Dependenzgrammatik­ oder auch Valenzgrammatik bezeichnet eine von Lucien Tesnière (1893-1954) begründete Form der Grammatik. Die Valenz (Wertigkeit) erhielt ihren Namen aufgrund dem Vergleich des
BJØRNON Bjørnsons Meinung nach haben die Dichtkunst- Erzählungen und Theater- einen Auftrag, eine Mission zu erfüllen: den Lesern und Zuschauern die Augen zu öffnen für die sozialen Probleme und di
HAUSÜBUNG noch fehlerhaft!!! 1.) Erläutern Sie die unterstrichenen und nummerierten Lautwandelerschein­ungen in den folgenden Texten: v almahtigon (ahd.) > almähtigen (mhd.) Im Wort <
HAUSÜBUNG Unkorrigiert, daher noch fehlerhaft! 1.) Übersetzen Sie die Textstelle aus dem -Iwein- des Hartmann von Aue! 1 Auf diese Weise schlich er sich fort 2 und konnte oft aufrichtig wie ei
<Cotalmahtico,
du himil enti erda gaworahtos [...]
forgip mir [..] rehta galaupa
[...] enti arc za piwisanne
enti dinan willeon za gawurchanne.>
Das althochdeutsche Wort <cot> bedeutet im
Neuhochdeutschen ‚Gott’. <Cot> entstand durch die zweite Lautverschiebung
als Nachfolger des germanischen Wortes <guða>. Bei der Analyse des Wortes
<cot> ist zu beachten, dass /c/ hier für /k/ steht. Somit wird das germ.
/g/ aus <guða> durch die Medienverschiebung zum Plosiv /k/.
Germ. /ð/ ist im vorahd. noch /d/, wird aber durch die
Medienverschiebung /t/. Dies manifestierte sich auch in der nhd.
Standardsprache.
Das ahd. Wort <almahtico> entwickelte sich aus germ.
<alla> und asächs. <mahtig> und heißt heute ‚allmächtig’. Wie
bereits im vorher erwähnten Wort <cot> steht auch hier das /c/ in
<almahtico> für /k/. Aus diesem Grund wurde /g/ aus <mahtig> ein
/k/ durch die Medienverschiebung, die räumlich eine noch stärkere Beschränkung
zeigt als die Tenuesverschiebung, da sie den gesamten obd.
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As. <erða> wurde durch die frühahd.
Spirantenschwächung zu ahd. <erda>, was soviel wie ‚fruchtbarer Boden’[1]bedeutet.
Dabei wurde germ. /θ/ zur sth. Lenis
[ð] (= Lenisierung und Sonorisierung), welche jedoch ab dem 8. Jh. im Laufe des
Ahd. zum sth. Plosiv /d/ wurde (Defrikativierung oder Plosivierung fand statt).
Dies wird auch „Wandel von þ>d“ oder „innerahd. Wandel“ genannt.
Das nhd. Wort ’vergeben’ kommt aus dem as. <for> und
<geban> und wurde im ahd. zu <forgip> umgewandelt. /g/ blieb der
stl. Fortis- Plosiv /g/ aufgrund der Medienverschiebung, da diese nur im Bair.
und Alem., aber sogar hier nicht durchgehend, erfolgte.
/b/ steht hier für den Laut /β/,
aus welchem wiederum wegen der Medienverschiebung ein /p/ wurde.
In der Veränderung des as. Wortes <gilobo> zu ahd.
<galaupa>, was neuhochdeutsch ‚Glauben’ heißt, treten die gleichen
Merkmale wie in der Lautverschiebung des vorangegangenen Wortes auf: /g/ bleibt
durch die Medienverschiebung /g/ und /b/ bzw. /β/
verändert sich wegen der eben genannten Verschiebung zu /p/.
Germ. <arga> entwickelte sich zu ahd. <arc>, was
soviel wie ‚Böses, Schlimmes’[2]
bedeutet.
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Got. <bi> und as. <wīsian>,
was soviel wie ‚beweisen’ bedeutet, hieß im Ahd. <piwisanne>. Dabei trat
wieder die Medienverschiebung auf, die im 8./9. Jh. nach Christus /b/ zu /p/
veränderte.
Das letzte zu untersuchende ahd. Wort <gawurchanne>
wurde aus got. <ga> beziehungsweise as. <gi> und as.
<workian> zusammengesetzt und bedeutet ‚arbeiten, tätig sein’[3].
Wiederum blieb /g/ aufgrund der Medienverschiebung /g/.
/ch/ steht für /kx/. Daher wurde aufgrund der
Tenuesverschiebung aus /k/ die Affrikata /kx/, da germ. /k/ nach einem Konsonanten
stand. Diese Affrizierung blieb jedoch regional begrenzt auf das Bair. und
Alem..
