Politik Fachaufsatz
Ziel dieses Aufsatzes ist es, zu der These
„Deutschland sollte Arbeitsimmigranten aus Afrika nicht nur ins Land lassen,
sondern sie bei der gesellschaftlichen Integration auch unterstützen
(Spracherwerb, Schule), obwohl viele Leute sicher etwas gegen Afrikaner haben.“
begründet Stellung zu nehmen.
Bevor näher auf die These eingegangen
wird, vorab ein paar allgemeine Informationen zu Afrika und Afrikanern in
Deutschland.
Eine wachsende Zahl Afrikaner flieht auf
völlig überfüllten und veralteten Booten vor kriegerischer Gewalt und
wirtschaftlicher Not nach Europa.
Die Migrationswege werden immer gefährlicher und teurer für die Betroffenen,
weil die EU angesichts der über 60 Millionen Menschen, die der EU in den
letzten Jahrzehnten zugewandert sind, ihre Außengrenzen „abschottet“, ohne das
Problem wirklich in den Griff zu bekommen. Obwohl Tausende bei den
Fluchtversuchen sterben, verringert sich der Zustrom in die EU-Mitgliedsstaaten
nicht nachhaltig. Neben der Zwangsmigration wird die Auswanderung aber auch
durch externe Anreize („pull-Faktoren“), wie z.B. bessere Lebensbedingungen und
Verdienstmöglichkeiten, hervorgerufen.
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2007 betrug die Arbeitslosigkeit von
Deutschen 9,3 Prozent, von Ausländern 20,3 Prozent.
Anschließend wird nun im Folgenden auf
die o.g. These in Form einer dialektischen Erörterung Bezug genommen.
Deutschland sollte Arbeitsimmigranten
aus Afrika nicht ins Land lassen, da Afrika bereits in den letzten beiden
Jahrzehnten gut ein Drittel seiner Akademiker durch Abwanderung in die
Industrieländer verloren hat. Dies führt z.B. dazu, dass dringend benötigte
Ärzte in Afrika fehlen, weil sie aufgrund besserer Verdienstmöglichkeiten in
die Industrieländer abgewandert sind. Zwischen 33% und 55% der Afrikaner mit
Hochschulausbildung aus Angola, Burundi, Ghana, Kenia, Mauritius, Mosambik,
Nigeria, Sierra Leone, Uganda und Tansania leben heute in den OECD-Ländern. Zum Beispiel
wanderten gut 20.000 nigerianische und 12.000 südafrikanische Ärzte nach
Übersee ab. Nach WHO-Statistiken stehen ihnen beispielsweise nur 33.000 in der
südafrikanischen Heimat verbliebende Ärzte gegenüber. Auch die 926 ghanaischen
Doktoren, die derzeit in OECD-Ländern praktizieren, würden dringend in ihrer
Heimat gebraucht; sie entsprechen etwa 29% der in Ghana tätigen Ärzte.
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Ein Grund dafür, dass Zuwanderung derzeit
überwiegend als Sicherheitsproblem begriffen wird, ist, dass mit ungefähr 23 Millionen
in Afrika mehr als die Hälfte der mit Aids infizierten Menschen leben, wie man
der Statistik 1) im Anhang entnehmen kann. Aufgrund der hohen Zahl der
infizierten Personen besteht die Gefahr, dass die Immigranten den gefährlichen
Virus in das jeweilige Einwanderungsland einschleppen und dort verbreiten.
Des Weiteren ist in den letzten
Jahrzehnten die Zahl der Flüchtlinge wegen der sich ausweitenden gewaltsamen
Konflikte innerhalb Afrikas dramatisch gestiegen. In 27 der 53 afrikanischen
Staaten litt die Bevölkerung zwischen 1993 und 2002 unter bewaffneten
Konflikten. Ende 2005 waren 18 % aller afrikanischen Migranten Flüchtlinge.
