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2. Lautverschiebung-Texte .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
German
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Homework
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2005
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HAUSÜBUNG

GRUPPE B

leider noch einige Fehler vorhanden!!!

1.) Analys eines ahd. Textes im Hinblick auf die Durchführung der 2. Lautverschiebung und dialektale Zuordnung des Textes

<Cot almahtico, du himil enti erda gaworahtos [...]

forgip mir [..] rehta galaupa

[...] enti arc za piwisanne

enti dinan willeon za gawurchanne.>

Das althochdeutsche Wort <cot> bedeutet im Neuhochdeutschen ‚Gott’. <Cot> entstand durch die zweite Lautverschiebung als Nachfolger des germanischen Wortes <guða>. Bei der Analyse des Wortes <cot> ist zu beachten, dass /c/ hier für /k/ steht. Somit wird das germ. /g/ aus <guða> durch die Medienverschiebung zum Plosiv /k/.

Germ. /ð/ ist im vorahd. noch /d/, wird aber durch die Medienverschiebung /t/. Dies manifestierte sich auch in der nhd. Standardsprache.

Das ahd. Wort <almahtico> entwickelte sich aus germ. <alla> und asächs. <mahtig> und heißt heute ‚allmächtig’. Wie bereits im vorher erwähnten Wort <cot> steht auch hier das /c/ in <almahtico> für /k/. Aus diesem Grund wurde /g/ aus <mahtig> ein /k/ durch die Medienverschiebung, die räumlich eine noch stärkere Beschränkung zeigt als die Tenuesverschiebung, da sie den gesamten obd.

Raum erfasste.

 

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As. <erða> wurde durch die frühahd. Spirantenschwächung zu ahd. <erda>, was soviel wie ‚fruchtbarer Boden’[1] bedeutet.

Dabei wurde germ. /θ/ zur sth. Lenis [ð] (= Lenisierung und Sonorisierung), welche jedoch ab dem 8. Jh. im Laufe des Ahd. zum sth. Plosiv /d/ wurde (Defrikativierung oder Plosivierung fand statt). Dies wird auch „Wandel von þ>d“ oder „innerahd. Wandel“ genannt.

Das nhd. Wort ’vergeben’ kommt aus dem as. <for> und <geban> und wurde im ahd. zu <forgip> umgewandelt. /g/ blieb der stl. Fortis- Plosiv /g/ aufgrund der Medienverschiebung, da diese nur im Bair. und Alem., aber sogar hier nicht durchgehend, erfolgte.

/b/ steht hier für den Laut /β/, aus welchem wiederum wegen der Medienverschiebung ein /p/ wurde.

In der Veränderung des as. Wortes <gilobo> zu ahd. <galaupa>, was neuhochdeutsch ‚Glauben’ heißt, treten die gleichen Merkmale wie in der Lautverschiebung des vorangegangenen Wortes auf: /g/ bleibt durch die Medienverschiebung /g/ und /b/ bzw. /β/ verändert sich wegen der eben genannten Verschiebung zu /p/.

Germ. <arga> entwickelte sich zu ahd. <arc>, was soviel wie ‚Böses, Schlimmes’[2] bedeutet.

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Got. <bi> und as. <wīsian>, was soviel wie ‚beweisen’ bedeutet, hieß im Ahd. <piwisanne>. Dabei trat wieder die Medienverschiebung auf, die im 8./9. Jh. nach Christus /b/ zu /p/ veränderte.

Das letzte zu untersuchende ahd. Wort <gawurchanne> wurde aus got. <ga> beziehungsweise as. <gi> und as. <workian> zusammengesetzt und bedeutet ‚arbeiten, tätig sein’[3]. Wiederum blieb /g/ aufgrund der Medienverschiebung /g/.

/ch/ steht für /kx/. Daher wurde aufgrund der Tenuesverschiebung aus /k/ die Affrikata /kx/, da germ. /k/ nach einem Konsonanten stand. Diese Affrizierung blieb jedoch regional begrenzt auf das Bair. und Alem..

ZUSAMMENFASSUNG:

Um das Ergebnis dieser Untersuchungen zusammenzufassen, möchte ich noch einmal die für diesen ahd. Text relevanten Lautverschiebungen erläutern.

Germ. /g/ wird durch die Medienverschiebung zum Plosiv /k/, der im Text jedoch mit dem Phonographem <c> geschrieben wird, wie in <cot>, almahtico> und <arc>. Jedoch erfolgte diese Veränderung nur im Alemmanischen und im Bairischen, und auch in diesen Gebieten nur teilweise, weshalb germ. /g/ auch /g/ bleiben kann.

