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Alltag von Schulkindern (Page 3).doc

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Social Science
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Pedagogy
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University, School
MLU 2009
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Pedagogy

Schüler motivieren Reattributionstraini­ng
Schülerinnen und Schüler motivieren (Arbeitsauftrag: Stellen Sie die Grundlagen des Reattributionstrai­nings und die wesentlichen Schritte dieses Trainings dar (vgl. Ziegler und Schober, 19

4. Soziologische Grundbegriffe

Besonders die Soziologie hat sich um die Erklärung der Erscheinung der von „Gesellschaft“ und der darin eingeschlossenen Tatsache, dass menschliches Verhalten immer eine (wie auch immer geartete) Form des sozialen Handelns, der Interaktion darstellt, verdient gemacht.

Begriffe wie Norm, Rolle, Sanktion etc. sind längst in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Was sie aber in wissenschaftlicher Diktion besagen und wie sie auf vorliegenden Gegenstand des Alltags von Schulkindern zu beziehen sind, darauf sei im Folgenden eingegangen.

4.1 Normen

Unter Normen werden in der Soziologie Vorschriften verstanden, welche sowohl allgemein gültig als auch (aufgrund ihres allgemeinen Charakters) verständlich sind und sich in direkter oder indirekter Weise an in einer Gesellschaft verbreiteten Wertvorstellungen orientieren.

Normen sind somit nicht lediglich Vorschriften, an denen sich Handlungsweisen auszurichten haben; Normen kommt nur dann und insoweit praktische Bedeutsamkeit zu, als sie sich gewissermaßen im Bereich der Moral und der Werte einer Gesellschaft verankert sehen.

Normen enthalten folglich zwei Seiten: sie strukturieren die Wirklichkeit und bieten zugleich Orientierung.

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Menschliches Handeln ist immer schon auf den Mitmenschen hin angelegt, als solches vielfach geregelt bzw. normiert und somit weithin geordnet und stabilisiert.“ Die weiter oben behandelten (schulischen) Normbrüche in räumlicher oder etwa territorialer Hinsicht (Verstöße also gegen das Gewohnte, gegen das, was gewissermaßen vereinbart ist, gegen implizite und explizite Handlungsanweisungen) stehen dafür beispielhaft.

4.2 Sanktionen

Unter Sanktionen werden in der Soziologie Reaktionen auf ein Verhalten verstanden, welche dazu dienen sollen, ein gesellschaftlich erwünschtes Verhalten herzustellen. Es ist jedoch wichtig, hierbei zwischen positiven (verstärkenden) und negativen Sanktionen (bestrafenden) zu unterscheiden.

Sanktionen sind somit zentraler Bestandteil der sozialen Kontrolle gesellschaftlicher Zusammenhänge.

Sanktionen treten in Kraft, wenn im Rahmen von Interaktionsprozessen abweichendes Verhalten korrigiert oder aber funktionales, zuträgliches Verhalten unterstützt und gefördert werden soll. In diesem Sinne dienen Sanktionen der Absicherung von Normen und damit zugleich der Aufrechterhaltung bestimmter Interaktionsformen.

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Dass Normbrüche in der Regel unmittelbar Sanktionen nach sich ziehen, sahen wir weiter oben; Territorialverletzungen werden nicht einfach hingenommen, sondern (verbal, physisch) bestraft. Geschieht dies nicht, findet eine Außerkraftsetzung oder Verschiebung der bisherigen Norm statt.

Anders ausgedrückt: „durch die Sanktion wird die Norm erst gesetzt oder präzisiert.

4.3 Aushandlungen

Unter Aushandlungen werden in der Soziologie alle jene Prozesse im Rahmen von Interaktionen verstanden, die darauf abzielen, gemeinsame Handlungs- und/oder Lösungsstrategien zwischen unterschiedlichen Interessenlagen herzustellen.

