Die graphische Darstellung des Prozesses, in
dem sich das Produkt verbreitet, ähnelt dem Produktlebenszyklus.
Die Kurve stellt hier jedoch keinen Umsatz dar, sondern die Anzahl der
Konsumenten, die ein Produkt erstmalig probieren.
So nennt man Konsumenten, die ein Produkt bereits kurz nach der Einführung zum
ersten Mal kaufen, ”Innovatoren (Innovators)”. Von Ihnen gibt es nicht sehr
viele. Konsumenten, die erst später erstmalig zum Käufer werden, bezeichnet man
als ”Frühadopter (Early Adopters)”. Von ihnen gibt es bereits sehr viel mehr. Der
Mehrheit der Konsumenten gehört zur ”Frühen Mehrheit (Early Majority)” oder zur
”Späten Mehrheit (Late Majority)”. Im Rahmen der Markteinführung ist das Ziel,
den Diffusionsprozeß zu verkürzen, d.h. dafür zu sorgen, daß möglichst schnell
möglichst viele Konsumenten das Produkt zum ersten Mal kaufen. Um dies zu tun,
gibt es eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten. Unter anderem können die
Werbung verstärkt, die Händler besser motiviert, die Qualität der Produkte
verbessert und der wahrgenommene Preis reduziert werden.
Neben der Produktinnovation stehen der Leistungspolitik auch
noch die Instrumente der Produktvariation und Produktdifferenzierung zur
Verfügung. Wird ein Produkt verändert und ersetzt die veränderte Variante die
alte Variante, spricht man von Produktvariation.
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Þ
technische Eigenschaften (z.B. Rittersport Pfefferminz neben
Rittersport Vollmilch etc)
Þ
ästhetische Eigenschaften (z.B. neue Farben für den iMac von
Apple)
Þ
symbolische Eigenschaften (z.B.VW Sharan wird auch als Seat
Alhambra vermarktet)
Þ
Value added services (z.B. Kreditkarte beinhaltet eine
Reiseversicherung)
Die Produktdifferenzierung ist eine sehr beliebte Form der
Leistungspolitik. Sie erlaubt, von der Bekanntheit und dem Good-Will zu
profitieren, den ein eingeführtes Produkt bereits hat. Die neue Variante wird
viel eher gekauft, als wäre es ein völlig neues Produkt. Gleichzeitig birgt die
Produktdifferenzierung große Gefahren.
Zum einen steigen die Kosten pro produziertem Stück (Stückkosten)
überproportional. Hat ein Produkt zwei Charakteristika, die verändert werden
können, gibt es bereits 2x2=4 Varianten. Bei 3 Charakteristika gibt es bereits
9 Varianten. Jede neue Variante verursacht aber Kosten in der Bestellung, der
Produktion, der Logistik, dem Vertrieb etc.. Folglich können aufgrund der
wachsenden Komplexität die Stückkosten mit zunehmender Produktdifferenzierung
überproportional steigen.
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Schließlich kann eine übertriebene Differenzierung auch das
Markenprofil gefährden. Das Markenprofil ist die Summe der Eigenschaften, die
die Konsumenten mit einer Marke verbinden oder assoziieren. Je mehr Varianten
unter einer Marke angeboten werden, umso unschärfer wird das Profil und umso
größer ist die Gefahr, daß Kernelemente des Profils überhaupt nicht mehr wahrgenommen
oder sogar neue unerwünschte Elemente hinzukommen. Zum Profil von
”Kinderschokolade” gehörten ursprünglich die Eigenschaften ”Schokolade mit
Milch”, ”Schokoladenriegel”, ”enthält viel Milch”, ”gesund für Kinder”, ”Kinder
freuen sich darüber”, ”hochwertig”. Dann wurden neue Varianten auf den Markt
gebracht: Kinderüberraschungseier, Kinder Country etc. Mit Kinder Country
wurden das Profilelement ”Schokoladenriegel” aufgegeben und das Profilelement
”Schokolade mit Milch” aufgeweicht. Wenn jetzt ein Billigbonbon unter der Marke
”Kinder” auf den Markt käme, entstünde ein Widerspruch zum bestehenden
Markenprofil. Es könnte dann sein, daß Konsumenten generell nicht mehr davon
ausgehen, daß ”Kinder-”Produkte hochwertig sind.
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drohte die mangelhafte Qualität der A-Klasse (s. Elchtest) das Markenprofil der
Marke ”Mercedes” zu beschädigen, zu dessen Elementen ”hohe Qualität” gehört.
Die Produktelimination ist das letzte wichtige Instrument
der Leistungspolitik.
Es sollte mit großer Vorsicht eingesetzt werden, denn jedes Produkt hat zum
Zeitpunkt seiner Elimination in großem Umfang Ressourcen verschlungen, die mit
der Elimination endgültig verloren gehen. Andererseits können unrentable
Produkte, die auf Dauer ohne Grund im Sortiment belassen werden, ein
Unternehmen finanziell stark gefährden. Um zu einer Abwägung zwischen diesen
beiden Überlegungen zu kommen, wurden im Marketing Kriterien entwickelt, anhand
derer man prüfen kann, ob ein Produkt eliminiert werden soll oder nicht. Der
Marketingmanager muß also bei jedem Kriterium fragen, ob es vorliegt oder
nicht. Je mehr Kriterien erfüllt sind, umso sinnvoller kann es sein, ein
Produkt zu eliminieren. Allerdings lassen sich keine pauschalen Feststellungen
treffen. Jede Eliminationsent-scheidung muß individuell beurteilt werden.
4.2. Kontrahierungspolitik
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umfaßt die Kontrahierungspolitik alle vertraglich fixierten Vereinbarungen über
das Entgelt des Leistungsangebots, über mögliche Rabatte und darüber
hinausgehende Lieferungs-, Zahlungs- und Kreditierungsbedingungen.
Je nach Ausgestaltung können diese Elemente einen mittelbaren Einfluß auf den
Preis haben, müssen es aber nicht. Auf jeden Fall haben sie alle Auswirkungen
über den Preis hinaus. So hat die Rabattpolitik natürlich eine preissenkende
Wirkung. Aber darüber hinaus steuert sie über die verschiedenen Arten der
Rabatte das Verhalten der Käufer. Hätte man einfach den Preis gesenkt, hätte
man diese verhaltenssteuernde Wirkung nicht gehabt. Absatzkredite können
ebenfalls zu einer Preissenkung führen, wenn die Zinsen anomal niedrig, weil
subventioniert sind. Darüber hinaus machen Absatzkredite aber den Kauf für
viele potentielle Käufer überhaupt erst möglich. Das gleiche gilt für die
Politik der Lieferungs- und Zahlungsbedingungen.
4.2.1. Preisbewertung
Die zentrale Frage der Kontrahierungspolitik ist die Frage
nach dem richtigen Preisniveau. Diese Frage läßt sich nicht pauschal
beantworten. Allerdings gibt es mehrere Theorien, die Anhaltspunkte bieten.
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