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Analyse der Gedichte die Kapelle und das Scholss von Uhland .doc

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Analyse der Gedichte

die Kapelle

und

das Schloß am Meere

von Ludwig Uhland


Inhaltsverzeichnis

 

 

Seite

1.

Einleitung

3

2.

Analyse „die Kapelle

4

2.1.

Formanalyse

4

2.2.

Inhaltsanalyse

5

3.

Analyse „das Schloß am Meere

6

3.1.

Formanalyse

7

3.2.

Inhaltsanalyse

7

4.

Vergleichende Analyse der Gedichte

9

5.

abschließende Schlussbemerkung

11

6.

Anhang

12

7.

Literaturverzeichnis

13


1. Einleitung

Stimmungen, Gefühle und Erlebnisse spielen in der Literatur zwischen 1770 und 1830 eine bedeutende Rolle. Die Lyrik dieser Zeit ist geprägt von einer volksliedhaften Einfachheit und einem hohen Maß an sprachlicher Kunst sowie der Natur- und Erlebnislyrik.

Ludwig Uhland war einer der herausragenden Vertreter der schwäbischen Romantik, welcher diese Themen und Motive in seinen Werken immer wieder aufgreift. Die beiden ausgewählten Gedichte „die Kapelle“ und „das Schloß am Meere“ von Ludwig Uhland sind charakteristisch für diese späte Epoche der Romantik.

In der vorliegenden Hausarbeit werde ich eine Analyse der beiden Gedichte vornehmen und prüfen, inwieweit beide Gedichte stellvertretend für die Schwäbische Romantik sind.

Zunächst werde ich mich mit der Analyse des Gedichts „die Kapelle“ befassen und sowohl die formalen als auch die inhaltlichen Merkmale hervorheben.

In dem zweiten Teil meiner Hausarbeit steht das Gedicht „das Schloß am Meere“ im Mittelpunkt meiner Ausarbeitung. Auch hier werde ich den formalen Aufbau des Gedichts erörtern bevor ich auf die Inhaltsanalyse eingehen werde.

Es folgt dann abschließend ein Vergleich der beiden Gedichte.

2. Analyse „die Kapelle

 

Das Gedicht „die Kapelle“ wurde von Uhland im Jahr 1805 verfasst. Uhland wies es in seiner Sammlung von 1815 den „Liedern“ zu.

Die im Titel angesprochene Kapelle[1] befindet sich auf einem Berg oder einer Anhöhe.

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2.1. Formanalyse

Das Gedicht besteht aus drei Strophen mit je vier Verszeilen. Das Reimschema ist ein durchgehender Kreuzreim (z. B. Kapelle-Quelle, hinab- Hirtenknab) und zeigt sich wie folgt: abab, cdcd, efef.

In dem Gedicht wechseln sich Hebungen und Senkungen durchgehend ab. Der Versfuß beginnt mit einer Hebung auf die eine Senkung folgt (Droben stehet, V1). Es ist also im Jambus geschrieben.

Auffällig an diesem Gedicht sind die vielen Inversionen (Umstellungen von Satzgliedern), wobei mehrfach Umstandsbestimmungen an den Satzanfang gerückt werden: Droben stehet die Kapelle (V1; vergleiche auch V3 bis V7).

Dies ist im Vergleich zur Alltagssprache eher unüblich. Sie dienen u. a. dazu den Volksliedcharakter des Gedichts zu betonen; haben aber auch eine semantische Funktion. So verweisen die Umstandsbestimmungen am Versanfang auf die Bedeutung des Ortes (Droben, Drunten), aber auch auf die atmosphärische Stimmung, welche im Gedicht wieder zu finden ist (froh und hell, traurig, schauerlich).

Durch die Inversionen werden die Subjekte ans Ende der Verszeile gesetzt. Dadurch wird gezeigt, dass die Atmosphäre bzw. Stimmung des Gedichts eine höhere Bedeutung einnimmt, als die Handlungssubjekte.

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Die Formanalyse zeigt also deutlich, dass das Gedicht „die Kapelle“ den Volksliedversen zu zuordnen ist. „Volksliedverse sind recht locker gefügt: grundsätzlich alternierend, häufig aber auch nur mit einer doppelten statt einer einzelnen Senkung.

