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Absatzwirtschaft Aspekte des Konsumentenverhaltens (Page 9).doc

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Die graphische Darstellung des Prozesses, in dem sich das Produkt verbreitet, ähnelt dem Produktlebenszyklus[62]. Die Kurve stellt hier jedoch keinen Umsatz dar, sondern die Anzahl der Konsumenten, die ein Produkt erstmalig probieren[63]. So nennt man Konsumenten, die ein Produkt bereits kurz nach der Einführung zum ersten Mal kaufen, ”Innovatoren (Innovators)”.

Von Ihnen gibt es nicht sehr viele. Konsumenten, die erst später erstmalig zum Käufer werden, bezeichnet man als ”Frühadopter (Early Adopters)”. Von ihnen gibt es bereits sehr viel mehr. Der Mehrheit der Konsumenten gehört zur ”Frühen Mehrheit (Early Majority)” oder zur ”Späten Mehrheit (Late Majority)”.

Im Rahmen der Markteinführung ist das Ziel, den Diffusionsprozeß zu verkürzen, d.h. dafür zu sorgen, daß möglichst schnell möglichst viele Konsumenten das Produkt zum ersten Mal kaufen. Um dies zu tun, gibt es eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten. Unter anderem können die Werbung verstärkt, die Händler besser motiviert, die Qualität der Produkte verbessert und der wahrgenommene Preis reduziert werden.

Neben der Produktinnovation stehen der Leistungspolitik auch noch die Instrumente der Produktvariation und Produktdifferenzierung zur Verfügung. Wird ein Produkt verändert und ersetzt die veränderte Variante die alte Variante, spricht man von Produktvariation[64].

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Þ     technische Eigenschaften (z.B. Rittersport Pfefferminz neben Rittersport Vollmilch etc)

Þ     ästhetische Eigenschaften (z.B. neue Farben für den iMac von Apple)

Þ     symbolische Eigenschaften (z.B.VW Sharan wird auch als Seat Alhambra vermarktet)

Þ     Value added services (z.B. Kreditkarte beinhaltet eine Reiseversicherung)

Die Produktdifferenzierung ist eine sehr beliebte Form der Leistungspolitik. Sie erlaubt, von der Bekanntheit und dem Good-Will zu profitieren, den ein eingeführtes Produkt bereits hat. Die neue Variante wird viel eher gekauft, als wäre es ein völlig neues Produkt. Gleichzeitig birgt die Produktdifferenzierung große Gefahren[66]. Zum einen steigen die Kosten pro produziertem Stück (Stückkosten) überproportional.

Hat ein Produkt zwei Charakteristika, die verändert werden können, gibt es bereits 2x2=4 Varianten. Bei 3 Charakteristika gibt es bereits 9 Varianten. Jede neue Variante verursacht aber Kosten in der Bestellung, der Produktion, der Logistik, dem Vertrieb etc.. Folglich können aufgrund der wachsenden Komplexität die Stückkosten mit zunehmender Produktdifferenzierung überproportional steigen.

 

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Schließlich kann eine übertriebene Differenzierung auch das Markenprofil gefährden. Das Markenprofil ist die Summe der Eigenschaften, die die Konsumenten mit einer Marke verbinden oder assoziieren. Je mehr Varianten unter einer Marke angeboten werden, umso unschärfer wird das Profil und umso größer ist die Gefahr, daß Kernelemente des Profils überhaupt nicht mehr wahrgenommen oder sogar neue unerwünschte Elemente hinzukommen.

Zum Profil von ”Kinderschokolade” gehörten ursprünglich die Eigenschaften ”Schokolade mit Milch”, ”Schokoladenriegel”, ”enthält viel Milch”, ”gesund für Kinder”, ”Kinder freuen sich darüber”, ”hochwertig”. Dann wurden neue Varianten auf den Markt gebracht: Kinderüberraschungseier, Kinder Country etc.

Mit Kinder Country wurden das Profilelement ”Schokoladenriegel” aufgegeben und das Profilelement ”Schokolade mit Milch” aufgeweicht. Wenn jetzt ein Billigbonbon unter der Marke ”Kinder” auf den Markt käme, entstünde ein Widerspruch zum bestehenden Markenprofil. Es könnte dann sein, daß Konsumenten generell nicht mehr davon ausgehen, daß ”Kinder-”Produkte hochwertig sind.

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Umgekehrt drohte die mangelhafte Qualität der A-Klasse (s. Elchtest) das Markenprofil der Marke ”Mercedes” zu beschädigen, zu dessen Elementen ”hohe Qualität” gehört.

Die Produktelimination ist das letzte wichtige Instrument der Leistungspolitik[67]. Es sollte mit großer Vorsicht eingesetzt werden, denn jedes Produkt hat zum Zeitpunkt seiner Elimination in großem Umfang Ressourcen verschlungen, die mit der Elimination endgültig verloren gehen.

Andererseits können unrentable Produkte, die auf Dauer ohne Grund im Sortiment belassen werden, ein Unternehmen finanziell stark gefährden. Um zu einer Abwägung zwischen diesen beiden Überlegungen zu kommen, wurden im Marketing Kriterien entwickelt, anhand derer man prüfen kann, ob ein Produkt eliminiert werden soll oder nicht.

Der Marketingmanager muß also bei jedem Kriterium fragen, ob es vorliegt oder nicht. Je mehr Kriterien erfüllt sind, umso sinnvoller kann es sein, ein Produkt zu eliminieren. Allerdings lassen sich keine pauschalen Feststellungen treffen. Jede Eliminationsent-scheidung muß individuell beurteilt werden.

4.2. Kontrahierungspolitik

 

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Abgeleitet vom lateinischen ”contractus”, das Vertrag bedeutet, umfaßt die Kontrahierungspolitik alle vertraglich fixierten Vereinbarungen über das Entgelt des Leistungsangebots, über mögliche Rabatte und darüber hinausgehende Lieferungs-, Zahlungs- und Kreditierungsbedingungen[68]. Je nach Ausgestaltung können diese Elemente einen mittelbaren Einfluß auf den Preis haben, müssen es aber nicht.

Auf jeden Fall haben sie alle Auswirkungen über den Preis hinaus. So hat die Rabattpolitik natürlich eine preissenkende Wirkung. Aber darüber hinaus steuert sie über die verschiedenen Arten der Rabatte das Verhalten der Käufer. Hätte man einfach den Preis gesenkt, hätte man diese verhaltenssteuernde Wirkung nicht gehabt.

Absatzkredite können ebenfalls zu einer Preissenkung führen, wenn die Zinsen anomal niedrig, weil subventioniert sind. Darüber hinaus machen Absatzkredite aber den Kauf für viele potentielle Käufer überhaupt erst möglich. Das gleiche gilt für die Politik der Lieferungs- und Zahlungsbedingungen.

4.2.1. Preisbewertung

Die zentrale Frage der Kontrahierungspolitik ist die Frage nach dem richtigen Preisniveau. Diese Frage läßt sich nicht pauschal beantworten. Allerdings gibt es mehrere Theorien, die Anhaltspunkte bieten.

 

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