Aushandlungen beziehen sich somit auf einen negativen Ausgangspunkt, suchen diesen aber im Interesse der Vermeidung der offenen oder gewaltsamen Austragung von Konflikten in eine Form zu bringen, welche zwar die (negativen) Voraussetzungen Prämissen nicht beseitigt, jedoch nach Lösungsstrategien sucht, denen die beteiligten Parteien dennoch wenigstens zustimmen können.

Aushandlungen sind somit (als Formen des Kompromisses) immer auch mit dem Aspekt des (sozialen) Wandels verbunden.

Aushandlungen sind praktikable Lösungen, da es angesichts eines „nahezu unentwirrbaren Knäuels einer Pluralität von Wünschen, Zielvorstellungen, Diagnosen und Zukunftsplänen [.] schwer [fällt], einzelne umfassende Entwürfe über Struktur und Wandel, Ordnung und Konflikt wissenschaftlich verbindlich zu begründen.

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5. Abschließende Bemerkungen

Dass sie darin in jeder nur erdenkbaren Hinsicht seitens des Lehrpersonals sowie pädagogischer Fachkräfte aktiv unterstützt werden sollten, muss nicht erst vor dem Hintergrund der jüngsten Gewaltexzesse eines jugendlichen Amokläufers an einer Realschule betont werden.

Die Fähigkeit zum Gespräch und zur Entwicklung und Umsetzung von Lösungsstrategien, die auch den Verzicht und das Zugeständnis als Grundlage für den Dialog einschließen, muss von den Kindern geübt und gelernt, im wahrsten Sinne des Wortes in der Praxis erworben, seitens der Erwachsenen aber immer auch „vorgelebt“, werden. „Inhaltlich geht es um einen fortschreitenden Übergang von der Fremd- zur Selbsterziehung, für den die Kinder und Jugendlichen Hilfe und Unterstützung bei glaubhaften und für sie verfügbaren Erwachsenen suchen.

Es geht um die Entwicklung von Autonomie, die sich in einem dialektischen Spannungsverhältnis zwischen selbst gestalteter Identität und der unverzichtbaren Verbundenheit mit anderen ausdrückt.

Kinder sind in ihrer Entwicklung angewiesen auf andere, brauchen Gemeinschaft und die Erfahrung des Verbundenseins mit anderen, die sie respektieren und akzeptieren.“

 

Literaturverzeichnis

 

Bellebaum, Alfred: Soziologische Grundbegriffe, 13. Aufl., Stuttgart 2001

 

Krappmann, Lothar: Oswald, Hans: Alltag der Schulkinder. Beobachtungen und Analysen von Interaktionen und Sozialbeziehungen, München 1995

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Maindok, Herlinde: Einführung in die Soziologie. Leitthemen, Theorien, Grundbegriffe, München 1998

Opp, Günther: Die Kraft der Peers nutzen – Theorie und Konzeption, in: Opp, Günther; Unger, Nicola: Kinder stärken Kinder. Positive Peer Culture in der Praxis, Hamburg 2006

Opp, Günther: Kindheit und Jugend heute – Chancen und Risiken in der Zeit des Heranwachsens, in: Opp, Günther; Unger, Nicola: Kinder stärken Kinder. Positive Peer Culture in der Praxis, Hamburg 2006

Oswald, Hans; Krappmann, Lothar: Soziale Beziehungen und Interaktionen unter Grundschulkindern. Methoden und ausgewählte Ergebnisse eines qualitativen Forschungsprojekts, in: Max-Plank-Institut für Bildungsforschung: Materialien aus der Bildungsforschung, Nr. 33, Berlin 1988

Preuschdorf, Gisela: Von 6 – 9. Alltag mit Schulkindern, Köln 2000

http://www.sueddeutsche.de/panorama/165/461787/text/, 16.03.2009, am 16.03.2009

http://www.sueddeutsche.de/panorama/192/375001/text/, 29.05.2006, am 17.03.2009


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