Nur die Hebungszahl ist festgelegt: Der Vers hat in einem Gedicht durchgehend entweder drei oder vier Hebungen. [..] Die Volksliedstrophe besteht in den meisten Fällen aus vier Versen, die überwiegend Kreuzreim, oft aber auch Paarreim aufweisen, in jedem Fall aber gereimt sind.“ (Burdorf 1997, 80)

2.2. Inhaltsanalyse

Die erste Strophe des Gedichts stellt die Ausgangslage des Geschehens dar. In den ersten zwei Versen wird die Lage der Kapelle beschrieben. Sie steht auf einem Berg oder Anhöhe, so dass man sie vom Tal aus sehen kann.

In Vers 3 und 4 wird das Handlungssubjekt, der Hirtenjunge, in die Lage des Geschehens eingeführt. Der Hirtenjunge befindet sich im Tal und hütet das Vieh. Er ist frohen Mutes und singt ein Lied.

Die beschriebene Szenerie wirkt auf Grund der einfachen Wortwahl des Dichters idyllisch und friedlich. Die verwendeten Verben (stehet, schauet, singt) wirken sehr undynamischen und schildern eher die ruhige und beschauliche Idylle des Tals.

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In der zweiten Strophe wird nun beschrieben, dass Glockenklänge der Kapelle hinunter ins Tal dringen. Der Hirtenjunge hört auf zu singen und lauscht dem Glockenklang.

Die zweite Strophe steht im Kontrast zu der ersten Strophe. Hier überwiegen nun nicht mehr die positiven Stimmungsbilder, sondern Schwermut und Trauer sind hier die übermittelten Gefühle. Das in Strophe eins dargestellte Glück als Lebensgefühl erweist sich hier als „heiterer Schein, dem die volle Gegenwärtigkeit fehlt, weil es nicht beständig ist.“ (Froeschle 1973, 32) Sie stellt also einen Wendepunkt des Geschehens dar.

Die Adjektive traurig und schauerlich stehen im Gegensatz zu den positiv- beladenen Adjektiven in der ersten Strophe. Die idyllische Ruhe im Tal wird nun von den traurigen Glockenklängen der Kapelle gestört. Hierfür verwendete Uhland das Verb tönen.

In der dritten Strophe lässt sich der verweisende Sinn des Gedichts erkennen. Ein lyrisches Ich tritt hinzu und spricht den Hirtenjungen an. Es macht ihm bewusst, dass auch er sterblich ist und bald –wie jeder andere aus dem Tal – sterben wird.

Diese Zweiteilung des Gedichts ist charakteristisch für Uhlands Werk. „Die erste Strophe enthält eine Situation, also die mehr objektive Komponente, die zweite dagegen die Stimmung, das subjektive Gefühl.“ (Froeschle 1973, 73)

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Durch die assoziierten Gefühle und Klänge wird das Leben auf der Erde als fröhlich und friedlich dargstellt. Der Tod bzw. das Sterben wird durch das Motiv des Himmels verkörpert. Der Tod wird hier als negatives, unheimliches Ereignis dargstellt, welches den „Klang des Lebens“ jederzeit unterbrechen kann.

3. Analyse „das Schloß am Meere“

Das Gedicht „das Schloß am Meere“ wurde ebenfalls 1805 verfasst. Genau wie „die Kapelle“ wählte es Uhland für seine Sammlung von 1815 aus. „Das Schloß am Meere“ lässt sich unter den „Balladen und Romanzen“ wieder finden.

Bei dem Gedicht handelt es sich um einen Dialog, in dem zwei lyrische Ichs berichten, wen sie im Schloss am Meer gesehen haben.

3.1. Formanalyse

Das Gedicht besteht aus acht Strophen mit je vier Verszeilen. Es besteht ebenfalls aus Kreuzreimen und erfüllt die Merkmale eines Volksliedes. So ist Anzahl von Senkungen in den einzelnen Versen variierend, aber es lassen sich immer drei bzw. vier Hebungen in jeder Verszeile finden.

Wie auch schon im zuvor behandelten Gedicht „die Kapelle“, sind auch hier die Inversionen von Satzgliedern zu erkennen, so z. B. die Voranstellung des Genitivattributs vor sein Bezugswort in den Versen 3 bis 4: Gülden und rosig wehen/ Die Wolken drüber her.

In diesen beiden Versen lässt sich außerdem noch ein Zeilensprung (Enjambement) erkennen.


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