Dies kann man bei den Wörtern <forgip>, <galaupa> und <gawurchanne> nachvollziehen.

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Auch die frühahd. Spirantenschwächung tritt auf, indem sich germ. /ð/ zu ahd. /d/ verändert und mit dem Phonographem <d> geschriebn wird, wie im Wort <erda> sichtbar wird.

Germ /b/ veränderte sich zu ahd. /p/ aufgrund der Medienverschiebung, was in den Wörtern <forgip>, galaupa> und <piwisanne> auffällt.

Germ. /k/ wurde im Ahd. zu /kx/ verändert, was allerdings mit dem Phonographem <ch> geschrieben wurde. Dies kommt im Wort <gawurchanne> deutlich zum Ausdruck.

DIALEKTALE ZUORDNUNG

 

Um herauszufinden, aus welchem Dialekt bzw. welcher Region dieser vorgegebene Text (vermutlich) stammt, untersuchte ich zuerst unter Zuhilfenahme des Skriptums (S. 17-19a) einzelne Lautverschiebungen, die ich bereits in der vorangegangenen Analyse genauer betrachtet habe.

  • Zuallererst wurde ich darauf aufmerksam, dass die 2. Lautverschiebung- auch althochdeutsche oder hochdeutsche Lautverschiebung genannt- nur, wie der Namen bereits verrät, im hochdeutschen Sprachraum stattgefunden hat.
  • Die Medien- und die Tenuesverschiebung, die schon vorher bei der Analyse des ahd. Textes auftraten, breiteten sich vom Süden des deutschen Sprachraums, mit abnehmender Durchsetzung nach Norden hin aus, bis höchstens zur „Benrather Linie“.
  • Die Affrizierung von /k/>/kx/ blieb regional begrenzt auf das Bairische und Alemmanische. Jedoch blieb /k/ in den fränkischen Dialekten unverschoben bzw. als aspirierender Plosiv [kh] erhalten- womit ich das Fränkische bei der Zuordnung zu meinem Text bereits ausschließen konnte.
  • Den gesamten oberdeutschen Raum erfasste die Verschiebung /d/>/t/ (vor allem bair., alem., ostfrk., weitgehend auch südrheinfrk.).
  • Die Verschiebung /b/>/p/ erfolgte durchgehend im Bair., vielfach auch im Alem.. Darüber hinaus fand sie nur vereinzelt statt.
  • Nur im Alem. und Bair., aber sogar hier nicht durchgehend, erfolgte die Änderung /g/>/k/.
  • Die Verschiebung /θ/>/ð/>/d/ fand am frühesten im Bair. und am spätesten im Mfrk. statt und ist unter dem Namen „frühalthochdeutsche Spirantenschwächung“ bekannt.

 

 

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Dabei stellte sich nun sofort heraus, dass im Alemmanischen die Medienverschiebung nur sehr eingeschränkt vorkam, die Tenuesverschiebung aber äußerst oft. Im Bairischen jedoch ist es genau umgekehrt: die Medienverschiebung fand häufig statt, die Tenuesverschiebung nur selten.

Da mir bereits zuvor aufgefallen ist, dass die Medienverschiebung in diesem ahd. Text auffallend oft auftrat, war ich mir nun sicher: dieser Text ist bairisch!

Trotzdem untersuchte ich auch die Tabelle Sondereggers noch genauer und konnte sogleich feststellen, dass die Phoneme des ahd. Textes zu jener Zeit in Bayern wirklich üblich waren.

Obwohl mir der Text bekannt vorkam, war ich mir aber noch immer nicht ganz im Klaren darüber, wo ich den Text genau zuordnen sollte. Also gab ich einen Textausschnitt in einer Suchmaschine im Internet (Google) ein und fand somit heraus, dass es sich um das bekannte ‚Wessobrunner Gebet’ handelt, dass um 813/814 in Bayern aufgezeichnet worden ist. Nun hatte ich also Gewissheit- mein bairischer Verdacht hat sich bestätigt.

2.) Etymologie des Lexems Sintflut

Das althochdeutsche Wort <sinfluot> (9. Jhdt.) wurde im 11. Jahrhundert mit dem Gleitlaut -t- versehen und lautete daraufhin <sintfluot>.

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