Absatzwirtschaft
Erläuterungen zur Veranstaltung
Prof. Dr. Thomas Roeb
Gliederung
1. Das Konzept
des Marketing
2. Marketing-Support
2.1. Marketing-Forschung
2.1.1. Gegenstand
der Marketingforschung
2.1.2. Marketingforschungsrelevante
Aspekte des Konsumentenverhaltens
2.1.3. Methoden
der Datengewinnung
2.2. Marktsegmentierung
3. Marketingstrategie
4. Marketing-Mix
4.1. Leistungspolitik
4.1.1. Bewertung
des Leistungsprogramms
4.1.2. Gestaltung
des Leistungsprogramms
4.2. Kontrahierungspolitik
4.2.1. Preisbewertung
4.2.2. Preisfindung
4.3. Distributionspolitik
4.3.1. Absatzweg
4.3.2. Logistik
4.4. Kommunikationspolitik
4.4.1. Instrumente
der Kommunikationspolitik
4.4.2. Werbepolitische
Entscheidungstatbestände
1. Das Konzept des Marketing
Marketing ist ein recht neues Konzept in der
Betriebswirtschaft, dessen Bedeutung sich seit seiner Einführung vor etwa 50
Jahren auch stark geändert hat. Wörtlich übersetzt heißt Marketing nichts anderes
als Vermarktung.
Unklar ist aber, was die Vermarktung beinhaltet. Die
inhaltliche Füllung des Begriffs spiegelt die sich ändernden Verhältnisse in
der Wirtschaft.
In der frühen Nachkriegszeit konnten die Unternehmen alles absetzen, was sie
anboten, da es an allem fehlte.
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wer noch ungedeckte Bedürfnisse des Konsumenten entdecken konnte.
Dementsprechend wurde die Marktforschung entwickelt. In den siebziger Jahren
begann die Konzentration des Handels. Je stärker die Handelsunternehmen wurden,
umso schwieriger wurde es für die Hersteller, ihre Produkte zu plazieren.
Dementsprechend wurde Marketing um Methoden zur Gewinnung
von Händlern ergänzt. In den Achtziger Jahre waren dann alle wesentlichen
Marktlücken bereits besetzt. Es reichte also nicht mehr aus, Marktlücken zu
entdecken und die Händler als Partner zu gewinnen. Immer wichtiger wurde die
Frage, wie gut man relativ zum Wettbewerb eine gegebene Marktlücke ausfüllt.
Das letzte Jahrzehnt schließlich hat nun dazu geführt, daß über den Markt im
engeren Sinne mit Konsumenten, Handel und Wettbewerb hinaus auch die übrige
Unternehmensumwelt in den Blickpunkt des Marketing rückt. Umwelt ist dabei nicht
im Sinne von Natur zu verstehen, sondern im Sinne von umgebenden
Personenkreisen. Shell mit der Ölplattform Brent Spar bildet dabei den
bekanntesten
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anderes Beispiel bilden Nike und Adidas, die die Menschenrechtler ignorierten
und durch deren Druck potenziert durch die Presse gezwungen wurden, ihre
Beschaffungspolitik zu überdenken und den Arbeitern in der Dritten Welt höhere
Löhne zu zahlen.
Marketing erfüllt vor diesem Hintergrund im Unternehmen
insbesondere zwei Rollen. Einerseits ist das Marketing eine
Unternehmensfunktion, gleichberechtigt mit Finanzen, Personal, Produktion etc.
Marketing ist aber gleichzeitig auch ein Leitkonzept für das ganze Unternehmen.
Nicht nur die Marketingabteilung macht Marketing. Auch die Personalabteilung
muß bei ihrer Arbeit den Markt im Blick haben, ebenso wie die Abteilungen für
Finanzen, Produktion etc.
Daraus ergibt sich eine sehr umfassende Definition von
Marketing. Marketing ist in diesem Sinne zu definieren als der Prozess der
Planung und Ausführung der Entwicklung und Distribution von sowie der
Preisgestaltung und Kommunikation für Ideen, Güter und Dienstleistungen, um
Austauschaktivitäten zu initiieren, die Ziele von Organisationen und Individuen
befriedigen.
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2. Marketing-Support
2.1. Marketingforschung
2.1.1. Gegenstand der Marketingforschung
Bevor Aktivitäten des Marketing geplant und durchgeführt
werden können, muß eine tragfähige Informationsgrundlage geschaffen werden.
Dies ist Aufgabe der Marketingforschung. Die Grundaufgabe der
Marketingforschung ist somit, die Marktbedürfnisse zu antizipieren, das
konkrete Marktverhalten durch geeignete Methoden zu messen und es in einen
Zusammenhang zu den eingesetzten Merktinginstumenten zu setzen.
Die Marketingforschung schließt die Marktforschung ein, geht
jedoch über sie hinaus, indem sie auch die unternehmensinternen Daten
erforscht. So gehört zur Marketingforschung nicht nur die Ermittlung des
Marktanteils eines Produkts, sondern auch die Berechnung der Rentabilität
dieses Produktes für das Unternehmen. Die internen Daten ebenso wie die
Marktdaten können sich sowohl auf den Absatz- als auch auf den
Beschaffungsmarkt beziehen. So gibt es nicht nur einen Marktanteil der eigenen
Produkte bei den Konsumenten sondern auch einen Anteil des eigenen Unternehmens
am Absatzvolumen der Lieferanten. Dieser Anteil bestimmt z.B. die Einkaufsmacht
und damit die Einkaufskonditionen des eigenen Unternehmens.
2.1.2. Marketingforschungsrelevante Aspekte des
Konsumentenverhaltens
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Unternehmen. Dementsprechend gibt es 4 grundsätzliche Arten von Käufergruppen:
Individuen als Privatperson, Individuen als gewerblicher Nachfrager, Familien
und Buying Center.
Das private Indivuduum ist im allgemeinen die wichtigste
Nachfragergruppe und deshalb auch die am besten erforschte. Sein Kaufverhalten
hängt von einer Fülle unterschiedlicher Einflußgrößen ab, die sich in
interpersonelle und intrapersonelle Determinanten gliedern lassen.
Die interpersonellen Determinanten haben ihren Namen
aufgrund der Tatsache, daß sie nur durch den Kontakt zwischen Personen
entstehen.
Die wichtigste ist die Kultur und Subkultur. So haben alle Deutschen eine
typische Kultur, die sich von der französischen oder japanischen unterscheidet.
Aber auch innerhalb der deutschen Kultur gibt es unterscheidbare Gruppen wie
z.B. die Teenager, die ihre eigene Subkultur haben. Eine weitere Determinante
ist die soziale Schicht.
Eine typische Unterteilung der Gesellschaft trennt zwischen
Unter-, Mittel- und Oberschicht, die sich jeweils noch in untere und obere
trennen lassen. Im Gegensatz zu den Subkulturen lassen sich die sozialen
Schichten in eine Rangordnung bringen. Man kann zwar nicht sagen, daß die
Teenager höher oder niedriger als die deutschen Türken oder Bayern sind, wohl
aber, daß die Unterschicht niedriger als die Oberschicht ist.
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