Als Voraussetzung für die Lösung einer Problem- und
Konfliktsituation darf der Angst nicht ausgewichen werden. Sie muss stattdessen
bewältig werden. Dazu ist es hilfreich, dass die Schüler ein gewisses Maß an
Angsttoleranz aufbauen, indem sie die Angst als eine völlig normale Sache, als
einen gängigen Gemütszustand wahrnehmen, der allen Menschen eigen ist. Wichtig
ist des Weiteren, dass sich die Jugendlichen darüber im Klaren sind, „dass
Angst nicht nur eine Störfunktion, sondern auch eine Aktivierungs- und
Absicherungsfunktion zugesprochen werden muß. So geht Fuchs (1976, 1981) davon
aus, daß die Angstgrenze bei sportlichen Aktivitäten in der Regel unterhalb
einer Könnergrenze liegt, so daß die entstehende Angst die bevorstehende
Könnergrenze anzeigt und vor dem Überschreiten schützt.“
Schüler und Lehrer gleichermaßen müssen lernen,
ihre Angst einzugestehen und diese zu verbalisieren. Dabei ist es wichtig, vor
einer unterrichtlichen Verbalisierung bestimmte Verhaltensregeln festzulegen,
damit weder Schüler noch Lehrer für ihre Offenheit hinsichtlich eigener Ängste
diskriminiert und ausgelacht werden.
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7 Resümee
Bei
der Befragung von Schülern und Schülerinnen der 7. Und 10. Klasse im Rahmen zu
seiner Pädagogischen Prüfungsarbeit zur Zweiten Staatsprüfung, macht Daniel
Mentges erstaunliche Ergebnisse.
Bei der Frage, ob die Schüler in ihrem bisherigen
Sportunterricht schon einmal Angst gehabt haben, bejahen diese wie folgt:
Abb. 1: Frage:
„Hast du schon einmal in deinem bisherigen Sportunterricht Angst gehabt?“
Immerhin 35 % der Mädchen der siebten
und zehnten Klasse bejahen diese Frage. Bei den Jungen waren es in beiden
Jahrgangsstufen etwa 20 %. In der zweiten Frage wurde die Situation erfragt, in
denen die Schüler Angst empfanden.
Dabei stellte sich heraus, dass die
sozialen Ängste die Ängste vor physischen Verletzungen deutlich übertrafen. Nur
20 % der Mädchen und 15 % der Jungen hatten wirklich Angst vor körperlichen
Schäden.
Angesichts dessen lässt sich die
Notwendigkeit, das Thema Angst im Sportunterricht anzugehen und eingängig zu
durchleuten, noch einmal verdeutlichen. „Ein gesundheitserzieherisch
akzentuierter Schulsport, der als freudvoll und wohltuend erfahren werden soll,
darf das Phänomen Angst nicht außer Acht lassen. Nur wenn er als weitgehend
angstfreier Erfahrungsraum gestaltet wird, kann er zu einem die Schulzeit
überdauernden Sporttreiben anregen.“
Literatur- und Quellenangabe
ANSCHLAG,
D. (1992): Über Angst sprechen. In: Sportpädagogik 16 (5), S. 44- 48.
BOISEN, M.
(21975): Angst im Sport. Der Einfluss von Angst auf das
Bewegungsverhalten im Sport. Giessen.
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