ZUSAMMENFASSUNG:
Um das Ergebnis dieser Untersuchungen zusammenzufassen,
möchte ich noch einmal die für diesen ahd. Text relevanten Lautverschiebungen
erläutern.
Germ. /g/ wird durch die Medienverschiebung zum Plosiv /k/,
der im Text jedoch mit dem Phonographem <c> geschrieben wird, wie in
<cot>, almahtico> und <arc>. Jedoch erfolgte diese Veränderung
nur im Alemmanischen und im Bairischen, und auch in diesen Gebieten nur
teilweise, weshalb germ. /g/ auch /g/ bleiben kann.
Dies kann man bei den
Wörtern <forgip>, <galaupa> und <gawurchanne> nachvollziehen.
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Auch die frühahd. Spirantenschwächung tritt
auf, indem sich germ. /ð/ zu ahd. /d/ verändert und mit dem Phonographem
<d> geschriebn wird, wie im Wort <erda> sichtbar wird.
Germ /b/ veränderte sich zu ahd. /p/
aufgrund der Medienverschiebung, was in den Wörtern <forgip>, galaupa>
und <piwisanne> auffällt.
Germ. /k/ wurde im Ahd. zu /kx/ verändert,
was allerdings mit dem Phonographem <ch> geschrieben wurde. Dies kommt im
Wort <gawurchanne> deutlich zum Ausdruck.
DIALEKTALE ZUORDNUNG
Um herauszufinden, aus welchem Dialekt bzw. welcher Region
dieser vorgegebene Text (vermutlich) stammt, untersuchte ich zuerst unter
Zuhilfenahme des Skriptums (S. 17-19a) einzelne Lautverschiebungen, die ich
bereits in der vorangegangenen Analyse genauer betrachtet habe.
Zuallererst wurde ich darauf aufmerksam, dass die 2.
Lautverschiebung- auch althochdeutsche oder hochdeutsche Lautverschiebung
genannt- nur, wie der Namen bereits verrät, im hochdeutschen Sprachraum
stattgefunden hat.
Die Medien- und die Tenuesverschiebung, die schon vorher
bei der Analyse des ahd. Textes auftraten, breiteten sich vom Süden des
deutschen Sprachraums, mit abnehmender Durchsetzung nach Norden hin aus,
bis höchstens zur „Benrather Linie“.
Die Affrizierung von /k/>/kx/ blieb regional begrenzt
auf das Bairische und Alemmanische. Jedoch blieb /k/ in den fränkischen
Dialekten unverschoben bzw. als aspirierender Plosiv [kh]
erhalten- womit ich das Fränkische bei der Zuordnung zu meinem Text bereits
ausschließen konnte.
Den gesamten oberdeutschen Raum erfasste die Verschiebung
/d/>/t/ (vor allem bair., alem., ostfrk., weitgehend auch
südrheinfrk.).
Die Verschiebung /b/>/p/ erfolgte durchgehend im Bair.,
vielfach auch im Alem.. Darüber hinaus fand sie nur vereinzelt statt.
Nur im Alem. und Bair., aber sogar hier nicht durchgehend,
erfolgte die Änderung /g/>/k/.
Die Verschiebung /θ/>/ð/>/d/
fand am frühesten im Bair. und am spätesten im Mfrk. statt und ist unter
dem Namen „frühalthochdeutsche Spirantenschwächung“ bekannt.
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Dabei stellte sich nun sofort heraus, dass im Alemmanischen
die Medienverschiebung nur sehr eingeschränkt vorkam, die Tenuesverschiebung
aber äußerst oft. Im Bairischen jedoch ist es genau umgekehrt: die
Medienverschiebung fand häufig statt, die Tenuesverschiebung nur selten.
Da mir bereits zuvor aufgefallen ist, dass die
Medienverschiebung in diesem ahd. Text auffallend oft auftrat, war ich mir nun
sicher: dieser Text ist bairisch!
Trotzdem untersuchte ich auch die Tabelle Sondereggers noch
genauer und konnte sogleich feststellen, dass die Phoneme des ahd. Textes zu
jener Zeit in Bayern wirklich üblich waren.
Obwohl mir der Text bekannt vorkam, war ich mir aber noch
immer nicht ganz im Klaren darüber, wo ich den Text genau zuordnen sollte. Also
gab ich einen Textausschnitt in einer Suchmaschine im Internet (Google) ein und
fand somit heraus, dass es sich um das bekannte ‚Wessobrunner Gebet’ handelt,
dass um 813/814 in Bayern aufgezeichnet worden ist. Nun hatte ich also
Gewissheit- mein bairischer Verdacht hat sich bestätigt.
Das althochdeutsche Wort <sinfluot>
(9. Jhdt.) wurde im 11. Jahrhundert mit dem Gleitlaut -t- versehen und
lautete daraufhin <sintfluot>.
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