Dort sieht sie Kamel und er sieht sie. Er ist in Begleitung von einem
nicht verschleierten Mädchen und einem Typ. Sélima wird wütend, weil Kamel zu
feige ist, mit ihr wegzugehen, aber mit diesem anderen Mädchen geht er weg. Sie
geht zu ihm, begrüßt ihn und fragt ihn, ob er ihr seine Freunde vorstellt. Dann
erzählt sie von ihrer Flucht, woraufhin das fremde Mädchen sehr verwundert
reagiert. Dann gehen sie alle zusammen in ein Café bei der Uni und dort fängt
Kamel an zu schimpfen, dass sich zu Hause alle Sorgen machen und Ferhat schon
die Polizei rufen wollte, usw. Daraufhin sagt Sélima ihm, dass sie es sein
müsste, die wütend ist, weil Kamel die ganze Zeit vor ihr flieht und zwischen
ihnen eine solche Stille herrscht, obwohl er doch zwischen ihr und der Familie
vermitteln könnte. Aber sie muss sich ganz alleine durchschlagen. Kamels Freund
mischt sich ein und meint, dass das an Kamels Familie liegt (die seiner
ähnelt), dass Lila (das unverschleierte Mädchen) aber mehr Glück gehabt hätte
und dass Sélima diese Gegensätze nicht verstehen kann oder will. Sélima
unterbricht ihn und wirft Kamel wieder vor, dass sie ganz allein handeln
musste.
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das nicht versteht. Er sieht sich als Schutzschild zwischen ihr und seiner
Familie und nicht als Vermittler. Er erzählt auch, dass sich viele Leute in
Algerien über die Traditionen lustig machen, die Sélima so gern kennen lernen
wollte, und dass er glaubt, dass Sélima nicht für das Leben in Algerien gemacht
ist.
Sélima ist dabei, sich "zu teilen", als sie Kamel so reden hört.
Ihr kommt es so vor, als ob Anne (noch ein Phantom) zwischen all den
verschleierten Frauen umher schaut, ohne etwas zu verstehen, und Sélima
belächelt. Am Abend ist die algerische Familie sehr unglücklich wegen Sélimas
Flucht und sie kann ihnen nicht erklären, was sie gesucht hat
. Sélima sagt, dass sie nicht weiß, ob sie damit recht gehabt hat, in Algerien
leben zu wollen. Es gibt dort zwar einige Sachen, die sie sehr gut findet, aber
anderes findet sie sehr schlecht. Sie erkennt, dass sie zwischen zwei Welten
steht, dass sie ein bisschen von beidem ist, ein bisschen von Sélima, ein
bisschen von Anne.
Sie sagt, dass eines klar ist: dass sie am Abend dem Zollbeamten antworten
wird, dass sie hier Anne und dort Sélima heißt - oder umgekehrt.
Sie hofft, dass ihre Familie, während sie diese Zeilen (des Buches) liest,
besser verstehen wird, was sie niemals sagen konnte oder gewagt hat zu sagen.
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