2. Auftritt - 4. Aufzug
Iphigenie auf Tauris,
In dem 2. Auftritt des 4. Aufzugs aus dem Drama Iphigenie auf
Tauris, dessen Hauptthema die trotz einer kritischen Situation gelebte
Humanität ist, geht es um eine von Iphigenie ausgeführte List um die Opferung
ihres Bruders und seines Gefährten zu verhindern.
Das Drama, geschrieben von Johann Wolfgang von Goehte, entstand
in seiner Prosafassung 1779, die hier vorliegende Version ist die Versform von
1786.
Bei dem Auszug handelt es sich um einen Dialog zwischen
Iphigenie, der Hauptperson des Dramas und Priesterin auf Tauris, sowie Arkas,
der Botschafter des Königs.
Der Ausschnitt ist etwas nach dem Wendepunkt des Dramas
einzuordnen, Iphigenie hat bereits erkannt, dass die beiden Gefangenen, Orest
und Pylades, nicht nur einfache Eindringlinge sind. Bei Orest handelt es sich
um den Bruder von Iphigenie, welchen sie seit Ihrer Opferung, bei welcher sie
von der Götting Diane gerettet und nach Tauris gebracht wurde, nicht mehr
gesehen hat. Pylades entwickelte in der Gefangenschaft eine List wie Iphigenie
ihre, nach dem Ausschlagen eines Heiratsantrages des Königs von Tauris Toas,
angeordnete Opferung verhindern könnte und sie, zusammen mit dem Bildnis der
Göttin Diana zurück nach Griechenland fliehen können, so wie es der Gott Apollo
angeordnet hat.
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Der Auftritt beginnt direkt mit einer Aufforderung seitens Arkas
(vgl. V. 1421 Beschleunige das Opfer, Priesterin!), mit welchem er direkt
seine durch die Autorität des Königs gegebene superiore Haltung verdeutlicht.
Im nächsten Vers bringt er zum Ausdruck, dass der König wartet, und das Volk
harrt, nach Ihm warten also alle auf Trauris sehnsüchtig auf das
Menschenopfer.
Iphigenie wird also, wohlwissend Ihrer Einstellung gegenüber
Menschenopfern, dazu gedrängt dieses durchzuführen.
Iphigenie reagiert jedoch nicht in gewünschter Weise, sondern
schildert, dass sie das Opfer nun noch nicht durchführen könne (vgl. V.
1423-1425), da etwas vorgefallen ist das es bisher unmöglich macht (vgl. V.
1427). Iphigenie erläutert nun, dass Orest aufgrund seiner Morde innerhalb der
Familie von den Rachegöttinen bis in den Tempel verfolgt wurde und diese heilige
Stätte so verschmutzt wurde (vgl. V.1430 - 1436), erst eine Art
Reinigungsritual am Fluss könnte dies wieder beseitigen und somit eine
Opferung möglich machen (vgl. V. 1436-1440). Hierbei handelt es sich allem
Anschein nach um die von Pylades entwickelte List, da so das Bildnis der Göttin
an den Fluss geschafft werden müsste von wo aus es leicht abtransportiert
werden könnte.
Iphigenie tut hier etwas was eigentlich gegen Ihre Natur ist, sie
lügt jemanden an um einen Vorteil daraus zu gewinnen.
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superioren, da sie sich mit dieser Aussage über den König stellt. Im
nachfolgenden Abschnitt versucht Arkas sie von der Entscheidungsgewalt des Königs
zu überzeugen, wo drauf hin Iphigenie auch angibt nachzugeben (vgl. V. 1450).
Nun folgt die Schlüsselszene des Abschnitts, in welchem Arkas und
Iphigenie jeweils sehr unterschiedliche Standpunkte vertreten. Während
Iphigenie eine antike Weltanschauung verkörpert, bei welcher die Götter allein
entscheiden was die Menschen tun und wie sie handeln, steht Arkas für eine
moderner Weltanschauung. Nach ihm gibt es zwar auch Einfluss der Götter jedoch
geschieht dies in Form von anderen Menschen (vgl. V. 1463) und der Mensch hat
sein Schicksal selbst in der Hand (vgl. V. 1465), diese Ansicht führt er nun
weiter aus (vgl. V. 1470-1482). Iphigenie ist von dieser Auffassung zutiefst
erschüttert da dies eine völlig anderes Licht auf Sie und Ihre gesamte Familie werfen
würde (vgl. V. 1483-14834).
Im letzten Teil des Dialoges geht es noch einmal um den
Heiratsantrag von Thoas, in dessen Verlauf Arkas noch einmal drauf hinweist wie
viel Thoas für Iphigenie getan hat (vgl. V. 1494-1495), er versucht also ein
weiteres Mal Iphigenie ins Gewissen zu reden.
Mit einer erneuten Umschreibung der Güte des Königs endet der
Auftritt.
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Familie. Nicht zuletzt Ihre Bruder Orest brachte seine eigene Mutter um und
gibt an von den Furien verfolgt zu werden. Für all dies sieht sie in Ihrer
antiken Welt die Götter als verantwortliche, die Menschen die die Morde
ausführten waren also nur ein Werkzeug. Nimmt man jedoch die
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