Dies ist auch ein Grund dafür, dass mittlerweile knapp die Hälfte (47 %) der
insgesamt 16,7 Millionen grenzüber-schreitenden Wanderungsbewegungen Afrikas
im Jahre 2005 auf Frauen und Kinder entfielen.
Dementsprechend schottet sich die
„Festung Europa“ immer mehr ab, ohne das Problem wirklich in den Griff zu
bekommen. Bereits auf der Migrations- und Entwicklungskonferenz in Rabat
(Marokko, 10./11.07.2006), an der über 30 afrikanische und europäische Staaten
teilnahmen, warnte der französische Außenminister Nicolas Sarkozy davor, dass
das Konzept „Null-Zuwanderung“ ein gefährlicher Mythos sei. Allerdings könne
Europa auch nicht alle diejenigen aufnehmen, die dort ihr „Glück“ suchen, denn
das würde den Kontinent destabilisieren.
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von Rabat setzte auf eine gemeinsame polizeiliche und militärische Überwachung
der Land-, See- und Luftwege.
Vergleicht man die Kriminalitätsquoten
von Deutschen und Ausländern, wird ein Sicherheitsproblem deutlich: 2007 lag die
Gesamtquote in Deutschland bei 2,7 Prozent, bei der ausländischen Bevölkerung
war sie mit 5,4 Prozent genau doppelt so hoch. Vor allem bei der
Gewaltkriminalität liegt die Quote der Ausländer deutlich über der der
Gesamtbevölkerung. Besonders auffällig sind junge Männer zwischen 14 und 25
Jahren.
Neben dem Sicherheitsproblem spricht
auch das Arbeitsplatzargument gegen die Zuwanderung von afrikanischen
Arbeitsimmigranten. Wie man der Statistik 2) im Angang entnehmen kann, sind
Zuwanderer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung etwa doppelt so oft von
Arbeitslosigkeit betroffen, da ein Großteil der Arbeitsimmigranten nur eine
geringe berufliche Qualifikation besitzt. Während bestimmte Wirtschaftszweige
sowie die Mittel- und Oberschicht, die die Arbeit oder Dienstleistungen der
Migranten kaufen, davon profitieren, sehen sich die Ärmeren, insbesondere die
niedrigqualifizierten Arbeitskräfte, einem härteren Wettbewerb auf dem
Arbeitsmarkt ausgesetzt.
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Besonders klar wird das
Integrationsdefizit von Zuwanderern bei der Bildung: Deutlich weniger
Migrantenkinder zwischen drei und sechs Jahren besuchen den Kindergarten als
deutsche Kinder. Weiter geht es in der Schule: 16 Prozent der ausländischen
Jugendlichen verließen die Schule ohne einen Abschluss, bei den deutschen
Jugendlichen waren es nur 6,5 Prozent. Dieses Bildungsdefizit setzt sich im
höheren Alter fort: Bei der Berufsausbildung und den Hochschulabschlüssen
liegen Menschen mit Migrationshintergrund deutlich hinter Gleichaltrigen in der
Gesamtbevölkerung. Einen wichtigen Einfluss auf diesen
"Bildungsrückstand" haben laut Studie das Bildungsniveau der Eltern
und die im Haushalt gesprochene Sprache
Ebenfalls sind durch die andauernde
Zuwanderung zunehmende gewalttätige soziale Spannungen zwischen den ungenügend
in die Gesellschaft integrierten Migranten und ihrem gesellschaftlichem Umfeld
sowie eine Stärkung der rechtsextremen Szene in Deutschland möglich.
Da unser Bild von Afrika größtenteils
aus den Medien geprägt ist, wissen viele Menschen nicht, wie sie mit den
Einwanderern umgehen sollen, da diese zusätzlich die deutsche Sprache häufig
nicht vollständig beherrschen. Dies führt häufig zu Missverständnissen und
unnötigen Streitereien.
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