, dass die direkten Korrelationen nur mäßig bis schlecht sind. Daraufhin
wurde die Annahme von bivariaten kausalen Zusammenhängen zugunsten komplexer
Interaktionen aufgegeben. Diese ergeben sich primär durch das vielfältige
Zusammenspiel von Situations- und Personenvariablen.
Abbildung: Die Einbettung von AZ in
das System Personen-Situationen-Konsequenzen

AZ kann
also sowohl als Bedingung als auch als Konsequenz aufgefasst werden. Um diese
wechselseitigen Abhängigkeiten zu untersuchen, müssten Längsschnittstudien
durchgeführt werden, in der Praxis sind jedoch Querschnittstudien die Methode
der Wahl. Das ist aber ein generelles Forschungsproblem, auf das an dieser
Stelle nicht weiter eingegangen wird.
2. Definitionen von AZ
3.
Modelle der AZ
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Bruggemann-Modell (Jahreszahl).
3a. Das Herzgberg-Modell
Zunächst gehen wir näher auf die
„Zwei-Faktoren-Theorie“ von Herzberg, Mausner & Snyderman von 1967 (in
Weinert, 2004) ein.
Demnach sind Arbeitszufriedenheit (AZ)
und Arbeitsunzufriedenheit (AUZ) zwei völlig voneinander getrennte,
unterschiedliche Phänomene. Diese entwickeln sich aus verschiedenen Quellen und
haben unterschiedliche Einflüsse auf das Verhalten des Mitarbeiters.
Aus diesen Annahmen formulieren
Herzberg et al. (1967) drei wesentliche Postulate (in Weinert, 2004):
„1. Der arbeitende Mensch besitzt zwei
unterschiedliche Gruppen von Bedürfnissen, die sog. „Hygiene-Bedürfnisse“, die
sich auf die physische und psychologische Umwelt der Arbeit beziehen (z.b.
Mitarbeiter, Vorgesetzte, Arbeitsbedingungen), und die sog.
„Motivations-Bedürfnisse“, die sich auf die Natur und Art, auf den Inhalt der
Arbeit selbst beziehen (z.B. Gefordertsein durch die Arbeit, Stimulation des
Interesses, Verantwortung, die von der Arbeit herrührt).
2. Werden die „Hygiene-Bedürfnisse“
erfüllt, so ist der Mitarbeiter nicht mehr unzufrieden (er ist aber auch nicht
unzufrieden = neutraler Zustand); werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, so
ist er unzufrieden.
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Aus diesen Postulaten wird nun
folgendes ersichtlich: Werden die Hygiene-Faktoren verbessert, so verändert
sich die der Zustand des Mitarbeiters von der Unzufriedenheit auf eine neutrale
Position. Wenn beispielsweise der Mitarbeiter sich gut mir seinen Kollegen und
Vorgesetztem versteht, so befindet er sich noch lange nicht im Zustand der
Arbeitszufriedenheit, sondern in einem neutralen Zustand. Erst durch die
Vermehrung der „Motivationsfaktoren“ kann der Mitarbeiter wiederum von der
neutralen Position in den Zustand der AZ gelangen.
Das heißt, zum einen schaffen die
Hygienefaktoren eine Art Grundlage zum Erleben von AZ. Zum anderen AZ kann aber
erst erlebt werden, wenn die Motivationsfaktoren vorhanden sind: z.B. der
Mitarbeiter ein hohes Maß an Verantwortung trägt und durch seine Arbeit
ausreichend gefordert ist.
Dieser Zusammenhang wird in der
folgenden Abbildung sichtbar:

3b. Das Bruggemann-Modell (1924)
Das Bruggemann -Modell
betrachtet AZ als das Ergebnis eines Bewertungsvorgangs. Dieser besteht in dem
Vergleich von dem konkreten Ist-Zustand der Arbeitssituation und deren Soll
-Zustand, der auf Erwartungen und Bedürfnissen.
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Wenn jedoch eine deutliche
Differenz zwischen den beiden o.g. Zuständen besteht, so führt dies zunächst
zu „diffuser Unzufriedenheit“. Die Person kann nun ihr Anspruchsniveau senken,
so dass ``resignative AZ“ entsteht. Behält der Betroffene sein bisheriges
Anspruchsniveau bei, und wird so zu neuen Problemlösungsversuchen motiviert,
so handelt es sich um ``konstruktive AU“. Fehlen die neuen
Problemlösungsstrategien hingegen, resultiert ``fixierte AUZ“.
Weiterhin besteht die
Möglichkeit, dass der Mitarbeiter zwar sein Anspruchsniveau aufrechterhält,
von nun an aber die Arbeitssituation anders; das heißt, die
Situationswahrnehmung zugunsten der eigenen Ansprüche verfälscht.
``Pseudo-Arbeitszufriedenheit“ ist die Folge.
Durch diesen Punkt, die
Annahme der Entstehung/des Auftretens von Pseudo-AZ, kann das Bruggemann
-Modell ein wichtiges und häufig beobachtetes Phänomen erklären: AZ-Erhebungen
fallen insgesamt oft positiver aus, als es detaillierte
Situationsbeschreibungen vermuten lassen würden. Ein Angestellter in einem
Büro könnte beispielsweise den häufig abstürzenden Rechner in seinem Büro
bemängeln, \u252\'fcber unzureichendes Feedback seines Vorgesetzten klagen und
seine Arbeitszeiten ungerecht finden. Dennoch könnte er die Frage ``Wie
zufrieden sind sie mit ihrer Arbeit insgesamt?“ relativ positiv beantworten -
dies ist tatsächlich oft der Fall.
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