Alltag von Schulkindern
Inhaltsverzeichnis
1.
Gegenstand und Vorgehensweise . Seite 3
2.
Interaktion Seite 5
2.1 Symbolischer Interaktionismus . Seite 5
2.1 Interaktionserfahrungen Seite 6
3.
Strategien der Aushandlung . Seite 8
3.1 Aushandlung und Freundschaften Seite 8
3.2 Normbrüche und
Sanktionen Seite 9
3.3 Interaktionen und Gewalt Seite 10
4.
Soziologische Grundbegriffe Seite 12
4.1 Normen . Seite 12
4.2 Sanktionen Seite 13
4.3 Aushandlungen . Seite 13
5.
Abschließende Bemerkungen Seite 15
Literaturverzeichnis Seite
16
1.
Gegenstand und Vorgehensweise
Das zentrale Anliegen der von
Krappmann/Oswald zwischen 1983 und 1994 veröffentlichten Analysen sozialer
Interaktionsprozesse unter Kindern des Grundschulalters bezog sich auf die (in
Form von Beobachtung und Protokollierung im Klassenzimmer, im Pausenhof und
anderen Situationen des Schullebens verfolgte) Fragestellung, welchen Einfluss
Gleichalterige auf die Entwicklung sozialer Fähigkeiten nehmen, bzw. anders formuliert:
mittels welcher sozialen Prozesse und Strukturen sehen sich Kinder dazu in die
Lage versetzt, die Fähigkeiten und Dispositionen zu erwerben, die sie mit
zunehmender Ablösung von für sie sorgenden Erwachsenen benötigen, um als an
anderen Individuen orientierte Subjekte urteilen und handeln zu können.
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Es entsteht der Eindruck, dass bei der
Anwendung des Begriffs auf Kindergruppen diese Bestimmungen insbesondere dann
zumindest implizit beibehalten werden, wenn die sozialisatorische Wirkung
dieser Gruppen zur Diskussion steht. Zu fragen ist freilich, ob sich diese
Annahme halten lässt oder aber die Gruppenbildung von Kindern weiteren
Kriterien und Bedingungen geschuldet sind, welche möglicherweise wiederum
Auswirkungen sowohl auf interne als auch auf externe Interaktionen von
Gruppenmitglieder haben.
Mit verschiedenen Formen von
Interaktionen und Interaktionserfahrungen im Alltag von Schulkindern -
anlässlich der schrecklichen Ereignisse von Winnenden gegenwärtig (leider
wieder einmal) ein hoch aktuelles und seitens der Öffentlichkeit betroffen
diskutiert ist zugleich das Themenfeld der vorliegenden Arbeit
benannt. Zu seiner Bearbeitung wurde folgernde Vorgehensweise gewählt: In einem
ersten Schritt geht es darum den für diese Arbeit grundlegenden Begriff der Interaktion
einer näheren Erklärung zuzuführen. Hierzu werden zunächst die zentralen
Annahmen und Implikationen des Symbolischen Interaktionismus vorgetragen.
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Aushandlung thematisiert. Hierbei wird Bezug genommen auf das Verhältnis von Aushandlungen
und Freundschaft, auf die Bedeutsamkeit von Normbrüchen und Sanktionen
sowie auf Erscheinungen von Rüchsichtslosigkeit und Gewalt in
Interaktionen; auf die Bedeutung von Identität und Autonomie (auch in Bezug auf
die Ursachen von Gewalt) wird verwiesen.
In einem dritten Schritt werden mit
den Begriffen Norm, Sanktion und Aushandlung wichtige Bausteine
der soziologischen Theoriebildung erörtert; ihre grundlegende Bedeutung für
(die weiter oben dargelegten konkrete) Interaktionsprozesse wird deutlich
gemacht. Abschließend wird das Ergebnis der hier vorgelegten Arbeit
zusammengefasst.
2.
Interaktionen
Dass Interaktionen Wechselwirkungen
oder auch Wechselbeziehungen bezeichnen, kann heute geradezu schon
als Gemeingut gelten. Was aber Interaktion in einem wissenschaftlichen
Verständnis meint und durch die Soziometrie empirisch ermittelt wird,
sei (gewissermaßen als theoretischer Vorspann zu konkreten schulischen
Interaktionserfahrungen) im Folgenden in seinen wesentlichen Aspekten
dargelegt.
2.1 Symbolischer Interaktionismus
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über sie gegeben ist und in den Naturwissenschaften als eine solche behandelt
und (quantitativ und qualitativ) erfasst wird, ist ihr auch eine symbolische
Struktur zuzuschreiben.
Diese tritt gewissermaßen dann in
Erscheinung, wenn Menschen sich auf diese tatsächliche Welt beziehen. Die
Besonderheit dieser Beziehung, so die Annahme, ist jedoch nicht durch diese
tatsächliche Seite begründet, sonder beruht auf Eigenschaften, die seitens der
Menschen den Dingen zugeschrieben werden. Wobei diese Zuschreibung wiederum aus
der sozialen Interaktion der Menschen hervorgeht (zweite Annahme).
Die Bedeutungen, welche den Dingen
zugeschrieben werden, erscheinen somit als Ergebnis des Bezugs der Menschen
aufeinander. Indem sie sich über ihre Zuschreibungen verständigen bzw. diese
kritisieren und wieder verwerfen, was in vorliegendem Zusammenhang jedoch nicht
im Sinne von richtig oder falsch verstanden werden darf, überprüfen sie
ständig die Gültigkeit ihrer Beurteilungen (und Handlungsmöglichkeiten).
Dies verweist auf das Prozesshafte,
welches den Wandel von Zuschreibungen erklärt (dritte Annahme).
2.2 Interaktionserfahrungen
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Dies sowohl in der Hinsicht, als sich
in den seitens der Autoren dargelegten Beispiele die seitens der
(soziologischen und sozialpsychologischen) Theorie behaupteten Besonderheiten
von gruppenspezifischen Interaktionsprozessen, als auch unterschiedlichste
eigene schulische Interaktionserfahrungen wieder finden lassen. Beziehe ich
mich in diesem Zusammenhang auf den Vorrat an eigenen Erfahrungen schulischer
Interaktionen, so ließen sich anhand eigener Ereignissen und Konstellationen
vielerlei Bezüge und Deckungsgleichheiten zu den von Krappmann/Oswald zitierten
Befunden und Beispielen anführen.
Besonders erinnere ich mich jedoch an
den in meiner Schulzeit (im in Rede stehenden Alter, also etwa bis zur sechsten
Jahrgangsstufe) besonderen Stellenwert dessen, was heute wohl als Clique, seinerzeit
ausdrücklich mit dem (geradezu unter der Hand gehandelten) Begriff Bande bezeichnet
wurde.
Wobei diese besondere (Kinder- oder
Jugend-) Form der Gruppenbildung und die mit ihr einhergehenden Interaktionen,
keineswegs nur außerhalb des schulischen Rahmens für das Verhalten und die
Orientierung wichtig waren.
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