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Amokläufe an Schulen .doc

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Educational Science / Pedagogy
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Miscellaneous
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Amokläufe an Schulen

Allgemeines zu Amokläufen an Schulen

Die Bedeutung des Mobbings und des Lehrer-Schüler-Verhältnisses sind im Bezug auf die in den letzten Jahren stattfindenden Amokläufe an Schulen immer wieder aktuell. Der Ausdruck „Amoklauf an Schulen“ wird in den Medien zwar häufig verwendet, aber eigentlich bedeutet „Amok“ einen „Zustand äußerster panikartiger Erregtheit, mit blindwütiger Aggressivität und Mordlust“.

Dies scheint jedoch an Schulen nicht der Fall zu sein, da eine solche Tat meist weit im Voraus geplant oder sogar angekündigt wurde. Daher ist in vielen Berichten auch von so genannten „School Shootings“ die Rede.

„Bei School Shootings wurde die Schule bewusst als Ort der Tötungen ausgesucht. Täter waren stets Schüler oder ehemalige Schüler der als Tatort ausgewählten Schule.

Dabei waren entweder mehrere Schüler bzw. Lehrer Ziel der Tötungsabsicht, oder einzelne Opfer sind vom Täter wegen ihrer Funktion an einer Schule ausgesucht worden“ (Robertz & Wickenhäuser 2007, S. 10).

Nach solchen stattfindenden Gewalttaten, wie sie sich beispielsweise in Erfurt, Coburg, Emsdetten und Winnenden ereignet haben, wird immer nach Gründen gesucht, welche den „Amokläufer“ bewegt haben, eine solche Tat zu begehen.

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Robertz & Wickenhäuser 2007, S. 4). Weiter wird so auch der zu einfache Zugang zu Waffen diskutiert, auf den mit einer Verschärfung des Waffengesetzes reagiert werden kann. Allerdings dürfte jedem bewusst sein, dass dies nur oberflächliche Gründe sind und nicht Auslöser einer solchen Tat, da das eigentliche Problem „... sehr viel tiefgründiger [ist]“ (Robertz & Wickenhäuser 2007, S. 5).

Einflussfaktoren der Schule

Die Schule als Ort, an dem solche Gewalttaten stattfinden, liefern viele negative Einflussfaktoren, welche einen Schüler oder ehemaligen Schüler zu einer solchen Tat bringen können. In den äußeren Rahmenbedingungen der Schule wurde bereits gezeigt, dass die Schule vor allem auf die Vermittlung von Fachwissen ausgerichtet ist und der mit dem Leistungsdruck verbundene Erfolgszwang dazu führt, dass emotionale Bedürfnisse in der Schule häufig keinen Platz finden.

Wenn ein Schüler seine Selbsteinschätzung an seine schulische Bewertung anpasst, werden schlechte Noten auch zu einem geringen Selbstbewusstsein führen. Dies wird noch verstärkt, wenn ein Schüler zudem Opfer von Mobbing wird. Hierbei kann sogar davon ausgegangen werden, dass sich Mobbing, ein geringes Selbstbewusstsein und schlechte Noten gegenseitig verstärken, da ein geringes Selbstbewusstsein leichter dazu führt, ein Mobbingopfer zu werden, was wiederum häufig zu schlechten Noten führt. Schulklassen als Konfliktfeld mit eigenen Normen und Strukturen bringen einen Schüler, der sich nicht daran anpassen möchte oder kann, leicht in die Rolle des Außenseiters.

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Gründe hierfür können beispielsweise sein, dass Lehrer nur wenig Zeit mit ihren Schülern verbringen und das Mobbing deshalb möglicherweise nicht erkennen oder auch nicht erkennen wollen, da sie nicht eingreifen wollen, weil es sie Zeit kosten würde, die sie nicht oder nur bedingt zur Verfügung haben.

Außerdem haben Lehrer nur selten gelernt, wie man bei solchen Konflikten eingreifen sollte und so schieben sie die Verantwortung lieber von sich weg mit dem Gedanken, dass andere Lehrer dafür zuständig sind. Auch ist es für Lehrer problematisch, wenn sie sich auf die Seite des Außenseiters stellen, da die übrigen Schüler dieses Verhalten nicht akzeptieren und den Lehrer dadurch ablehnen könnten und sich dies negativ auf deren Lernmotivation auswirken kann.

Durch das Nichteingreifen signalisiert der Lehrer allerdings dem Außenseiter, dass er sich nicht für seine persönlichen Probleme interessiert und vielmehr das Verhalten der Mitschüler akzeptiert. Das wiederum führt dazu, dass sich dieser Schüler nicht nur von seinen Mitschülern, sondern auch von seinem Lehrer abgelehnt fühlt, weshalb er noch weniger dazu bereit sein wird, von sich aus darüber zu reden und etwas dagegen zu unternehmen.

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Hierdeis 1983, S. 141).

„Ich knall euch ab!“

Morton Rhue verbindet viele dieser Gründe für einen Amoklauf in seinem Buch „Ich knall euch ab!“. Es handelt sich hierbei um eine fiktive Geschichte über zwei Außenseiter an einer Schule, die einen Amoklauf planen. Im Vorwort schreibt Rhue: „Nichts – und alles – daran ist wirklich passiert“ (Rhue 2002, S. 9).

Damit ist gemeint, dass diese Geschichte zwar frei erfunden ist, aber zugleich auf verschiedenen Ereignissen beruht, wie sie sich beispielsweise an der Columbine High School tatsächlich zugetragen haben. Er schreibt diese Geschichte weder als ein von außen beobachtetes Ereignis, noch wird nur aus der Sicht einer einzelnen Person erzählt.

Vielmehr werden verschiedene Sichtweisen von Personen dargestellt, welche unmittelbar in die Tat involviert waren oder sie miterleben mussten, bis hin zu Nachbarn, welche nur etwas über die allgemeinen Hintergründe der Familie berichten können. Da es sich bei Amokläufen um ein sehr komplexes Problem handelt, ist dieser Wechsel der Perspektiven sinnvoll, um verschiedene Eindrücke der Tat zum Ausdruck bringen zu können.

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Rhue zählt in seinem Buch aber nicht nur die sämtliche Gründe auf, die für geschehene Amokläufe angegeben werden, sondern bringt diese in einem Zusammenhang, wie sie die Entwicklung der Täter beeinflussen. So werden in dem Buch zunächst neben dem Druck durch die Eltern das Problem von Scheidungskindern, Kindern, welche durch einen Umzug einen Schulwechsel erfahren und Schülern anderer Abstammung angedeutet.

Computerspiele und Filme, die mit Gewalt zu tun haben, werden ebenfalls erwähnt. Die darin auftretenden Rollen werden sogar als Ersatzvorbilder für Kinder gezeigt, da häufig reale Vorbilder fehlen. Vor allem ist aber die geforderte Anpassung von Schülern Thema des Buches, da eine Nichtanpassung in die Rolle des Außenseiters und des Opfers von Mobbing führen.

Es wird gezeigt, dass nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer daran beteiligt sind, wobei Lehrer hierbei häufig einfach wegsehen, nicht eingreifen oder das Verhalten sogar noch unterstützen. Die Folgen der „ständigen und unablässigen Quälereien“ als eine Zerstörung des Selbstbewusstseins wird wiederholt dadurch festgestellt, dass sich die Betroffenen selbst als „Loser“ fühlen.


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